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Ein Schnuppertraining - das war's

Die jungen Fußballer und Eishockeyspieler in Niesky wollen wieder trainieren. Doch die hohen Inzidenzwerte stellen alles infrage.

Das erste Training des ELV-Nachwuchses seit November fand vergangene Woche mit Trainer Jens Schwabe vor dem Eisstadion statt.
Das erste Training des ELV-Nachwuchses seit November fand vergangene Woche mit Trainer Jens Schwabe vor dem Eisstadion statt. © André Schulze

Erwartungsvolle Gesichter stehen vor dem Eisstadion Niesky. Hinein dürfen die jungen Sportler des Eislaufvereins (ELV) Niesky nicht, aber zumindest zum gemeinsamen Training treffen. Seit vergangenem Montag ist das möglich, hatte doch die Bund-Länder-Konferenz am Mittwoch der Vorwoche auch für den Breitensport erste Lockerungen beschlossen. Das haben die jungen Eishockeyspieler ausgenutzt.

Trainer Jens "Theo" Schwabe berichtet: "Die Freude ist bei jedem Einzelnen abzulesen, wie sehr sich die Jungs auf ihr erstes Training freuen. Das zeigt sich in ihrer Motivation." Und auch die Sechs- bis Achtjährigen sprühen vor Eifer, als sie sich in der Gruppe nach drei Monaten endlich wiedersehen. Richtig loslegen konnte Theo mit seinen Jungs noch nicht, denn das Training darf nur im Schongang erfolgen. Das heißt, nur draußen und nicht in der Halle - und nur mit Übungen, die keinen Körperkontakt fordern.

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Training nach Stufenplan

Wie die Trainer und Übungsleiter den Nachwuchs wieder fit machen dürfen, regelt ein Stufenplan. "Dieser ist jetzt unser Leitfaden", sagt der ELV-Trainer. Konkret heißt das, dass bei einer stabilen oder sinkenden Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 im Landkreis die Vereine Sport in Gruppen von bis zu 20 Kindern bis 14 Jahren im Außenbereich durchführen dürfen. "Wir können jetzt sowieso nur Bewegungssport machen, also Laufen, Springen, Hüpfen, um die Abstände einzuhalten", erklärt Trainer Theo. Doch der hoffnungsvolle Beginn dauerte nicht lange. Am Sonntag und Montag stieg der Wert wieder auf über 100 an, sodass neu gezählt werden muss. "Der Inzidenzwert muss drei Tage unter 100 sein, bevor wir das Training fortsetzen können", sagt Jens Schwabe. Schaut man auf die Zahl vom Donnerstag, mit einem erschreckenden Wert von 121, so sind alle sportlichen Ambitionen jetzt erneut infrage gestellt.

Auf seiner Internetseite hat der ELV geschrieben, dass das Nachwuchstraining bis auf Weiteres ausgesetzt ist. Somit dürfte den drei Monaten Abstinenz ein weiterer für die jungen Eishockeyspieler folgen. Nicht anders sieht es bei den Tornado-Eishockeyspielern, also der Männermannschaft, aus. Sie fiebert dem ersten gemeinsamen Training ebenfalls seit Wochen entgegen. Ihnen bleibt nur der Individualsport, um sich fit zu halten. Der Verein hat für sie einen Fitnesstrainer engagiert, von dem sie Übungen auf das Smartphone oder den Computer bekommen.

Eintracht in Lauerstellung

Beim Fußballverein Eintracht Niesky heißt es, alle stehen in den Startlöchern, aber niemand gibt den Startschuss. Diese Woche wollte der Vorstand darüber beraten, wie es wieder losgehen könnte mit dem Training, aber der zu hohe Inzidenzwert bremst allen Elan aus. "In dieser Zeit will keiner die Verantwortung übernehmen, also bleibt uns nur weiter abzuwarten", sagt Eintracht-Sprecher Andreas Löper. Wie beim ELV brennen auch die Eintracht-Fußballer darauf, wieder mit dem Ball über den Rasen laufen zu können, aber sie dürfen es nicht. Auch bei der Eintracht können sich die Spieler nur einzeln fit halten. "Ein Web-basiertes Training bleibt eben nur den Profivereinen vorbehalten. Wir können uns das finanziell nicht leisten", bedauert Andreas Löper, die nicht nutzbaren technischen Möglichkeiten.

Der Stufenplan gleicht einer aufsteigenden Treppe. Je niedriger der Inzidenzwert, umso größer werden die Freiheiten für den Vereinssport. Aber er sagt auch aus, dass Sport in der Halle oder für Mannschaftssportarten mit Kontakt erst möglich sein wird, wenn die Inzidenz langfristig stabil unter 50 liegt.

Gebelzig will nach Ostern starten

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Die Gebelziger Fußballer warten ebenfalls darauf, zumindest fürs Training auf ihrem Sportplatz wieder auflaufen zu dürfen. "Solange die Corona-Entwicklung aber eine Rolle rückwärts macht, sehe ich noch kein Training", sagt Karsten Obierski als stellvertretender Vereinsvorsitzender. Immerhin gehören dem SV Gebelzig 1923 rund 85 Kinder und Jugendliche an, die trainieren und Spiele absolvieren. Der Verein hofft, nach Ostern die ersten Trainingseinheiten absolvieren zu können. Ein mehrseitiges Hygienekonzept ist erstellt und jeder Spieler füllt ein Anwesenheitsformular aus, mit dem er auch das Einhalten der Hygieneregeln bestätigt. "Vom Verein sind alle Vorkehrungen getroffen", bestätigt Obierski.

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