merken
PLUS Pirna

Druckguss entlastet die Mitarbeiter

Die zweite Insolvenz von Druckguss Dohna erfolgte im Frühjahr. Jetzt erschwert die Herbstkrise die Rettung. Der Manager im Gespräch.

Franz-Ludwig Danko versucht zum zweiten Mal, den Druck von Dohna zu retten.
Franz-Ludwig Danko versucht zum zweiten Mal, den Druck von Dohna zu retten. © Annika List

Die Automobilzulieferer befanden sich bereits vor Corona in der Krise. Das Virus hat die Probleme im Frühjahr verschärft. Eine Folge war die zweite Insolvenz von Druckguss in Dohna mit einem anderen Hof in Hof. Seitdem kämpft der Insolvenzverwalter Franz-Ludwig Danko für das Unternehmen, das nächstes Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiern will. Die erneute Rettung ist schwieriger als gedacht und geht nicht ohne Entlassungen.

Können Sie angesichts der erneuten Sperren und der Tatsache, dass Sie den Druck von Dohna zum zweiten Mal sparen müssen, noch ruhig schlafen, Herr Danko?

Anzeige
Praxis für Physiotherapie
Praxis für Physiotherapie

Krankengymnastik, Bewegungsbad, physikalische Therapie, Lymphdrainage, Massagen, Outdoor-Training - PPS Medical Fitness ist rundum aufgestellt.

Tatsache ist, dass die Situation für die DGH-Gruppe und für die Automobilindustrie im Allgemeinen nicht einfacher wird. Dies ist bei der Sperrung weniger unmittelbar als bei der globalen Pandemie und der damit verbundenen Unsicherheit. Niemand kann sagen, wie lange es bei uns ist und mit welchen Konsequenzen.

Das heißt, die erneute Koronakrise erschwert Dohnas Rettung?

Ich würde nicht von einer erneuten Krise sprechen. Wir haben seit März eine ewige Krise und können im Grunde nur sehen, weil wir nicht wissen, was die Zukunft bringt. Dies gilt insbesondere für diejenigen, von denen eine Rettung abhängt: die Kunden und die potenziellen Investoren, mit denen wir verhandeln. Auch sie sind stark von Corona und der damit verbundenen Unsicherheit betroffen. Die Tatsache, dass die Infektionsraten seit dem Herbst weltweit stark gestiegen sind, macht die Situation natürlich noch schwieriger.

Corona ist in einer schwierigen Situation für Autozulieferer

Wie sieht Druckguss derzeit aus?

Bisher konnten wir das Geschäft stabil halten. Vor allem die Mitarbeiter haben einen entscheidenden Anteil, die in dieser angespannten Situation wirklich mit großem Aufwand und Disziplin in der Sache sind. Die Kunden stehen für das Unternehmen, wir konnten bisher alle Kundenaufträge behalten. Es gibt nur eine Bestellung, die Ende Februar abläuft. Parallel dazu haben wir eine Reihe von Maßnahmen zur operativen Verbesserung umgesetzt und mit dem Betriebsrat einen moderaten Stellenabbau vereinbart: Insgesamt werden 27 Stellen abgebaut, davon 16 in Hof und elf in Dohna. Dies ermöglichte es uns, die ersten notwendigen Kostensenkungen zu erzielen, ohne unsere Lieferfähigkeit zu beeinträchtigen.

Wie werden die Mitarbeiter entlassen?

Wir haben einen Teil des notwendigen Personalabbaus in drei Kündigungsverträgen und acht Änderungsmitteilungen umgesetzt. Letzteren wurde eine andere Stelle bei der DGH-Gruppe angeboten. Für die entlassenen Mitarbeiter haben wir mit dem Betriebsrat einen Sozialplan mit einem Siedlungsschema vereinbart.

Druckguss Dohna: Harter Wettbewerb im 99. Jahr des Standortes.
Druckguss Dohna: Harter Wettbewerb im 99. Jahr des Standortes. © Marko Förster

Welche Möglichkeiten geben Sie Druckguss?

Dies wird in den kommenden Monaten gezeigt. Unser Ziel ist der Abschluss einer Fortführungsvereinbarung mit den Kunden bis Ende Februar 2021. Gleichzeitig treiben wir die Investorensuche mit hohem Druck voran. Aber wie gesagt: Die Unsicherheit auf dem Markt ist groß. Um es ganz klar auszudrücken: Auf dem Zulieferermarkt findet derzeit ein heftiger Verdrängungswettbewerb statt. Corona hat sich massiv auf die laufende Konsolidierung konzentriert. Wer überlebt, bleibt. Wir tun derzeit alles, um sicherzustellen, dass die DGH-Gruppe einer von ihnen ist.

Keine Rettung des Druckgusses Dohna ist keine Option

Wann wird klar sein, ob Dohna zum zweiten Mal über den Berg kommt oder ob es diesmal nicht gelingt?

Dafür gibt es keinen Ruhetag. Meister des Verfahrens sind die Gläubigen. Sie entscheiden, ob wir weitermachen sollen oder nicht. Bisher sind sie voll in unseren Sanierungskurs eingebunden.

Weiterführende Artikel

Der Kampf um die Druckguss-Zukunft

Der Kampf um die Druckguss-Zukunft

Für das Unternehmen läuft jetzt das Insolvenzverfahren. Von dieser Etappe hängt ab, was mit den Leuten und dem Standort wird.

Druckguss will weiterleben

Druckguss will weiterleben

Der Insolvenzverwalter des Autozulieferers ist derselbe wie 2012. Doch seither hat sich viel geändert. Die Dohnaer wollen es auch diesmal schaffen.

Was passiert, wenn Ihr Rettungsversuch fehlschlägt?

Damit haben wir es im Moment nicht zu tun. Wir tun alles, um der DGH-Gruppe eine Perspektive zu bieten.

Lesen Sie hier weitere Neuigkeiten von Pirna und Dohna.

Bestellen Sie täglich einen kostenlosen Newsletter.

Mehr zum Thema Pirna