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Bautzener Fleisch- und Wurstwaren pleite

Der Wegfall eines Großkunden hat das Unternehmen in wirtschaftliche Schieflage gebracht. Geschäftsführer und Sanierer hoffen, die 70 Jobs zu erhalten.

Die Wurst- und Fleischwaren Bautzen GmbH an der Edisonstraße.
Die Wurst- und Fleischwaren Bautzen GmbH an der Edisonstraße. © Archivfoto: SZ/Uwe Soeder

Für die Marke „Meister‘s“ ist die Firma Wurst- und Fleischwaren Bautzen bekannt. Doch jetzt steckt das Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Bereits seit September läuft ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Diese Lösung kommt immer dann infrage, wenn eine realistische Chance besteht, ein angeschlagenes Unternehmen zu retten. Drei Monate später folgt nun der nächste Schritt. Wie Geschäftsführer Karlheinz Schlenkrich sagt, soll Anfang Dezember das eigentliche Insolvenzverfahren eröffnet werden.

Bei dem mittelständischen Betrieb arbeiten 70 Männer und Frauen. Ihre Löhne und Gehälter konnten bis November über das Insolvenzgeld der Arbeitsagentur abgesichert werden. Ziel sei, die Zukunft des Unternehmens und damit auch die Jobs der Mitarbeiter zu sicheren, sagt Rechtsanwalt Thomas Beck. Er gehört zu einem Expertenteam, das die Sanierung begleitet.

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Nach Auskunft der Fachleute hat die Insolvenz vor allem zwei Gründe: Zum einen habe das Bautzener Unternehmen einen internationalen Großkunden verloren. Zum anderen bewege sich der Betrieb auf einem schwierigen Markt. Die Preispolitik der Lebensmittelhändler setze die Branche unter Druck. Zugleich verändern sich Ernährungsgewohnheiten, und das Vertrauen der Verbraucher sinkt. Auch deshalb, weil Mitbewerber nach Listerien-Fällen Betriebsstätten schließen mussten.

Dennoch ist das Sanierungsteam optimistisch: Der Bautzener Wurst- und Fleischwaren-Produzent verfüge über einen gesunden wirtschaftlichen Kern. Zudem sehe man erste Erfolge: „Wir konnten den Geschäftsbetrieb stabilisieren und vollumfänglich fortführen. Die Produktion und der Verkauf der Waren an die Kunden sind im gewohnten Umfang gewährleistet“, sagt Rechtsanwalt Thomas Beck.

„Die Kunden, Lieferanten und vor allem auch die Arbeitnehmer stehen zu uns“, sagt Geschäftsführer Karlheinz Schlenkrich,“wir sind zuversichtlich, dass eine gute Lösung gelingt.“ Zu diesem Prozess soll auch die Dresdner Unternehmensberatung ABG Consulting beitragen, die mit der Suche nach einem Investor beauftragt wurde. „Wir suchen nach einem leistungsstarken Investor, der den Mitarbeitenden am Standort eine dauerhafte Zukunftsperspektive bietet“, sagt ABG Consulting-Geschäftsführer Simon Leopold. Die Voraussetzungen dafür sind aus seiner Sicht gut: Der Betrieb verfüge über einen guten Ruf, erfahrenes Personal und moderne technische Anlagen. Das Interesse am Unternehmen sei deshalb groß. „Es fanden bereits erste Betriebsbesichtigungen statt und wir sind mit mehreren Interessenten im Gespräch“, sagt der Unternehmensberater.

Die Firma Wurst- und Fleischwaren Bautzen erlebte seit der Wende bereits mehrere Umbrüche. Ihre Ursprünge hat sie in der Konsum-Genossenschaft der DDR, die 1985 ein neues Fleischkombinat in Bautzen eröffnete. Daraus wurde 1990 die Ostsächsische Fleischwaren GmbH. Von 1993 bis 2003 gehörte das Unternehmen zur Löblein-Gruppe. 2003 wurde die heutige Firma gegründet.

Der Mittelständler produziert Wurst- und Fleischwaren für Discounter, Groß- und Einzelhändler Das Sortiment besteht aus Brüh-, Koch- und frischer Rohwurst sowie Roh- und Kochschinken und verschiedenen Geflügelprodukten. (SZ)

Der Artikel wurde am 25. November, 16 Uhr, aktualisiert.

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Wenn das Insolvenzverfahren in wenigen Tagen eröffnet wird, kann das Sanierungsteam bereits erste Erfolge verbuchen: „Wir konnten den Geschäftsbetrieb stabilisieren und vollumfänglich fortführen. Die Produktion und der Verkauf der Waren an die Kunden sind im gewohnten Umfang gewährleistet. Im Sanierungsteam arbeiten wir parallel dazu an einer nachhaltigen Lösung, um die Zukunft des Unternehmens mit seinen rund 70 Mitarbeitern, sowie Kunden und Partnern zu sichern“, sagt Rechtsanwalt Thomas Beck. Der vorläufiger Sachwalter Dr. Dirk Herzig ist ebenfalls optimistisch: „Ich begleite das Unternehmen als Vertreter der Gläubigerinteressen. Wir stehen derzeit in einem positiven und konstruktiven Dialog mit den Beteiligten.“

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Zudem wurden die Dresdner Unternehmensberater der ABG Consulting-Partner mit einem strukturierten Investorenprozess beauftragt: „Wir suchen nach einem leistungsstarken Investor, der den Mitarbeitenden am Standort eine dauerhafte Zukunftsperspektive bietet. Der Betrieb verfügt über einen guten Ruf, erfahrenes Personal, eine moderne technische Ausstattung und über gewachsenes, langjähriges Kundenvertrauen. Das Interesse am Unternehmen ist deshalb groß, es fanden bereits erste Betriebsbesichtigungen statt und wir sind mit mehreren Interessenten im Gespräch“, sagt ABG-Consulting-Geschäftsführer Simon Leopold.

Standort soll erhalten bleiben

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