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Pirna: Gibt es noch Hoffnung fürs "Hanno"?

Laut der Freien Wähler lässt sich das Jugendhaus nicht mehr wie bisher weiterführen. Gleichwohl brauche das Hanno eine Perspektive.

Jugend- und Vereinshaus "Hanno": Die Immobilie belastet den Pirnaer Haushalt stark.
Jugend- und Vereinshaus "Hanno": Die Immobilie belastet den Pirnaer Haushalt stark. © Archiv: Kristin Richter

In die seit Tagen wogende Debatte um den geplanten Verkauf des früheren Jugend- und Vereinshauses "Hanno" an der Hohen Straße in Pirna haben sich jetzt auch die Freien Wähler eingeschaltet. Die Stadtratsfraktion hatte im Februar für den beabsichtigten Verkauf des Hauses votiert.

Laut Fraktionschef Ralf Böhmer habe die Beschlussvorlage erst einmal darauf gezielt, wirtschaftlich zu reagieren. Wirtschaftlich in dem Sinne, dass eine Weiterführung des Hanno in bisheriger Form nicht mehr vertretbar sei. Die städtische Finanzsituation sei derzeit nicht nur aufgrund der Corona-Pandemie angespannt wie noch nie.

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Um das Hanno generell neu aufzustellen, musste zunächst die auf dem Haus liegende Zweckbindung aufgehoben werden. Wegen ausgezahlter, zweckgebundener Fördermittel sollte das Objekt ursprünglich noch bis 2026 als Jugend- und Vereinshaus dienen.

Nun müssten zunächst im Raum stehende Fördermittel auf Rückzahlung geprüft und die in diesem Zusammenhang stehenden eingetragenen Grundschulden bereinigt werden. Nicht mehr und nicht weniger sei beschlossen worden, so Böhmer.

Allerdings gibt der Beschluss des Stadtrates dem Rathaus auch freie Hand, das Hanno sobald als möglich zum Verkauf freizugeben.

Fakten sprechen nicht für das Hanno

Laut Böhmer sei es eine heuchlerische Herangehensweise einiger, jetzt so zu tun, als wäre das Hanno eine über Jahre gut laufende Jugendeinrichtung. "Sicherlich gab es dort gute Zeiten, und die Erinnerungen vieler Pirnaer sind mit einzubeziehen in eine noch zu treffende Entscheidung, die die Zukunft des Hauses betrifft", sagt der Fraktionschef. So weit sei man aber noch lange nicht.

Gleichwohl sprächen die Fakten der letzten zehn Jahre für sich. Vereine seien ausgezogen, weil die Bedingungen nicht mehr den Ansprüchen genügten, andere hätten sich neue Wirkungsstätten gesucht, weil sie laut Böhmer nicht bereit oder in der Lage waren sich selbst, auch finanziell, in die Entwicklung des Hanno mit einzubringen.

Nun müsse grundsätzlich die Frage gestellt werden, was aus dem Haus perspektivisch überhaupt werden soll. Möglicherweise bleibe es ja städtisch, vielleicht kaufe es auch die Stadtentwicklungsgesellschaft Pirna.

Chance vertan, das Haus zu entwickeln

Eines sollte aber allen Beteiligten klar sein, so Böhmer: "In Erinnerungen zu schwelgen, wie schön es dort einmal war, bringt niemanden weiter." Die Möglichkeit, das Haus zu retten, die Vereine zu bündeln, aufzubauen und zu halten mit einem wirtschaftlich tragfähigen Konzept, sei in der jüngsten Zeit vertan worden. Selbst der Kinder- und Jugendverein "Hanno" habe dem Haus lagebedingt und aus finanziellen Gründen den Rücken gekehrt.

"Uns ist bewusst, dass ein solch großes Gebäude in Trägerschaft von Vereinen und den sich daraus ergebenden finanziellen Gegebenheiten schwierig oder fast unmöglich ist", sagt Böhmer. Fakt sei aber auch, dass die Stadt mit dem Hanno eine den Haushalt stark belastende Immobilie habe, für die es kein tragfähiges Konzept gebe.

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Kreativ, aber auch mit Blick auf die notwendige kaufmännische Verantwortung müsse die Stadt nun mit den Stadträten diskutieren, um eine optimale Lösung für das Hanno zu finden. Die Freien Wähler, sagt Böhmer, wollen sich gemeinsam mit Vereinen, Verwaltung und der Stadtentwicklungsgesellschaft an dieser Debatte beteiligen.

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