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Das doppelte Bornaer Gold

Seit zehn Jahren gibt es eine Gruppe, die den Reichtum der Region ehrt und sogar noch mehrt. Jetzt öffnet ihr zweites Museum.

Von den Schürfern des Bornaer Goldes für die Feuerwehr: ein Museum. Die, denen es gewidmet ist, durften es als Erste besuchen.
Von den Schürfern des Bornaer Goldes für die Feuerwehr: ein Museum. Die, denen es gewidmet ist, durften es als Erste besuchen. © privat

Es ist nicht alles Gold, was reich macht. Meißen hat sein weißes Gold und auch in Borna ist es weiß. Es ist kein Porzellan und kein Metall, es ist "nur" Kalk. Der Region ums osterzgebirgische Borna hat es viele Jahre das Leben gesichert. 

1388 ist erstmals aktenkundig, dass Kalkstein aus dem Gebiet Borna an einen Brückenbaumeister nach Dresden geliefert wurde. Seit 632 Jahren gehört der Kalk zum Dorf, auch wenn er heute nicht mehr aktiv abgebaut wird. Über Jahre hinweg wurde Kalk über verschiedene Schritte zu hochwertigen Materialien veredelt, zum Beispiel für die Landwirtschaft als Düngemittel und für Zusatzstoffe in der Industrie. All das wüsste heute kaum noch jemand, wenn sich nicht vor zehn Jahren eine Gruppe von Leuten der Geschichte angenommen hätte. 

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So begann es: Vor sechs Jahren füllte sich der Lokschuppen der Bornaer Kalkwerk-Bewahrer.
So begann es: Vor sechs Jahren füllte sich der Lokschuppen der Bornaer Kalkwerk-Bewahrer. © Archiv: Katja Frohberg

Sie wollten zunächst den einzig gut erhaltenen Trichterofen sanieren und als kleines Museum der Öffentlichkeit zugängig machen. "Das war vor zehn Jahren der Plan", sagt Thomas Fischer, der Vorsitzende des Vereins Sächsische Industrie und Heimatgeschichte Osterzgebirge. Doch bei dem Ofen blieb es nicht. "Immer wieder gefordert von neuen Ideen entstand eine Museumsanlage, die ihresgleichen sucht", sagt Fischer. Eine Feldbahn, die früher auf dem Kalkwerk-Gelände im Einsatz war, wurde angeschafft, restauriert und lädt heute zu kleinen Rundfahrten ein.

2017 eröffnete ein weiterer Museumsbereich, in dem die Geschichte des Kalkwerkes von 1965 -2000 zu sehen ist und auch die Bedeutung des Werkes als Arbeitgeber für die Region darstellt. Doch auch das sollte noch nicht das Ende gewesen sein. Die nächste Herausforderung spukte schon in den Köpfern der Vereinsmitglieder und Freunde.

Statt Eröffnung noch zweite Halle

Diesmal war es ein anderes Stück Geschichte, das bewahrt werden sollte: Die der Feuerwehr Borna-Gersdorf. "Damit wollen wir auf die Bedeutung so einer Institution hinweisen, die wie anderswo auch den ländlichen Raum begleitet und schützt." So entstand auf rund 100 Quadratmetern ein Feuerwehrmuseum mit vielen Exemplaren der Bornaer und Gersdorfer Feuerwehr. Exemplare anderer Feuerwehren ergänzen die Ausstellung und zeigen gleichzeitig die Verbundenheit.

Die Broschüre zum neuen Museum: Die Feuerwehr Borna-Gersdorf in Exponaten und Wort und Bild.
Die Broschüre zum neuen Museum: Die Feuerwehr Borna-Gersdorf in Exponaten und Wort und Bild. © Norbert Millauer

Eigentlich schon seit dem Frühjahr fertig, fiel die Eröffnung damals wegen Corona aus. Nun wurde die Zeit genutzt. Es kam noch eine Zelthalle dazu. In ihr stehen die Ausstellung zur Grubenwehr  und Fahrzeuge der DDR-Feuerwehrtechnik. Nun öffnen endlich die Türen. Am 12. September für eine kleine interne Feierstunde, am 13. September zum Tag des offenen Denkmals zwischen 10 und 17 Uhr für alle - mit Abstand und den üblichen Hygieneregeln. Die Bornaer machen damit der Region und sich selbst ein Geschenk zum zehnjährigen Bestehen.

Zum nächsten Termin in Paradeuniform

Wenn die inzwischen 24 Vereinsmitglieder künftig bei Bergparaden dabei sind oder zu eigenen Veranstaltungen einladen, tragen sie ihre erneuerten Paradeuniformen. Dafür hat der Verein Geld vom Freistaat erhalten. "Wir wollen das Leben im ländlichen Raum lebenswert erhalten und gestalten", sagt Fischer. Neue Mitglieder, die sich den  Traditionen verpflichtet fühlen und sich mit ihrem Wissen und ihrer Arbeitskraft einbringen wollen, sind gern gesehen. "Damit unser Gold, der Kalk, weiter geschürft werden kann."

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Geöffnet: 13. September, 10 bis 17 Uhr, Kontakt: Telefon 035025 544514, Adresse: Museum "Historisches Kalkwerk", Gemeinde Bahretal, Ortsteil Borna, Nr. 10e

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