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Pirna: Kinobetreiber im Frust

Nicht nur die Bars, sondern auch der Filmpalast in der Innenstadt musste aufgrund der neuen Coronaregeln schließen.

Von Mareike Huisinga
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Im Filmpalast Pirna kann man nicht mehr den neuen James Bond gucken, sich aber dafür auf Corona testen lassen.
Im Filmpalast Pirna kann man nicht mehr den neuen James Bond gucken, sich aber dafür auf Corona testen lassen. © Norbert Millauer

James Bond oder die neue Folge von „Ghostbusters“? Diese Erfolgsstreifen laufen nicht mehr im Filmpalast Pirna. Der Kinobetrieb musste erneut aufgrund der aktuellen Corona-Schutzverordnung schließen, die seit dem 22. November gilt. Kinos werden als Freizeiteinrichtung eingestuft. Das kennt der Betreiber Alexander Malt schon, der mittlerweile Profi-Krisenmanager ist. Auch im Frühjahr und Sommer war der Filmpalast Pirna pandemiebedingt für mehrere Monate geschlossen. "Aber dennoch ist der neue Lockdown für uns tragisch", sagt der Unternehmer.

Wie hoch die erneuten Umsatzeinbußen ausfallen, kann er momentan nicht sagen. Aber bereits vor dem 22. November kam es zu Einschränkungen in dem Kinobetrieb, da die 2G-Regelung galt. "In dieser Zeit hatten wir circa 20 Prozent weniger Gäste", schätzt Malt ein.

Emotionale Stimmung am Wochenende vor der Schließung

Er hofft, dass die Kunden dem Kino die Treue halten und hat dafür auch allen Grund. "Denn an dem Wochenende vor der Schließung sind nochmal zahlreiche Cineasten zu uns gekommen. Es herrschte eine gute Stimmung, die Atmosphäre war sehr emotional. Man merkt die Pirnaer stehen zu ihrem Kino", berichtet der Betreiber.

Aufgrund der erneuten Zwangspause hat sich das Unternehmen dazu entschlossen, den Corona-Testbetrieb wieder aufzunehmen. Gegen Vorlage des Personalausweises und der Krankenversicherungskarte können sich die Bürger im Filmpalast auf das Virus testen lassen. Aktuell befindet sich die Corona-Teststation im rechten Eingangsbereich des Filmpalastes und ist abgetrennt. Die Ausgaben für die Testungen rechnet das Kino gegenüber den zuständigen Behörden ab, erklärt Malt.

Mitarbeiter im Testzentrum eingesetzt

Das Kino beschäftigt 18 Mitarbeiter. Die Angestellten auf geringfügiger Basis versuche man, in dem Testcenter einzusetzen. "Für die Festangestellten haben wir Kurzarbeitergeld beantragt", so Alexander Malt.

Er hofft, dass der Kinobetrieb ab dem 13. Dezember, wenn die aktuelle Verordnung ausläuft, wieder mit dem Normal-Betrieb durchstarten kann. "Dann wollen wir auch wieder unsere besonderen Veranstaltungen anbieten, wie zum Beispiel die Reihe Best of Cinema jeden ersten Dienstag im Monat, an dem immer ein besonderer Film gezeigt wird", erklärt der Kinomanager.

Alexander Malt stellt fest: "Das Kino in Pirna wackelt nicht, sondern wird weiter betrieben." Das klang schon mal anders. Michael Pawlowski, Mitgesellschafter der „filmpalast Gruppe“, zu der auch der Kinopalast Pirna gehört, klagte 2020 über eine dramatische Situation. Damals drohten den Kinos die Schließung aufgrund der Corona-Situation.