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Wenn die Mülltonne teuer wird

Eigentlich sind die Behälter nicht extra zu bezahlen. 187-mal mussten das Bürger dieses Jahr trotzdem. Viel häufiger als sonst. Daran sind sie selbst schuld.

Von dieser Mülltonne auf der Heidenauer Karl-Marx-Straße blieb nach einem Brand im November nicht viel übrig, auch der blaue Behälter wurde beschädigt.
Von dieser Mülltonne auf der Heidenauer Karl-Marx-Straße blieb nach einem Brand im November nicht viel übrig, auch der blaue Behälter wurde beschädigt. © Marko Förster

Mülltonnen werden im Normalfall wenig beachtet. Das ist schlagartig anders, wenn sie brennen. In diesem Jahr wurden viel mehr Behälter als sonst angezündet. Zwölfmal wurden 2020 bisher im Landkreis derartige Brände gemeldet, heißt es aus dem Abfallzweckverband Oberes Elbtal. Voriges Jahr waren es lediglich drei solche Straftaten. Das sind Zahlen, die auf Meldungen der Polizei und von Bürgern basieren, so der Verband.

Solche Brände sorgen immer für Aufsehen. Vor allem in Heidenau häuften sie sich in den vergangenen Monaten.

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Doch zu diesen Bränden kommen noch viel mehr, die nämlich, die Bürger selbst zu verantworten haben. Eine der Hauptursachen für brennende Restmülltonnen ist das Einfüllen heißer Asche. In solchen Fällen bekommt der Verursacher - es wird davon ausgegangen, dass das derjenige ist, auf dessen Grundstück die Tonne steht - eine Rechnung vom Abfallzweckverband. Dem gehören die Behälter. Und auch das war dieses Jahr schon viel häufiger notwendig als im vergangenen. 128 Fällen im gesamten Jahr 2019 stehen bisher 2020 schon 187 Rechnungen gegenüber.

Eine 60-Liter-Tonne zum Beispiel kostet netto 16 Euro. Der Preis variiert bis zu 154,25 Euro für einen 1.100-Liter-Behälter. Dazu kommen dann noch die Gebühr für das Wechseln des Behälters sowie die Bearbeitungsgebühren. Am Ende ist man auch bei einer kleinen Tonne schnell bei bis zu 100 Euro.

Kosten bezahlt am Ende jeder mit

Das mutwillige Anzünden der Behälter, zum Beispiel auch durch Feuerwerkskörper, ist eine vorsätzliche Zerstörung, die eine strafbare Sachbeschädigung darstellt. Der Zweckverband kann in solchen Fällen zwar einen Strafantrag stellen, doch Täter werden nur äußerst selten gefasst. Auch für die Heidenauer Brände gibt es bisher keine Spur zu den Tätern. Wenn sie ermittelt und verurteilt werden, fordert der Verband von ihnen Schadenersatz.

Da das kaum der Fall ist, sind die Kosten als Verlust zu verbuchen. Ein Verlust, den über kurz oder lang über die Gebühren jeder mit bezahlt.

Übrigens: Die gelben Tonnen gehören, im Gegensatz zu den schwarzen, braunen und blauen, nicht dem Abfallzweckverband, sondern dem beauftragten Entsorger Kühl, der letztlich aber genau wie der Zweckverband verfährt.

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