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Wieder Leben im Grauen Storch

Der ehemalige Gasthof in Mockethal wird für Betreutes Wohnen ausgebaut. Im Advent dürfen Interessenten schon mal reinschauen.

Im ehemaligen Gasthof Grauer Storch in Mockethal brennt abends bald wieder Licht.
Im ehemaligen Gasthof Grauer Storch in Mockethal brennt abends bald wieder Licht. © Daniel Schäfer

Es geht voran am Grauen Storch in Mockethal. Der ehemalige Gasthof wird zu Wohnungen und einer Tagespflege ausgebaut. Das teilt der Bauherr Seel + Hanschke Beratende Ingenieure GmbH aus Wilsdruff mit. Die Baugenehmigung wurde vom Bauamt erteilt. Bis dahin haben Fachleute Sicherungsmaßnahmen und nicht genehmigungspflichtige Maßnahmen durchgeführt. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude auf der Arthur-Thiermann-Straße 22 ist seit einigen Jahren ungenutzt.

Auch jüngere Menschen sind angesprochen

Was konkret ist geplant? Das Gebäude soll zu einem Seniorenzentrum ausgebaut werden. Es entstehen altersgerechte und barrierearme Mietwohnungen mit einer Tagespflege und einem Therapiezentrum. 15 Wohnungen werden in den oberen Stockwerken des Gasthausgebäudes eingebaut, 15 weitere in dem daran angrenzenden Saal. Die Quartiere haben eine Größe von 30 bis 70 Quadratmeter. Balkone sind nicht vorgesehen, aber der Hof wird zu einer grünen Freifläche mit Gemeinschaftsnutzung gestaltet, kündigt Igor Ratzenberger aus Dresden an. Er ist der künftige Betreiber des gesamten Objektes und vom Fach. In der Landeshauptstadt besitzt er unter anderem einen ambulanten Pflegedienst.

Die Wohnungen selber werden barrierearm gestaltet; Fachleute bauen einen Fahrstuhl ein. "Wir fixieren uns nicht nur auf Senioren, sondern sprechen mit dem Angebot auch jüngere Menschen mit einem Handicap an, zum Beispiel Rollstuhlfahrer", erläutert Ratzenberger. Jede Wohnung wird mit Sicherheitstechnik ausgestattet.

Die Kaltmiete liegt zwischen acht und neun Euro pro Quadratmeter im Monat. Der Betreiber ist sich bewusst, dass es sich hierbei einen stolzen Preis handelt. "Aber wir bieten einen weitreichenden Service, wie zum Beispiel einen 24-Stunden-Pflegedienst vor Ort. Außerdem ist eine Wäscherei im Keller geplant", führt der Unternehmer aus. Sorge, dass er auf den Wohnungen sitzenbleibt, hat Ratzenberger indes nicht. Es gebe bereits Interessenten, viele kämen aus der Region.

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Offene Türen im Advent

Das Therapiezentrum zieht in das Hauptgebäude im linken Teil des Erdgeschosses ein. Es bietet Physiotherapie, Ergotherapie sowie einen Sportraum. Der künftige Betreiber dieses Zentrums kommt aus Dresden, die Verträge zwischen ihm und Ratzenberger seien bereits abgesprochen. Die Tagespflege wird in dem rechten Teil des Erdgeschosses eingerichtet. "Unsere Gäste sollen Anregung und Struktur erfahren", beschreibt Ratzenberger das Konzept. Ihm schwebt dabei ein offenes Zentrum vor. "Nicht nur für Pflegebedürftige, sondern auch für Anwohner und Angehörige, quasi als Treffpunkt für alle." Der Zugang zur Tagespflege erfolgt grundsätzlich über eine neue Rampe im Außenbereich in das Gebäude.

Der Umbau des Grauen Storches zu einem Seniorenzentrum ist kein Leichtgewicht. Ratzenberger schätzt die Investitionskosten auf gut vier Millionen Euro. Bis zum Winter soll ein Großteil der Arbeiten abgeschlossen sein, sodass eine Nutzung des Gebäudes dann umgehend erfolgen kann. Mit der aktiven Vermietung will Ratzenberger im Januar beginnen. Die gesamte Anlage soll am 1. April 2021 eröffnet werden. In der Adventszeit ist ein Tag der offenen Tür geplant.

Erbaut um die Jahrhundertwende

Das Grundstück an der Kreuzung Wehlener Straße/Arthur-Thiermann-Straße wurde bereits 1897 mit dem Gasthof „Zum Grauen Storch“ im Erdgeschoss und Wohneinheiten darüber von Curt Hesse für den damaligen Besitzer Max Rühle geplant.

Am benachbarten Tanzsaal waren Anbauten mit mittiger Musikhalle und seitlichen, jeweils getrennt-geschlechtlichen Garderoben vorgesehen. Der Tanzsaal und der Gasthof wurden vorerst über einen Verbinderbau, der die Ausgabe beinhaltete, miteinander verknüpft, jedoch in der weiteren Planung, drei Jahre später, in seiner heutigen Form entwickelt. Der ursprüngliche Dreiseitenhof wurde durch eine Stallung für die Nutztiere inklusive Heuboden gefasst.

Heute ist der Hof zur anliegenden Wiese im Westen offen und wird nur noch durch die vorhandenen Hauptgebäude von der Straße abgeschirmt. Im Süden wurden Einfamilienhäuser entlang der Arthur-Thiermann-Straße in offener Bebauung angegliedert.

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