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Bauchtanz im Homeoffice

Franziska Franz aus Hartha ist während der Corona-Krise von ihren Schülern isoliert. Dennoch schafft sie es, Trainingseinheiten zu organisieren.

Franziska Franz hat während der Corona-Beschränkungen Training per Internet angeboten. Dazu hat sie im Wohnzimmer zwei Spiegel aufgestellt und ihre Tänze mit dem Handy aufgezeichnet.
Franziska Franz hat während der Corona-Beschränkungen Training per Internet angeboten. Dazu hat sie im Wohnzimmer zwei Spiegel aufgestellt und ihre Tänze mit dem Handy aufgezeichnet. © Lutz Weidler

Hartha. Seit über zehn Jahren ist Franziska Franz Tänzerin von Beruf. Sie hat sich dem Bauchtanz verschrieben, unterrichtet 30 bis 40 Schülerinnen und tritt an den Wochenenden bei vielerlei Gelegenheiten auf. „Einmal im Jahr führen wir unsere Arabica auf“, so die 35-Jährige.

Doch im März wird auch sie hart von der Corona-Krise getroffen. „Ich hätte nicht gedacht, dass alles auf einmal zu macht. Ich dachte, das läuft so langsam aus. Doch von einem auf den anderen Tag bekommt man E-Mail auf E-Mail mit Hinweisen, wo man und was man alles nicht mehr darf“, sagt die Diedenhainerin. Dadurch, dass die Gastronomie komplett geschlossen war, fielen auch sämtliche Auftritte aus.

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Sie habe sich etwas einfallen lassen müssen. Aus dem Wohnzimmer habe sie Tisch und Stühle heraus geräumt, um Platz zu schaffen. „Dann habe ich zwei Spiegel aufgestellt und getüftelt, wie ich eine Übertragung über das Internet hinbekomme“, sagt Franziska Franz. Schließlich ging es darum, weiter Geld zu verdienen. Und die Schülerinnen standen plötzlich ohne Trainerin da. Sie hat dann eine WhatsApp-Gruppe gebildet. In die hat sie kurze Lernvideos eingestellt, die sie zuvor selbst aufgenommen hatte.

Außerdem hat sie wöchentlich zweimal Online-Training angeboten. „Man hat aber auch gemerkt, dass diejenigen, die von zu Hause aus arbeiten und vielleicht noch die Kinder betreuen mussten, es einfach nicht geschafft haben, am Training teilzunehmen.“ Teilweise habe auch das Internet gestreikt.

Es gab Tänzer auf der ganzen Welt, die Online-Tanzkurse angeboten haben. „Richtig gute Tänzer, die man auch schon auf Youtube gesehen hat. Bei denen habe ich die Chance zum Online-Training genutzt“, so Franz. Als Beispiel nennt sie eine Tänzerin aus Augsburg sowie einige aus Russland, bei denen sie selbst sich weiterbilden konnte. Teilweise seien 70 bis 80 Personen in diesen Workshops drin gewesen. 

„Anfangs war Zeit zur Begrüßung. Da hieß es dann: Hallo ich bin aus Barcelona, hallo ich wohne in Frankreich. Das war richtig faszinierend“, so Franziska Franz. In diesen Online-Trainings habe sie sich vor allem tänzerisch weitergebildet, aber auch Hinweise für die Trainingsgestaltung bekommen.

Außerdem hat sie die Zeit während der Corona-Schließung genutzt, um ihre Fitness zu verbessern. Und sie hat Kostüme für kommende Auftritte genäht. Jetzt laufen aber die Trainingseinheiten wieder wie gewohnt. „Außerdem habe ich einen Nebenjob, in dem ich normalerweise vormittags arbeite, in dem ich aber momentan stärker eingebunden bin“, so Franz.

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Im Alter von 16 Jahren ist Franziska Franz zum Bauchtanz gekommen. „Eine Tänzerin aus Dresden hat damals in Waldheim einen Kurs gegeben“, erinnert sie sich. Auch vorher war sie schon tänzerisch aktiv. Einmal vom Thema Bauchtanz gepackt, wollte sie immer mehr wissen. Sie habe immer Tänzer gesucht, die etwas zeigten, was sie nicht konnte, und dies dann geübt. „Meist waren das russische Trainerinnen“, so Franz. 

Ein weiterer Schritt in ihrer tänzerischen Karriere war der Kontakt zu Bauchtänzerin Cleopatra in Leipzig. Nach einigen Workshops sei sie in Cleopatras Ensemble aufgenommen worden. Es folgten Teilnahmen an Deutschen Meisterschaften. Vor zehn Jahren gründete sie ihr eigenes Ensemble, die „Perlen des Orients“. „Wir treten praktisch überall auf und sind der feste Kern der Arabica“, so Franz.

Nachdem nun das Training wieder möglich ist, sei sie richtig erleichtert. „Es ist richtig schön, dass wir uns wieder treffen können“, sagt die Trainerin, die im Jahr 2007 die Trainer-C-Lizenz erworben hat. Die Bauchtänzerin hofft, dass nun auch Auftritte bald wieder möglich werden.

Die Arabica-Show, die im vergangenen Jahr in der Hartharena aufgeführt worden war, soll dieses Jahr in Glauchau gezeigt werden. „Der Termin ist im Oktober. Der Leiter des Stadttheaters ist sich sicher, dass die Aufführung stattfinden kann“, so Franz. Sie selbst sei noch etwas zwiegespalten, hoffe aber, dass alles funktioniert. „Die Show steht, alle sind in den Startlöchern“, sagt sie.

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