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Jubel

Ein Treffpunkt für die Leser

Die SZ-Treffpunkte sind Anlaufstellen für Leser. Hier können sie nicht nur Anzeigen aufgeben. Ein Beitrag zum Jubiläum 75 Jahre Sächsische Zeitung.

Kundenberaterin Carmen Gieschler hat bisweilen schon sehr ungewöhnliche Annoncenwünsche entgegengenommen.
Kundenberaterin Carmen Gieschler hat bisweilen schon sehr ungewöhnliche Annoncenwünsche entgegengenommen. © Norbert Millauer

Hier ist der Kunde König und sei er auch noch so ungewöhnlich. In den SZ-Treffpunkten und DDV-Lokalen ist jeder willkommen, denn diese Ladengeschäfte sind etwas ganz Besonderes. In der Vergangenheit lediglich Anlaufstelle für Leser, die eine Anzeige aufgeben wollen, haben sie sich inzwischen zu etwas ganz Besonderem entwickelt. Hier ist nicht nur die Schnittstelle zwischen Lesern, beziehungsweise Abonnenten und den Blattmachern, hier werden zudem einzigartige Produkte sächsischer Manufakturen, aber auch Veranstaltungstickets und Reisen angeboten. „Made in Saxony“ ist das Gütesiegel, was der Großteil der angebotenen Produkte trägt. Aber nicht nur das macht den Unterschied. Auch die engagierten Mitarbeiterinnen der SZ-Treffpunkte und der DDV-Lokale tragen zu einem einzigartigen Einkaufserlebnis bei. Viele von ihnen sind schon lange dabei, haben ihre feste Stammkundschaft und mit dieser auch schon die ein oder andere Anekdote erlebt.

Ilona Kortenjann hat für ihre Kunden immer ein offenes Ohr.
Ilona Kortenjann hat für ihre Kunden immer ein offenes Ohr. © privat

Ilona Kortenjann ist Kundenberaterin im Dippoldiswalder Treffpunkt. Eine ihrer liebsten Kundinnen kommt täglich zu ihr ins Geschäft. „Die Frau kauft bei uns die Morgenpost, ist dabei immer gut gelaunt mit einem flotten Spruch auf den Lippen“, erzählt Ilona Kortenjann. Oder der ältere Herr aus Dippoldiswalde. „Er kauft bei uns immer gleich zehn Packungen Aronia-Saft, der bei uns zu den absoluten Verkaufsschlagern zählt“, berichtet sie weiter. Dieser Herr gab ihr dann auch den ein oder anderen Tipp zum gesunden Älterwerden. Besonders interessant sind für die Kundenberaterin aber seine Geschichten rund um seine Jugend. „Das ist für mich als Wessi besonders spannend.“ In Erinnerung bleiben natürlich auch Menschen mit leiseren Geschichten. „Ich denke da an einen Kunden, der zu mir kam, weil er kürzlich verwitwet war und nun eine Frau suchte, die ihm den Haushalt führt“, blickt Ilona Kortenjann zurück. „Ich fragte ihn, ob er nicht lieber nach einer Frau suchen möchte, die mit ihm spazieren geht oder sich mit ihm auf einen Kaffee trifft. Das fand er gut und so gestalteten wir dann auch die Anzeige." Der Mann fand dadurch eine wunderbare Frau, mit der er nun schon viele Jahre zusammen und glücklich ist. Beide sind inzwischen über neunzig Jahre alt. „Ihre Haushalte führen sie aber getrennt“, verrät Ilona Kortenjann dann noch.

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Horizontales Gewerbe war Kulturschock

Auch bei der Vermittlung von Zwischenmenschlichem etwas anderer Art war die SZ beliebter Ansprechpartner. „In der Zeit um 2000 wurden freitags bei uns im Pirnaer Treffpunkt immer die meisten Anzeigen aufgegeben“, erinnert sich Carmen Gieschler. „Neben vielen Privat- und Geschäftskunden kamen dann auch die Herren aus dem horizontalen Gewerbe zu uns, um Werbung für ihre Damen zu machen“, erzählt sie. In dieser Art Annoncen wurde viel mit Kürzeln gearbeitet. „Dafür gab es einen extra Katalog. Manche dieser Dienste waren aber so explizit, dass wir noch nicht einmal die Kürzel dafür drucken durften", so Carmen Gieschler. Für sie, die aus dem ruhigen Sebnitz kommt, war das ein kleiner Kulturschock. „Bei uns gab es das in der Form nicht“, sagt sie lachend. Dafür seien diese speziellen Kunden aber immer sehr freundlich und großzügig gewesen. An Feiertagen gab es Präsente für die Treffpunkt-Mitarbeiterinnen. Doch wie vieles hat sich auch dieses Geschäft gewandelt. Anzeigen dieser Art verkaufen die Kundenberaterinnen heute nicht mehr oft. Das sei über die Jahre weniger geworden.

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