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Riesa

150 Helfer stehen bereit

Aus dem ganzen Freistaat melden sich Freiwillige für den Tag der Sachsen. Es könnten aber noch mehr sein.

Mit diesen T-Shirts, Basecaps und Mützen werden die Helfer zum Tag der Sachsen ausgestattet. Für ihre Organisation ist Hauptamtsleiter Marcus Gierth (M.) zuständig. Tobias Czäczine (l.) und Kai Eckert gehören zum Vorbereitungsteam.
Mit diesen T-Shirts, Basecaps und Mützen werden die Helfer zum Tag der Sachsen ausgestattet. Für ihre Organisation ist Hauptamtsleiter Marcus Gierth (M.) zuständig. Tobias Czäczine (l.) und Kai Eckert gehören zum Vorbereitungsteam. © Lutz Weidler

Riesa. Grün, ja grün sind alle meine Kleider: Zumindest T-Shirt, Basecap und Umhängetasche. Mit denen stattet Riesa die Helfer aus, die beim Tag der Sachsen in der ganzen Stadt benötigt werden. Zwei Wochen vor dem Volksfest ist Hauptamtsleiter Marcus Gierth dabei, Dutzende Namen auf verschiedene Aufgaben zu verteilen. 

„Aktuell haben sich 120 Helfer bei uns angemeldet, dazu kommen noch einmal 25 Personen, die rund um den Festumzug agieren.“ In Summe sind das knapp 150.

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Reichen die aus? „20 bis 30 könnten wir schon noch brauchen, um alle Eventualitäten abdecken zu können“, sagt Gierth. Idealerweise sollten die Leute auch nicht nur einen Tag, sondern das ganze Festwochenende vom 6. bis zum 8. September zur Verfügung stehen. Sie erwartet dann nicht nur die Helferausstattung in Grün-Weiß, zu der auch ein zur Kugel gepacktes und hoffentlich unnötiges Regenponcho gehört. 

Sie erhalten als Freiwillige zudem 50 Euro Aufwandsentschädigung pro Einsatztag und Getränkegutscheine. „Und für Helfer aus der Ferne halten wir eine Schlafgelegenheit bereit“, sagt der Hauptamtsleiter. Das werden allerdings keine Zimmer im Mercure sein – sondern ein Hallenfußboden in der Turnhalle der Oberschule am Sportzentrum. Isomatte und Schlafsack sind selbst mitzubringen.

Diese eher spartanischen Bedingungen sind allerdings für viele Leute kein Hindernis: Es kommen sogar Helfer aus Zittau, Dresden, Chemnitz nach Riesa. „Eigentlich ist ganz Sachsen vertreten, Brandenburger sind nur im Einzelfall dabei“, sagt Gierth. Offenbar gibt es Fans, die jedes Jahr beim Tag der Sachsen dabei sein wollen und für das Erlebnis auch Übernachtungen in Turnhallen in Kauf nehmen.

80 Prozent der Freiwilligen kommen allerdings aus dem regionalen Umfeld. Und das ist auch gut so. Denn erfahrungsgemäß dürfte Ortskenntnis eine gefragte Eigenschaft für die Männer und Frauen sein. „Das Gros der Helfer wird als Aufsicht an den Straßen oder an den Verkehrspunkten eingesetzt“, sagt Marcus Gierth. Dort dürften viele Fragen kommen – weshalb alle Mitstreiter mit Lageplänen ausgerüstet werden und mindestens ein Ortskundiger pro Einsatzpunkt dabei sein sollte.

Andere Helfer übernehmen die Einweisung und Beaufsichtigung in den Unterkünften, geben Programmhefe an den Infopunkten aus, sorgen an den Bühnen dafür, dass alle Mitwirkenden zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Fleck sind. Rund um den Festumzug reichen Helfer die Kostüme aus und sammeln sie anschließend wieder ein, nachdem sie die Mitwirkenden alle an die vorgesehene Stelle gewiesen haben. Tatsächlich gehört beim Festumzug aber auch noch die Aufgabe dazu, hinter Kutschen und Reitpferden die Pferdeäpfel aufzusammeln.

Auch für ernstere Probleme wird vorgesorgt: mit laminierten Handreichungen für das Vorgehen im Brandfall, bei Bombendrohungen, medizinischen Notfällen. Um die Kommunikation sicherzustellen, wird an jede Straßensperre ein Diensttelefon ausgegeben – und zur Sicherheit wird auch das Riesaer Handynetz für das Festwochenende mit Zusatztechnik aufgerüstet, um für Zehntausende zusätzliche Handys gewappnet zu sein.

Wie kommt es eigentlich, dass Riesa mit weniger als 200 Helfer zurechtkommen will, wenn in Großenhain beim Tag der Sachsen die dreifache Menge im Einsatz war? „Das hat beispielsweise etwas damit zu tun, wie man die Parkplätze organisiert“, sagt Riesas Hauptamtsleiter. Auf den provisorischen Parkflächen außerhalb der Stadt sind keine Ehrenamtlichen tätig, deren Betreuung übernimmt eine Firma. Außerdem sei es eine Frage der Geografie der Stadt, wie viele Sperrstellen nötig seien. 

In Riesa ist die Situation auf jeden Fall eine völlig andere als beim letzten Tag der Sachsen 1999: Damals gab es noch keine am Zentrum vorbeiführende B 169, sodass man seinerzeit einfach die Elbbrücke für den Verkehr sperrte. „Routine ist das also für niemanden von uns“, sagt Gierth, der vor 20 Jahren noch für das Thema Parkplätze und Beschilderung in der Stadt zuständig war. „Weil es keine Generalprobe gibt, ist das alles ein Stück Neuland für uns.“

www.tagdersachsen2019.de

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