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Gottleuba hat jetzt eine Amtsverweserin

Nach Monaten als ehrenamtliche Stellvertreterin führt Madlen Rätze nun die Geschäfte hauptamtlich. Ist das eine Vorentscheidung für die Wahl im April?

Selbstbewusst führt Madlen Rätze (CDU) die Gottleubaer Geschäfte - nun auch hauptamtlich.
Selbstbewusst führt Madlen Rätze (CDU) die Gottleubaer Geschäfte - nun auch hauptamtlich. © Marko Förster

Im Sommer war sie noch dagegen, jetzt schlug sie sich selbst als Amtsverweserin vor: Madlen Rätze (CDU) - und wurde gewählt. Im August war Bürgermeister Christian Walter (parteilos) lange krank gewesen. Damals brachte Andre Webersen (erst AfD, inzwischen Bürger-Vereinigung) als zweiter Stellvertreter die Amtsverweser-Variante und sich dafür ins Gespräch. Weder Madlen Rätze als Erste Vize noch die Mehrheit im Stadtrat sahen dafür die Notwendigkeit. Noch war ja auch nicht davon auszugehen, dass Walter nicht wiederkommt.

Whatsapp-Nachrichten zu später Stunde

Das änderte sich im September, als Walter seinen Rücktritt erklärte. Doch auch danach war der Amtsverweser keine Option. Dabei hat der mehr Rechte und ist im Gegensatz zu den Stellvertretern hauptamtlich. Das Geld dafür war bis Ende November gebunden, so lange war Walter offiziell Angestellter der Stadt Bad Gottleuba-Berggießhübel. Seit 1. Dezember ist er im Landratsamt - und seit 18. Dezember Madlen Rätze Amtsverweserin.

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Gewählt wurde sie am Vortag im Stadtrat - mit den zwei Gegenstimmen der beiden Bürger-Vereinigten. Die Abstimmung war offen, also nicht geheim erfolgt. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. Thomas Peters (CDU-Fraktion) hatte zuvor noch ein Plädoyer für Rätze gehalten. Sie habe sich nach dem Ausscheiden von Walter tapfer der Situation gestellt und eine hohe Einsatzbereitschaft gezeigt. Whatsapp-Nachrichten zu später Stunde zeigten, dass sie gefühlte 24 Stunden im Einsatz sei. "Ich begrüße absolut, dass sie sich zur Verfügung stellt." Die Blumen zur Wahl hatte Robert Kühn (CDU) schon im Auto.

Stadtratsmandat ist verloren

Ausgerechnet Webersen als Zweiter Stellvertreter leitete die Wahl, da Rätze ja befangen war. Ihr Erster-Stellvertreter-Posten muss nun auch noch neu besetzt werden. Das wird auch nicht ganz uninteressant. Viel spannender aber könnte die Bürgermeisterwahl am 18. April werden. Bisher hat Madlen Rätze zwar auf Fragen von sächsische.de zu ihrer möglichen Kandidatur nicht geantwortet, doch der Amtsverweser kann durchaus als ein Schritt auf dem Weg gewertet werden. Denn wenn sie nicht als Bürgermeister kandidiert bzw. nicht gewählt wird, ist sie raus aus dem Stadtrat. Das würde ihrem Engagement und Ehrgeiz widersprechen. Ihr Stadtratsmandat hat sie mit dem Wechsel zum Amtsverweser verloren und kann auch nicht dahin zurückkehren. Ihr Platz im Stadtrat muss nun auch neu besetzt werden.

Amtsantritt von heute auf morgen

Bisher hat sich für die Bürgermeisterwahl noch kein Gegenkandidat zu erkennen gegeben. Bei der letzten Bürgermeisterwahl vor knapp zwei Jahren gab es in der ersten Runde drei Kandidaten. In der zweiten Runde standen sich dann Rätze und Walter gegenüber. Walter gewann mit 1.558 Stimmen, Rätze erhielt damals 749.

Der Amtsantritt von heute auf morgen ist rechtlich in Ordnung, sagt das Landratsamt. Die Ernennungsurkunde sei am 18. Dezember ausgehändigt worden. Die Vereidigung und Verpflichtung von Madlen Rätze als Amtsverweserin erfolgt dann in der nächsten Sitzung des Stadtrates, ähnlich wie bei Bürgermeisterwahlen, wobei bei denen noch die Wahlprüfung abzuwarten ist.

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