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Stadtwerke Pirna warnen vor Telefon-Betrügern

Angebliche Mitarbeiter versuchen, Kunden zum Versorgerwechsel zu überreden und Daten auszuspähen. Das Unternehmen rät zur Vorsicht.

Von Thomas Möckel
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Betrug per Telefon: Unseriöse Anrufer versuchen, als vermeintliche Stadtwerke-Mitarbeiter an sensible Kundendaten zu kommen.
Betrug per Telefon: Unseriöse Anrufer versuchen, als vermeintliche Stadtwerke-Mitarbeiter an sensible Kundendaten zu kommen. © dpa/Karolin Krämer (Symbolbild)

Die Stadtwerke Pirna haben jetzt abermals vor mutmaßlichen Betrügern gewarnt. Laut des Versorgers hätten Kunden in den vergangenen Tagen erneut von unseriösen Anrufern berichtet.

Betroffene schilderten, dass sich die Anrufer als Mitarbeiter der Stadtwerke ausgegeben hätten. Im Rahmen einer „Preisanpassungsmaßnahme“ seien ihnen dabei Tarife angeboten worden. Ziel dessen sei es, missbräuchlich an sensible Kundendaten zu gelangen und Kunden zu einem Versorgerwechsel zu überreden.

Allerdings handle es sich laut der Stadtwerke bei diesen Anrufern weder um Mitarbeiter der Stadtwerke noch um von den Stadtwerken beauftragte Personen. Der Versorger weist ausdrücklich darauf hin, dass Kundendaten – insbesondere Zählernummern – nicht telefonisch abgefragt werden. Aufgrund der besonderen Marktsituation böten die Stadtwerke derzeit keine Angebote zur Tarifoptimierung an.

Alte Konditionen gehen flöten

Aufgrund der neuerlichen Vorfälle raten die Stadtwerke erneut zu erhöhter Vorsicht. Nach Aussage des Unternehmens sollten sich Kunden keinesfalls zum Vertragsschluss drängen lassen. Sollte es doch einmal passieren, hätten Verbraucher bei diesen sogenannten Haustürgeschäften das Recht, das Geschäft binnen 14 Tagen nach Vertragsabschluss zu widerrufen.

Hinzu kommt: Im Falle eines solchen Vertragsabschlusses verlieren die Kunden ihre bisherigen Konditionen. Eine Belieferung mit Gas oder Strom zu den alten Konditionen könne im Anschluss nicht wiederaufgenommen werden.

Nach Aussage der Stadtwerke sollten Kunden insbesondere bei unbekannten Telefonnummern und solchen ohne Pirnaer Vorwahl (03501) skeptisch sein. Im Zweifelsfall können sich Verbraucher jederzeit unter der kostenlosen Servicenummer 0800 5891403 rückversichern, bevor sie Daten an Dritte herausgeben.

Ein Guthaben als Vorwand

Die nun zum wiederholten Mal aktiven unseriösen Anrufer sind nicht der erste derartige Fall. In der vergangenen Zeit hatten sich wiederholt Unbefugte als Stadtwerke-Mitarbeiter ausgegeben, um beispielsweise an sensible Kundendaten zu gelangen oder Ahnungslosen Verträge aufzuschwatzen. So klingelten im Oktober vergangenen Jahres Unbekannte in der Pirnaer Innenstadt, vor allem auf der Oberen Burgstraße, an Wohnungstüren, um den Bewohnern Strom- und Gaslieferverträge anzudrehen.

Im Juni 2021 waren unseriöse Vertreter beispielsweise auf dem Sonnenstein und im Ortsteil Jessen unterwegs, um im Namen der Stadtwerke Verträge abzuschließen. Im März 2021 gaben sich Anrufer als Stadtwerke-Mitarbeiter aus. In den Telefonaten versuchten sie, Kunden- und Kontodaten abzufragen. Als Vorwand gaben sie ein vermeintliches Guthaben auf der Jahresrechnung an, das ausgezahlt werden sollte.

Die Stadtwerke fragen aber Kontoverbindungen niemals telefonisch ab. Aus Sicherheitsgründen nimmt der Versorger Informationen zu Bankverbindungen ausschließlich schriftlich entgegen.

Diese Masche der mutmaßlichen Betrüger ist nicht neu, geht aber nicht immer mit Anrufen einher. 2019 beispielsweise hatten vermeintliche Vertreter im Wohngebiet auf dem Pirnaer Sonnenstein an mehreren Wohnungstüren geklingelt, um Verträge abzuschließen. Dabei erweckten sie den Anschein, es handle sich um Mitarbeiter der Energieversorgung Pirna (EVP), sie trugen sogar T-Shirts mit dem EVP-Logo.

In keinem dieser Fälle handelte sich um Mitarbeiter der Stadtwerke oder um Personen, die vom Unternehmen beauftragt waren.