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Hanno-Chef: Pirna braucht ein Jugendhaus

Rocco Geißdorf meldet sich in der Debatte um den geplanten Verkauf des Hanno-Hauses zu Wort. Dabei schaut er auch nach Heidenau.

Das Hanno in der Hohen Straße in Pirna soll verkauft werden.
Das Hanno in der Hohen Straße in Pirna soll verkauft werden. © Archivfoto: Kristin Richter

Der geplante Verkauf des Jugendhauses "Hanno" in der Hohen Straße in Pirna wird nach wie vor heftig debattiert. Zahlreiche SZ-Leser und Facebooknutzer bedauern den Entschluss des Pirnaer Stadtrates, das Gebäude zu veräußern. Jetzt meldet sich Rocco Geißdorf zu Wort. Er ist der Geschäftsführer des Vereins Hanno, der sich um die Kinder- und Jugendarbeit in Pirna kümmert und quasi Namensgeber des Gebäudes ist.

Arbeit des Vereins wird geachtet

"Über die zahlreichen Kommentare freuen wir uns. Sie zeigen vor allem, dass unsere Arbeit wertgeschätzt wird. Das Haus ist den Pirnaern wichtig. Das merkt man sehr deutlich", sagt Geißdorf, der etwas weiter zur Geschichte und Entwicklung des Gebäudes ausholt.

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1993 wurde der Verein Hanno gegründet. Von der Stadt Pirna wurde ihm das Haus an der Hohen Straße mit Erbbaupachtvertrag übertragen, um am Standort Kindern und Jugendlichen zahlreiche Angebote zu machen. Schnell entwickelte sich das Hanno zu einem beliebten Treffpunkt. Legendär waren nicht nur die Faschingsfeiern in dem Haus, sondern auch Seminare, Workshops etc. fanden hier statt. Andere Vereine und Initiativen, wie zum Beispiel der Jugendring Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, nutzten ebenfalls als Mieter die Räumlichkeiten.

Hohe Betriebskosten im Hanno

Vor etwa zehn Jahren trat der Verein Hanno an die Stadtverwaltung Pirna mit der Bitte heran, für die Jugendlichen zusätzlich in der Altstadt einen offenen Treff einzurichten. Das Rathaus kam diesem Anliegen nach. Seit 2014 kommen Jugendliche in dem Kellerraum der Stadtbücherei in der Dohnaischen Straße zusammen, um zu reden, Hausaufgaben zu machen oder einfach nur zu chillen. Grundsätzlich war geplant, dass der Verein das Haus in der Hohen Straße weiterhin für Jugend- und Kulturarbeit offen hält. "Doch die laufenden Betriebskosten überstiegen immer mehr die Förderung. Wir hatten deshalb bei der Stadt eine höhere Förderung beantragt, das aber wurde abgelehnt." Folglich bat der Verein um Auflösung des Erbbaupachtvertrages. "Sonst hätte uns die Insolvenz gedroht", erklärt der Hanno-Chef.

Wo sollen sich Kinder treffen?

Für Rocco Geißdorf steht fest: "Pirna braucht ganz eindeutig ein Jugendhaus". Das würden auch einmal mehr die aktuellen Reaktionen auf den geplanten Verkauf des ehemaligen Jugendhauses in der Hohen Straße untermauern. Und er hat noch ein weiteres Argument für seine Forderung. "Die Stadt macht derzeit viel für die Kinder, zahlreiche Kitas werden neu gebaut, weil der Bedarf nach Plätzen entsprechend hoch ist. Aber diese Kinder werden Jugendliche. Wo sollen sie dann hin?", fragt der Geschäftsführer, der auch in die Zukunft schaut.

Heidenau hat zwei Jugendhäuser, Pirna keins

Zwar gebe es drei offene Stadtteiltreffs für Jugendliche in Pirna, nämlich in der Altstadt, in Copitz und auf dem Sonnenstein. Aus Sicht von Geißdorf reiche das aber nicht aus. "Die Jugendlichen benötigen ein Haus mit einem Außengelände, wo auch mal Konzerte oder andere größere Veranstaltungen stattfinden können."

Geplant sei aktuell, dass der Altstadttreff von der Dohnaischen Straße in die Kellerräume der Grundschule am Friedenspark umzieht. Das sei aber nicht die Kardinallösung, meint der Hanno-Chef. "Wir brauchen ein festes Domizil für die Jugendlichen, wo sie sich ungestört treffen können, um sich zu entfalten und zu entwickeln. Ich schaue auf Heidenau. Dort gibt es zwei Jugendhäuser, in Pirna jedoch keins." In diesem Zusammenhang wünscht er sich zeitnah eine mutige Entscheidung der Stadtverwaltung und des Stadtrates für ein solches Projekt.

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