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Neue Hauptstadt für die Welt der Uhren

In Hartmannsbach bei Bad Gottleuba steht die erste private Akademie ihrer Art in der Welt. Eine ehemalige Bergbaude vereint Wissen, Handwerk und Kunst.

Immer mit roter Fliege und am Sonnabend besonders glücklich: Rolf Lang.
Immer mit roter Fliege und am Sonnabend besonders glücklich: Rolf Lang. © Marko Förster

Was dem Einen einfach ein Zeitanzeiger ist, ist dem anderen Kunst und Lebenswerk. Rolf Lang gehört zeit seines Lebens zu den anderen. Jetzt hat er sich in Hartmannsbach noch einen Traum erfüllt und den kleinen Ortsteil von Bad Gottleuba-Berggießhübel zum Top- Uhrenstandort gemacht. Zur Eröffnung der Langschen Uhrenwelt sind am Sonnabend die großen Namen der deutschen Uhrenwelt sowie Gäste aus der Region nach Hartmannsbach gekommen.

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Die Uhrenwelt in der ehemaligen Bergbaude vereint Museum, Werkstatt, Akademie und Verkauf - und das auf kleinstem Raum. Lang spricht von der 1. privatgeführten Uhrenakademie der Welt. "Jedenfalls ist mir keine andere bekannt." In Hartmannsbach entstehen unvergängliche Zeit-Kunstwerke, sollen sich Fachleute weiterbilden und Hobby-Uhrmacher erproben sowie jeder seine Uhr zur Reparatur bringen, vorausgesetzt, es ist eine mechanische. Alle anderen wandern bei Lang in die symbolische Tonne. Umso älter die Uhr, umso kniffliger, umso lieber ist sie Lang.

Die Unruhe in Person

Lang genießt die Anwesenheit von Gästen aus ganz Deutschland, von Dippoldiswalde bis Würzburg, sowie aus Zürich und deren Worte, um die er auch selbst nicht verlegen ist. Rolf Lang weiß , was er kann und wer er ist und sagt das auch. "Meine Stärke ist, dass ich alles kann", zum Beispiel. Oder "Ich mache nie etwas, was es schon gibt." Aber auch: "Ich lerne jeden Tag dazu." Und von seinem Wissen will er etwas abgeben. Das ist die zentrale Idee der Uhrenwelt für die nächsten zehn Jahre und der Grund, warum der "alte Mann", wie Lang sich selbst nennt - er ist Jahrgang 1948 - das macht.

Wer ist Rolf Lang?

  • Geboren 1948 im thüringischen Gera. Trotzdem bezeichnet er sich im Herzen als absoluter Sachse.
  • Er war Chefrestaurator des Mathematisch-Physikalischen Salons in Dresden und Chefkonstrukteur der Uhrenmarke Tutima in Glashütte.
  • Seit 1988 ist er Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Chronometrie.
  • 1994 gehörte er zu den Mitbegründern der neuen Firma A. Lange & Söhne Glashütte. Dort war er auch in der Lehrausbildung und 2001/02 in einem Sonderprojekt als Chefentwickler tätig.
  • 2014 zeigte er seine erste eigene Kollektion auf der Baselworld, einer großen Messe der Uhren- und Schmuckindustrie.
  • Sohn Marco Lang führt die Familientradition der Uhrmachermeister in fünfter Generation weiter.
Von der Disko und Bergbaude zur Uhrenwelt und auch dank der großen Uhr nicht zu übersehen: Langs Akademie in Hartmannsbach.
Von der Disko und Bergbaude zur Uhrenwelt und auch dank der großen Uhr nicht zu übersehen: Langs Akademie in Hartmannsbach. © Marko Förster

Zu den Gästen gehörten unter anderem Reinhard Reichel, der ehemalige Leiter des Glashütter Uhrenmuseums, Langs einstiger Prüfungsmeister Gerd Prüßner aus Gera und sein Uhrmachermeister-Kollege und Kompagnon in Hartmannsbach, Jens Kathke aus Leipzig. Auch der Chefredakteur der Zeitschrift "Armbanduhren", Peter Braun, war nach Hartmannsbach gekommen. Er stellte den kleinen Ort sogar über Glashütte. "Glashütte ist top, hier ist obere Top", sagte er. Reichel bezeichnete Lang in Anlehnung an die Uhr als die Unruhe in Person.

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Für Bad Gottleuba-Berggießhübel ist Langs Akademie eine Chance und Bereicherung, so Bürgermeister Thomas Peters (CDU). "Hier ist was los, unglaublich", sagt er und plädiert für Engagement in jeder Form. Auch Peters hat nach zwölf Offiziers-Jahren eine besondere Beziehung zu besonderen Uhren. Eine hat ihm und Kameraden im Schneesturm mal das Leben gerettet, weil sie eben nicht nur die Zeit, sondern auch die Höhen anzeigte. Seither schaut er den Leuten auf die Uhr.

Früher waren es Kleider, die Leute machten. Heute sind es Uhren. Jedenfalls für die, für die sie mehr als einfach Zeitanzeiger sind. In Hartmannsbach jedenfalls hat nun eine neue Zeitrechnung begonnen.

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