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Onlinesucht künftig als Krankheit anerkannt

Die Weltgesundheitsorganisation überarbeitet ihre Standards – und das ändert für Betroffene etwas Entscheidendes.

Computerspielsucht soll künftig als Krankheit eingestuft werden.
Computerspielsucht soll künftig als Krankheit eingestuft werden. © dpa

Täglich durchdringen digitale Medien die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Smartphone, Tablet und Computer gehören für viele selbstverständlich zum Alltag. Nahezu 100 Prozent der 12-Jährigen besitzen laut der Studie Jugend und Medien 2018 ein Smartphone, immerhin rund 70 Prozent einen Computer oder Laptop. Ohne große Hürden erhalten damit die Jüngsten Zugang zu sozialen Netzwerken, Computerspielen und Plattformen wie YouTube. Das kann Gefahren bergen.

Seit Jahren wird vor übermäßigem digitalen Medienkonsum gewarnt. Nun reagiert die Weltgesundheitsorganisation (WHO): In das Klassifikationssystem körperlicher und psychischer Krankheiten soll künftig Computerspielsucht (Gaming Disorder) aufgenommen werden. Experten sind sich uneinig, wie zielführend die Anerkennung als Krankheit ist. Während Kritiker betonen, Spieler würden als potenziell süchtig vorverurteilt, kann der Vorstoß jedoch eines konkret verbessern: Die Kosten für Therapien werden finanziell gesichert.

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Onlinespielsucht soll ab 2022 attestiert werden, wenn ein Kontrollverlust über das Spielverhalten gegeben ist, andere Tätigkeiten über das Spielen vernachlässigt werden und trotz negativer Konsequenzen – wie Schlafmangel – weiter gespielt wird. Zu beobachten bleibt laut Experten, inwiefern auch Verhaltensstörungen, die durch die intensive Nutzung sozialer Netzwerke entstehen, aufgenommen werden müssen.

Das aktuelle Klassifikationssystem der WHO besitzt 55.000 Codes, nach denen Krankheitsbilder verschlüsselt werden. Derzeit wird Internetsucht darin unter der Kategorie „Abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle geführt“. Die neue Fassung, die ICD-11, soll im Mai 2019 vorliegen und ab dem Jahr 2022 wirksam sein. (SZ/mes)

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