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Ansturm beim „Kummerkasten“

In Weißwasser haben Bürger viele Probleme. Welche, erfuhr jetzt der Stadtchef.

Nach vielen Wochen Pause bei der „OB-Gerüchteküche“ kamen Freitag rund 40 Bürger mit ihren Fragen und Problemen an den Stand von Torsten Pötzsch.
Nach vielen Wochen Pause bei der „OB-Gerüchteküche“ kamen Freitag rund 40 Bürger mit ihren Fragen und Problemen an den Stand von Torsten Pötzsch. © Sabine Larbig

Seit März, als das gesellschaftliche Leben durch Corona zum Erliegen kam, gab es keine „OB‘s Gerüchteküche“. Am 29. Mai, nach Inkrafttreten weitreichender Lockerungen, stand der Stadtchef erstmals wieder auf dem Markt für persönliche Gespräch in lockerer Atmosphäre. Rund 40 Bürger nutzten die Gelegenheit, um Stadtchef Torsten Pötzsch ihre Anliegen und Probleme mitzuteilen.

Die Themen beim „Kummerkasten“ waren vielfältig. Peter Sievers von den Freunden des Volkshauses wies darauf hin, dass am Haus ein Regenwasser-Fallrohr defekt ist und fragte, wer dafür zuständig ist und es repariert. „Wir haben ja im Garten schon Ordnung geschaffen und Veranstaltungen gemacht, die es weiter geben soll. Aber es müssen auch Reparaturen erfolgen.“ Zudem, so Sievers, brauche man Wasser zur Pflege des Gartens. „Außerdem sind dort mehrere morsche Linden, die wohl gefällt werden müssten.“ Oberbürgermeister Pötzsch versprach, sich zu kümmern.

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Erhalten, Erhalten, Erhalten!

Andere Fragen drehten sich um den schlechten Zustand von Straßen und Gehwegen, um Innenstadtbelebung, die Folgen von Corona – die nicht die Bürger tragen dürfen, so der Tenor – oder den Strukturwandel. Immer wieder gefordert wurde der Erhalt von Schwimmhalle, Tierpark und Jahnbad sowie der Volkshochschule und einer neu belebten Glasfachschule.

Viele Dauerbrenner angesprochen

Dazu erklärte Pötzsch, dass man sie wieder im Bildungsbereich nutzen wolle. Ein Umwandlungskonzept habe die Stadt – und auch Kontakte zu Berufs-, Hoch- und Fachschulen und der kreislichen Entwicklungsgesellschaft Niederschlesische Oberlausitz. „Die Glasfachschule ist durchaus interessant als Zweigstelle, um hier Forschungsarbeit in den Bereichen Tagebau und Geologie und neue und erneuerbare Energien anzusiedeln“, so Pötzsch. Noch gäbe es keine Verträge und keine Finanzierung für die Sanierung der Immobilie. Doch das Konzept sei Sachsens Ministerpräsident übergeben worden, auf dessen Hilfe man hoffe. Ministerpräsident Michael Kretschmer hatte am Rande eines Treffens mit regionalen Unternehmern in Weißwasser am letzten Freitag bereits erklärt, dass er eine Entwicklung der Glasfachschule als möglich ansehe. Er wolle sich in Berlin bei Wirtschaftsminister Peter Altmaier dafür einsetzen und über einen „Letter of Intent“ (Grundsatzvereinbarung, d. Red.) zumindestens die Absicherung des Rohbaus erreichen.

Doris Schüller machte ihrem Ärger über den vom Schießplatz des Schützenvereins ausgehenden Lärm Luft. „Wir wohnen in der Muskauer Straße. Dort ist es so laut, dass man krank wird. Selbst am Sonnabend kann man früh auf der Terrasse nicht in Ruhe Kaffee trinken, weil geschossen wird.“ Laut OB Pötzsch seien die Probleme bekannt. Doch es gäbe eine Genehmigung des Landkreises und einen Pachtvertrag mit der Stadt, weil eingeschränkte Nutzungszeiten ebenso geregelt seien wie Lärmschutzmaßnahmen und das Verbot der Nutzung von Großkaliberwaffen. „Leider ist es so, dass es trotzdem viele Bürgerbeschwerden gibt. Ich kann nur raten, diese an den Landkreis zu melden, am besten mit Angabe von Tag und Uhrzeit des Lärms. So kann die zuständige Emissionsschutzbehörde auch Kontrollen machen und Angaben der Bürger mit den Schießbüchern vergleichen.“

Antworten bald auf der Stadt-Homepage

Peggy Schimko suchte bei Weißwassers Stadtchef eine Unterstützung in ihrem Bemühen, im Kaufland wieder ihren Softeis-Stand eröffnen zu können, was bislang am unzureichenden Corona-Schutzkonzept der zuständigen Verwaltung scheiterte. Eine ältere Bürgerin wollte wissen, ob die Bänke am Jahndamm wieder hingestellt werden. Hier konnte Torsten Pötzsch beruhigen. „Ja, dort wird nur gerade gebaut. Danach kommen die Bänke wieder und vielleicht sogar an für ältere Leute besser erreichbaren Stellen.“ Aufgeschrieben hat sich der Stadtchef auch die Frage besorgter Bürger, was mit dem Farmerhaus und den Gärten dahinter werde, da das Gebäude abgerissen werden solle, aber die Wasserleitung zur Versorgung der Gärten dort sei. „Wir haben noch keine Lösung. Doch die Gärten werden wieder mit Wasser versorgt“, so Pötzsch.
Künftig sollen die Fragen und Antworten aus der Oberbürgermeister-Gerüchteküche übrigens auf der Internetseite der Stadt nachzulesen sein. Eine nächste Gesprächsrunde mit dem Oberbürgermeister ist Ende Juni angedacht. Dann aber nachmittags in der Stadtwerkstube am Boulevard, damit auch Berufstätige mit dem Stadtoberhaupt sprechen können.

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