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Behörden-Neubau wird Fall für den Landtag

Der mögliche Umzug der Landesuntersuchungsanstalt nach Bischofswerda ruft die Opposition auf den Plan – und das Dresdner Rathaus.

Noch arbeiten die rund 260 Mitarbeiter der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen (LUA) in Dresden. Doch wenn der Neubau nach Bischofswerda entsteht, müssten sie täglich zur Arbeit pendeln.
Noch arbeiten die rund 260 Mitarbeiter der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen (LUA) in Dresden. Doch wenn der Neubau nach Bischofswerda entsteht, müssten sie täglich zur Arbeit pendeln. © Sebastian Kahnert/dpa

Dresden. Der geplante Umzug der Landesuntersuchungsanstalt für Gesundheits- und Veterinärwesen (LUA) wird in den nächsten Wochen auch den Sächsischen Landtag beschäftigen. Die Linkspartei will nähere Informationen zu dem umstrittenen Neubau, der, wie die SZ am Montag exklusiv berichtete, nach derzeitigem Stand in Bischofswerda entstehen soll. Der jetzige Behördenstandort in Dresden soll aus Platzmangel sowie wegen zu hoher Sanierungskosten aufgegeben werden.

Linksfraktionschef Rico Gebhardt will unter anderem durch eine parlamentarische Anfrage an die Staatsregierung erfahren, welche Standortvarianten vorgelegen haben und wie sie bewertetet worden sind. „Beginnt jetzt eine Neuauflage des Behördenroulettes, mit dem schon eine frühere CDU-geführte Staatsregierung die Beschäftigten in den Landesbehörden verunsichert hat?“, kritisiert Gebhardt am Dienstag in einer Pressemitteilung. 

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Ist ein Neubau in Bischofswerda nötig?

Interesse gibt es aber auch am persönlichen Einfluss von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), den dieser nach SZ-Informationen auf den laufenden Entscheidungsprozess genommen hat. „Ich will wissen, warum der Ministerpräsident den Umzug der Landesuntersuchungsanstalt nach Bischofswerda forciert und damit einen Koalitionsstreit provoziert. Wessen Interessen dient er damit?“, bohrt Gebhardt nach. Denn für das SPD-geführte Sozialministerium ist der Favorit von Kretschmer noch keineswegs gesetzt. 

Zudem will die Linksfraktion wissen, warum ein kompletter Neubau angestrebt wird – es sind Baukosten von mehr als 160 Millionen Euro im Gespräch – und ob es nicht ein Gebäude gebe, das mit weniger Geld als neuer LUA-Standort ertüchtigt werden könnte.

Das fragt man sich derweil auch im Dresdner Rathaus. Vor allem aber will man sich dort nun bemühen, potenzielle Grundstücke für einen Neubau ausfindig zu machen und dem Freistaat anzubieten.

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