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Pferdebahner sind Verein des Jahres

Der Traditionsverein ist vom Ostdeutschen Sparkassenverband ausgezeichnet worden. Geld gibt es dafür nicht, aber viel Aufmerksamkeit.

Kutscher Mario Lommatzsch steht mit Pferd Elko vor dem Pferdebahnmuseum.
Kutscher Mario Lommatzsch steht mit Pferd Elko vor dem Pferdebahnmuseum. © André Braun

Döbeln. Große Ehre für die Döbelner Pferdebahner: Der Verein ist am Donnerstag in Potsdam vom Ostdeutschen Sparkassenverband als Verein des Jahres ausgezeichnet worden. Der Vereinsvorsitzende Jörg Lippert nahm den Preis entgegen. „Nach so vielen Jahren der Arbeit ist das eine großartige Anerkennung. Es hat jemand bemerkt, dass die Pferdebahn in Döbeln etwas ganz Besonderes ist. Da fühlt man sich wahnsinnig gut“, sagte Lippert. Bei der Veranstaltung des Sparkassenverbandes habe er viele Leute getroffen, die ähnlich denken. „Das sind Macher. So ähnlich sind wir damals auch herangegangen. Erst einmal machen und dann durch Leistung überzeugen.“

Der Traditionsverein Döbelner Pferdebahn hat zwischen 60 und 80 Mitglieder, sagte Lippert. Etwa 15 davon sind der harte Kern, die den Pferdebahnbetrieb am Laufen halten. „Auf diese Leute kann man echt zählen“, sagte Lippert. An einem Fahrtag werden sechs bis sieben Leute gebraucht. Der Kutscher, Begleiter in der Pferdebahn, Vereinsmitglieder an der Kasse und solche, die die Besucher durchs Museum führen. Dazu hatten die Pferdebahner in diesem Jahr noch reichlich 50 bestellte Sonderfahrten zu absolvieren. Aber nicht nur die Arbeit sei wichtig, sondern auch das Vereinsleben, das Feiern und Ausflüge. „Der Verein lebt von solchen Erlebnissen“, so Lippert.

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Die Sparkasse Döbeln hatte die Pferdebahner für die Auszeichnung vorgeschlagen. Vor einer Jury hatte Lippert den Verein und seine Besonderheiten in einem Vortrag vorstellen müssen. Insgesamt habe es 263 Bewerbungen gegeben, sagte Lippert. Neben dem Verein des Jahres war auch das Unternehmen des Jahres und die Kommune des Jahres ausgezeichnet worden.

Für sein Engagement ist der Traditionsverein vom Geschäftsführenden Präsidenten des Ostdeutschen Sparkassenverbandes Dr. Michael Ermrich (l.) ausgezeichnet worden. Den Preis nahmen Jörg Lippert und Marlies Micklich entgegen. Rechts im Bild steht Uwe Krahl
Für sein Engagement ist der Traditionsverein vom Geschäftsführenden Präsidenten des Ostdeutschen Sparkassenverbandes Dr. Michael Ermrich (l.) ausgezeichnet worden. Den Preis nahmen Jörg Lippert und Marlies Micklich entgegen. Rechts im Bild steht Uwe Krahl © Sylvia Mende

Geld hängt zwar nicht an diesem Preis, sagte Lippert. Aber eine Menge medialer Aufmerksamkeit. „Wir bekommen einen Film mit allen Rechten finanziert“, sagte er. „Das Marketing ist für uns viel wert.“

Finanziell steht der Verein gut da, sagte Lippert. Neben den Einnahmen durch die Fahrten kommen viele Spenden herein. „Wir schaffen auf den Fahrten eine liebenswerte Atmosphäre, von der die Leute begeistert sind“, sagte Lippert. „Wir sind in der glücklichen Lage, ohne Zuschüsse auszukommen. Das schaffen wir jetzt schon im 16. Jahr.“ Für den Ausbau des Pferdebahnmuseums hatte der Verein einen Kredit aufnehmen müssen, der noch abbezahlt wird.

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Lippert gehört zu den Gründungsmitgliedern des Traditionsvereins und hatte vor einigen Jahren die Nachfolge des ersten Vorsitzenden Uwe Hitzschke angetreten. Lippert arbeitete auch 2001 in der Döbelner Arbeitsgruppe zum Stadtmarkting mit, in der die Idee von der Wiederbelebung der Pferdebahn entwickelt wurde. „Das war einer von 236 Punkten auf der Liste“, sagte er zurückschauend.