SZ + Görlitz
Merken

"Am besten noch KFC und Pizza Hut"

McDonalds und Burger King auf engstem Raum in Königshufen - funktioniert das? Kunden und Manager haben ihre eigene Meinung dazu.

Von Matthias Klaus
 4 Min.
Teilen
Folgen
McDonalds heute: 2017 wurde die Filiale in Königshufen modernisiert. 2018 eröffnete Burger King in Sichtweite einen Neubau.
McDonalds heute: 2017 wurde die Filiale in Königshufen modernisiert. 2018 eröffnete Burger King in Sichtweite einen Neubau. ©  Archiv/Pawel Sosnowski

Mittags wird es langsam voll. Rechts und links der Nieskyer Straße sind die Fast-Food-Fans unterwegs – bei McDonalds die einen, bei Burger King die anderen. In Sichtweite stehen die beiden Filialen in Königshufen. Ben aus Görlitz steht mit zwei Kumpels vor McDonalds und studiert seine Handy-App. Was gibt es heute im Angebot? Nicht so richtig was dabei, was ihm zusagt. Also wird es wohl bei einem Big Mac bleiben. Oder vielleicht doch rüber zu Burger King?

"Och nee", meint Ben. Auch seine Freunde schütteln den Kopf. Klar, getestet haben sie die Konkurrenz schon. Aber irgendwie zieht es sie doch wieder zu McDonalds. "Das hat gar nicht so viel mit dem Geschmack zu tun. Ist irgendwie eine Gewohnheitssache", sagt Ben. McDonalds war eben eher in Königshufen.  

Geschäfte laufen problemlos

Zwei Burgerbrater auf engstem Raum, kann das auf Dauer gut gehen? Ja, befanden die Planer der CEV Handelsimmobilien GmbH damals, als der Neißepark neu konzipiert wurde. Der Plan scheint aufgegangen zu sein.  "Aus meiner Sicht läuft das Geschäft in beiden Filialen problemlos", sagt Sevket Demir, Centermanager des Neißeparks,  heute. Es gebe mehrere Beispiele, bei denen die Konkurrenten noch näher beieinander stehen. Natürlich müsse man,  wie im Fall von Burger King,  nach einem Jahr schauen, wie vielleicht noch mehr Stammkundschaft geworben werden könne. Burger King hatte zunächst das damalige Vobis/Orion-Gebäude als Filiale in Betracht gezogen, machte sich dann aber doch an einen Neubau. 

Burger King gab es schon vor Jahren in Görlitz, damals am Demianiplatz. Vielleicht lag es ja hier an den bescheidenen Parkmöglichkeiten, dass der Fast-Food-Anbieter scheiterte. Im Neißepark ist das Problem nun nicht mehr vorhanden. Seit Juli 2018 ist der Laden geöffnet, ein Jahr, nachdem auch der Einkaufskomplex in Königshufen saniert, modernisiert und zum Neißepark wurde.

115 Gästen bietet Burger King Platz, draußen und drinnen. Die Görlitzer Filiale strahlt im neuen Burger-King-Restaurant-Design. Es handelt sich um eine Kombination aus hellen und kräftigen Farben aus unterschiedlichen Materialien wie Holz, Metall, Stein. Rustikal soll es wirken. Und gemütlich. Burger King, dort, wo mit Feuer gegrillt wird, eben.

Herbert Wegener gefällt das. "Burger King hat ein bisschen etwas Männliches an sich", findet der Außendienstmitarbeiter aus Brandenburg. Deshalb kommt er, wenn es sich anbietet, lieber hierher zum Imbiss als zur Konkurrenz mit dem großen M. Aber, so Herbert Wegener, das ist wie so Vieles im Leben eben Geschmackssache. Wenn seine Familie dabei ist, geht es auch schon Mal zu McDonalds. 

King baute neu, McDonalds modernisierte

McDonalds hatte bereits im April 2017 in Görlitz umfangreich umgebaut. Das „Restaurant der Zukunft“ sollte entstehen, nicht mehr und nicht weniger. Für das Geschäft war es bereits die zweite größere Veränderung, dieses Mal deutlicher als zuvor. So können Gäste seither wählen, wo sie bestellen möchten, ob an der Kasse direkt oder an digitalen Terminals. Burger werden erst nach der Bestellung zusammengestellt und auf Wunsch an den Tisch gebracht. „Ich mag das“, sagt Anni Mauer.

McDonalds, das steht für sie für Familie, so die junge Frau aus dem Nieskyer Raum. Und vielleicht auch ein Stück weit für „gesundes Fast Food“. Aber da möchte sie sich lieber nicht festlegen. Ja, Burger King kenne sie auch. „Schmeckt auch sehr gut“, so ihre Einschätzung. Aber sie habe sich mit ihrer Tochter eben an McDonalds gewöhnt. Als Konkurrenten sieht sie die beiden Filialen in Görlitz eher weniger. „Jeder, wie er eben mag“, sagt Anni Mauer.

Noch mehr Fast-Food-Ideen

Für Gerda Winkler aus Görlitz ist das Thema Fast-Food-Konkurrenz im Norden der Stadt gar kein Thema. Die Görlitzerin lädt gerade ihren Wocheneinkauf auf dem Parkplatz vor Marktkauf in den Kofferraum ihres Autos ein. „Ich koche lieber selber. Dieser Burgerkram schmeckt doch alles gleich, habe es mal probiert“, sagt die ältere Dame. Ihr Urteil: Muss beides nicht sein. Doch wer es mag, soll eben damit glücklich werden.

Neißepark-Manager Sevket Demir findet, dass sich die beiden Filialen beiderseits ergänzen, befruchten. „Am besten wäre es, wenn noch Kentucky Fried Chicken und Pizza Hut dazu kämen“, wünscht er sich. Das würde dann noch mehr hungrige Fast-Food-Liebhaber in den Neißepark ziehen.

Weitere Nachrichten aus Görlitz lesen Sie hier.

Weitere Nachrichten aus Niesky lesen Sie hier.