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Osterspaziergang mit Dampfantrieb

Der Osterhasenexpress tuckerte auch dieses Jahr wieder von Radebeul nach Moritzburg. Die SZ ist mit auf traditionsreiche Fahrt gegangen.

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Bei den Radebeuler Traditionsbahnern gab es Ostergeschenke vom Osterhasen selbst. Die Züge waren fast voll besetzt.
Bei den Radebeuler Traditionsbahnern gab es Ostergeschenke vom Osterhasen selbst. Die Züge waren fast voll besetzt. © Arvid Müller

Von Beate Erler

Radebeul/Moritzburg. Am Ostersonntag halb elf am Vormittag ist der Bahnsteig in Radebeul-Ost mit Menschen gefüllt wie ein süßes Schokoladen-Ei. Viele Familien kommen noch herbeigeeilt: „Gibt es noch Karten für die Fahrt?“, fragt eine Mutter, die einen Kinderwagen schiebt. „Wir wollen gerne noch mit!“, sagt sie zum Schaffner.

Glück gehabt, denn es sind noch 20 Plätze frei. 150 Karten waren im Vorverkauf für die Fahrt mit dem Osterhasenexpress zwischen Radebeul-Ost und Moritzburg schon weg. In den letzten Minuten hat er noch rund 30 der kleinen Papptickets verkauft, sagt der Schaffner.

Auch Familie Conradi hat sich ihre Plätze in einem der vorderen Waggons gesichert. Sie sind extra aus Leipzig angereist, um an diesem sonnigen Ostersonntag mit der Traditionsbahn zu fahren. Draußen wird noch Wasser und Bier verkauft und die Osterhäsin Maxi Möhre verteilt in Begleitung des großen Hundemaskottchens, dem Lößnitzdackel, schon die ersten Süßigkeiten an die einsteigenden Kinder.

Hans-Peter Schaaf vom Jagdfalkenhof Moritzburg zeigte im Hochseilgarten am Mittelteich-Bad seine prächtigen Greifvögel.
Hans-Peter Schaaf vom Jagdfalkenhof Moritzburg zeigte im Hochseilgarten am Mittelteich-Bad seine prächtigen Greifvögel. © undefined
Ein Riesenrad am Moritzburger Kutschgeteichplatz ...
Ein Riesenrad am Moritzburger Kutschgeteichplatz ... © undefined
... bot einen tollen Blick unter anderem in Richtung Schloss.
... bot einen tollen Blick unter anderem in Richtung Schloss. © undefined

Von Ostersamstag bis Ostermontag fährt die Schmalspurbahn zweimal täglich die Sonderfahrt. „Wir würden gern noch öfter fahren, aber uns fehlen die Leute“, sagt der Schaffner, der seit 40 Jahren ehrenamtlich im Verein hilft. Gerade die Fahrten für die Kinder gehen sehr gut. So gibt es zum Beispiel noch die Karl-May-Fahrten mit Zugüberfall, den Vatertagsbummler und Nikolausfahrten. Zurzeit sind es etwa 20 aktive Mitglieder, die den Traditionsbahnverein unterstützen, darunter vier Lokführer.

Dann setzt sich die Lok langsam in Bewegung und der Osterhasenexpress tuckert los. Die Kinder freuen sich am meisten auf das Ziel, denn in Moritzburg angekommen, führen Maxi Möhre und der Lößnitzdackel alle Fahrgäste zur Ostereierwiese, wo kleine Süßigkeiten für die Kinder versteckt sind. Doch bis dahin heißt es geduldig die knapp 40-minütige Zugfahrt abwarten. Die ist schließlich auch etwas Besonderes, denn nicht jeden Tag erleben die Kinder eine über 100-jährige Dampflok und werden vom Schaffner in traditioneller Uniform um ihr Ticket gebeten.

Das findet auch Familie Conradi aus Leipzig, die mit kleiner Tochter und größerem Bruder mitfahren. „Mir gefällt die Zugfahrt am besten“, sagt der Sohn. Bereits zum vierten Mal kommt die Familie zu Ostern aus Leipzig nach Radebeul, um die Fahrt mitzumachen. „Das gehört bei uns zu Ostern dazu“, sagt der Vater Matthias Conradi.

Erster Halt am Weißen Ross und danach ein kurzer Aufenthalt in Friedewald. Überall stehen Leute an den Gleisen und winken, filmen den Zug und machen Fotos. „Ist das schon Moritzburg?“, fragt eine Frau, als der Zug sich der Endstation nähert. Auf der Wiese hinter der Evangelischen Hochschule dürfen die Kinder jetzt auf Ostereierjagd gehen. Auch die Kinder von Familie Conradi haben jeder ihre Ostertüte, in einem Baum versteckt, gefunden: „In diesem Jahr war es ganz schön schwierig“, sagen sie. Sie wollen jetzt noch etwas in Moritzburg bleiben und sich das Schloss ansehen und natürlich auch noch mit dem Riesenrad auf dem Kutschgeteichparkplatz fahren.

www.traditionsbahn-radebeul.de