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Ärger um Funkmast geht in nächste Runde

Ohne Handy geht heute nichts mehr. Rund um Hohnstein entbrennt derzeit aber ein Streit um Mobilfunkmasten. Stadt und Bürgerinitiative bieten eine Lösung an.

Bürgerinitiative von Zeschnig hat einen Gegenvorschlag für den Funkmast erarbeitet.
Bürgerinitiative von Zeschnig hat einen Gegenvorschlag für den Funkmast erarbeitet. © Daniel Schäfer

Notruf, Routenplaner, Spiele - wer heutzutage irgendwo ohne Handyempfang ist, kommt sich sicherlich vor wie in der Pampa. In einigen Teilen von Rathewalde ist das derzeit so. Das soll sich aber ändern. Die Telekom will neben dem Gerätehaus von Stürza einen Sendemasten errichten und Vodafone einen im Hohnsteiner Ortsteil Zeschnig. Ein Grundstück gibt es dort. Und die Diskussion darum brachte bereits böses Blut in dem kleinen Ort.

Eine Bürgerinitiative ist gegen den Mobilfunkmasten in Zeschnig, weil er aus ihrer Sicht zu nahe an der Wohnbebauung liegt. Außerdem kritisieren sie, dass dieser dann genau in der Sichtbeziehung des Hohburkersdorfer Rundblicks, eines beliebten Ausflugsziels, stehen und die Landschaft verschandeln würde. Hohnsteins Stadtrat hatte zu dem geplanten Sendemast in Stürza kein Einverständnis gegeben. Das allerdings dürfte wirkungslos sein. Die Bauaufsichtsbehörde im Landratsamt kann sich hier über die negative Stellungnahme der Stadt Hohnstein hinwegsetzen, da nach Sächsischer Bauordnung keine Versagensgründe vorliegen, so Hohnsteins Bürgermeister Daniel Brade (SPD). 

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Das will die Bürgerinitiative

Die Bürgerinitiative geht davon aus, dass trotz einiger Mobilfunkdefizite ein steigendes touristisches Interesse an der Region Hohnstein besteht. Sie beruft sich da unter anderem auf die Steigerungsrate im Jahr 2019 von mehr als 23 Prozent mehr Übernachtungen als noch 2018. Dennoch  wolle man die Mobilfunksituation gerade in Rathewalde verbessern. Und deshalb macht die Bürgerinitiative jetzt auch Druck und drängt auf eine schnelle Entscheidung.  "Wir wollen ja nichts verhindern, sondern eine Lösung erreichen, die alle Interessenten befriedet", sagt Axel Thomae von der Bürgerinitiative.

Man wolle vorankommen und auch die Mobilfunktsituation in Rathewalde verbessern.  Sie fordern nunmehr das Landratsamt auf, die Mobilfunkanbieter zu einer kooperativen Maststandortnutzung zu verpflichten und das nicht nur in Hohnstein. Das gibt es bislang so nicht. Allerdings gibt es bereits Beispiele, wo Mobilfunkanbieter freiwillig gemeinsam einen Masten nutzen, so unter anderem in Hohnstein. Die Bürgerinitiative will damit ein bestmögliches Verhältnis zwischen Landschaftsverbauung auf der einen Seite und besserer Mobilfunkabdeckung auf der anderen Seite erreichen. 

Das ist der alternative Vorschlag

Die Bürgerinitiative hat am Beispiel der beiden geplanten Masten in Stürza und in Zeschnig einen Gegenvorschlag erarbeitet. Die Stadt Hohnstein könne dem folgen, sagt Bürgermeister Daniel Brade. Grundlage ihrer Idee ist, jeder der beiden Mobilfunkanbieter möchte unabhängig voneinander seinen eigenen 40- Meter hohen Gittermast direkt vor den Ortschaften errichten. Das hieße zwei Masten auf engstem Raum nebeneinander. Und nach Aussagen der Bürgerinitiative würde sich der Mobilfunkempfang in Rathewalde und im Basteigebiet nicht wesentlich verbessern. Deshalb kommt auch der Gegenvorschlag: Nur ein Mast abseits der Ortschaften und abseits des Hohburkersdorfer Rundblickes, und zwar am Waldrand der Alten Hohburkersdorfer Straße.  Das allerdings setzt voraus, dass die Mobilfunkanbieter an einen Tisch geholt werden  müssten. Die Antworten auf Nachfrage von Saechsische.de bei den Unternehmen stehen noch aus.

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