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Schöner Wohnen in Cotta

Die früheren Schulen werden zu Wohnungen saniert. Trotz Corona liegen die Bauarbeiten im Zeitplan. Nur ein Haus auf dem Areal macht noch etwas Sorgen.

Heiko Hiemann von der Firma MSH aus Dresden vermarktet die künftigen Wohnungen, die in den zwei ehemaligen Schulgebäuden in Cotta entstehen.
Heiko Hiemann von der Firma MSH aus Dresden vermarktet die künftigen Wohnungen, die in den zwei ehemaligen Schulgebäuden in Cotta entstehen. © Norbert Millauer

Schule, Kirche, Schloss. In Cotta liegt dieser Dreiklang nahe beieinander. Schloss und Kirche wurden bereits in den vergangenen Jahren saniert. Die zwei ehemaligen Schulen, gleich gegenüber, sind seit einigen Monaten dran. Sie werden zu modernen Wohnungen ausgebaut. Bauträger ist ein Unternehmer aus der Region; die Investoren kommen aus ganz Deutschland, unter anderem aus Berlin, Chemnitz und Dresden.

"Die Arbeiten liegen trotz Corona und schwierigen Baubedingungen im Zeitplan", sagt Heiko Hiemann von der Dresdner Firma MSH, die die Vermarktung übernommen hat.

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Sehr liebevoll wurde der Treppenaufgang in der Alten Schule saniert.
Sehr liebevoll wurde der Treppenaufgang in der Alten Schule saniert. © Norbert Millauer

Übergabe Ende Dezember

Auf dem Areal an der Hauptstraße befinden sich insgesamt drei Objekte, die derzeit erneuert werden. In der unteren, der sogenannten Alten Schule, direkt an der Hauptstraße, entstehen fünf Mietwohnungen in einer Größe von 65 bis 155 Quadratmeter. Die Neue Schule etwas weiter oberhalb wurde 1899 errichtet, hier sollen sieben Quartiere mit einer Größe von 82 bis 174 Quadratmeter eingebaut werden. "Die Übergab der jetzt sanierten Wohnungen in der Alten Schule an die Eigentümer erfolgt Ende Dezember", so Hiemann. Anfang März sollen diese Einheiten an potenzielle Mieter weitergereicht werden. "Interessenten dafür sind schon vorhanden", informiert der Makler.

Statikprobleme in der Neuen Schule

Die Arbeiten an der Neuen Schule gestalten sich etwas komplizierter. Unter anderem musste die Statik angepasst werden. Die Wohnungen in diesem Gebäude sollen im Frühjahr an die künftigen Eigentümer übergeben werden. Die Vermietung erfolgt ab Frühsommer, so Hiemann.

Jede Wohnung erhält einen Balkon beziehungsweise eine Terrasse. Für die Pkws werden ausreichend Stellplätze gebaut. Die Zufahrt zu den Wohnungen erfolgt auch von der Straße, die zum Friedhof führt. In Zuge der Baumaßnahme wurde die Straße öffentlich gewidmet. Die voraussichtliche Kaltmiete beläuft sich auf knapp 6,50 Euro pro Quadratmeter.

Aber auf dem Areal befindet sich noch ein drittes Gebäude, der ehemalige Kindergarten. Hier liegt die Planung etwas zurück. Es wird jetzt entkernt. Interessenten für das Objekt gibt es bisher nicht. Dieses Haus soll zu einem großzügigen Einfamilienhaus umgebaut werden. Die Jungen und Mädchen des Naturkindergartens "Am Spitzberg" sind Mitte 2015 in ihr neues Domizil gezogen, das an das alte Grundstück grenzt.

Eintopf aus dem Schulgarten

Der Verkauf und der Plan, die markanten Gebäude für Wohnzwecke zu sanieren, ist ein Glücksfall für das Dorf Cotta. Dem stimmt Helfried Scholz aus Cotta zu. "Es ist ein großer Schritt nach vorne, dass die Gebäude nicht weiter verfallen", sagt der 60-Jährige, der hier von der 1. bis zur 6. Klasse die Schulbank gedrückt hat. Er erinnert sich gerne an die Zeit. "Wir hatten Unterricht im oberen Gebäude. Es gab vier Klassenzimmer, und darüber war der Hort", blickt der Cottaer zurück. Besonders die damals herrschende familiäre Atmosphäre schätzte er. "Wir waren eine kleine Schule, unsere Klasse hatte nur 17 Schüler", weiß er noch genau.

Unvergessen ist für ihn der Lehrer Herr Eichenberg, ein offenbar gutmütiger Pädagoge. "Wenn wir ihn lange genug genervt hatten, dann erzählte er uns Geschichten und Legenden über den Spitzberg und von den Cottaer Zwergen", berichtet Helfried Scholz. Liebloses Essen in Assietten von einem Caterer, das habe es zu seiner Zeit nicht gegeben. "In der Schulküche, die sich in dem unteren Gebäude befand, wurde alles frisch gekocht". Auch habe man viel auf Disziplin gehalten. Scholz erinnert sich, dass die Schüler immer den Teller leer essen mussten, es kam nichts weg. "Das fiel mir bei Eintopf und Suppe immer etwas schwer", sagt er und muss schmunzeln. Möhren, Bohnen und Kartoffeln für die Zubereitung des Schulessens kamen übrigens aus dem eigenen Schulgarten.

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