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Bröckelhaus fällt innen zusammen

In einem leeren Haus in Sebnitz brechen Balken herunter und zerschlagen ein Fenster, Glas splittert auf den Gehweg - nicht zum ersten Mal.

Problemimmobilie an der Schandauer Straße in Sebnitz: Zum zweiten Mal bohrte sich ein Deckenbalken durch ein Fenster.
Problemimmobilie an der Schandauer Straße in Sebnitz: Zum zweiten Mal bohrte sich ein Deckenbalken durch ein Fenster. © Daniel Schäfer

Das hätte schief gehen können. Im Inneren eines leerstehenden Hause an der Schandauer Straße in Sebnitz ist eine Decke eingestürzt, ein herunterfallender Balken hat eine Fensterscheibe durchschlagen, die Glassplitter flogen bis auf den Gehweg. Deutlich sichtbar ragt der Balken durch das zerborstene Fenster.  

Der Sebnitzer Berndt Mach hat den Einsturz an einem Sonnabendvormittag entdeckt. Da er beim Ordnungsamt am Wochenende niemanden erreichen konnte, hat er die Polizei verständigt, welche die Gefahrenstelle zunächst provisorisch mit Flatterband absicherte. Am Dienstag darauf ließ sie Stadt Sebnitz den Fußweg vor dem Haus sowie die Parkbuchten entlang der Straße mit Baken und Band absperren. 

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Es ist nicht der erste Zwischenfall an diesem Bröckelhaus an der Schandauer Straße 32. Erst vor wenigen Monate passierte exakt das Gleiche. Im vergangenen November brach schon einmal eine Decke in dem seit Jahren leerstehenden Gebäude in sich zusammen. Ein Balken durchbohrte damals ein Fester im zweiten Obergeschoss auf der linken Seite des Hauses. Der jetzige Schaden befindet sich in der ersten Etage auf der rechten Gebäudeseite. 

Damit sind auf mindestens zwei Etagen die Decken zusammengebrochen. Wenn man davon ausgeht, dass die Feuchtigkeit durch ein undichtes Dach ins Gebäude dringt, dürfte es auch im dritten Obergeschoss nicht viel besser aussehen. Nachbarn berichteten bereits im Winter, dass der hintere Teil des Hauses langsam in sich zusammenfalle. 

Zerschlagenes Fenster im ersten Obergeschoss: Die Scherben fielen Anwohnern zufolge bis auf den Gehweg.
Zerschlagenes Fenster im ersten Obergeschoss: Die Scherben fielen Anwohnern zufolge bis auf den Gehweg. © Daniel Schäfer

Das Gefährliche: Noch bis zum März befand sich die Schulbushaltestelle für die Grundschule Schandauer Straße unmittelbar vor dem maroden Gebäude. Als Reaktion auf den ersten Balken- und Fensterbruch hat die Stadt Sebnitz die Haltestelle dann um einige Meter versetzt vor das Nachbargrundstück. Die Kinder, die aus dem Bus steigen, müssen seitdem nicht mehr an der Gefahrenstelle vorbei. 

Generell führt der Fußweg aber weiterhin direkt an dem Bröckelhaus entlang. Auch wenn der Hauseigentümer bereits im vergangenen Jahr einen Metallzaun an der Grundstücksgrenze errichten ließ - vor fliegenden Glassplittern schützt der im Ernstfall nicht. Die dortigen Parkplätze blieben in den vergangenen Monaten meist leer. Vielen Autobesitzern war das Risiko offenbar zu groß. 

Mitarbeiter der Sebnitzer Stadtverwaltung haben das Gebäude nun nach dem erneuten Vorfall zusammen mit einem Bausachverständigen in Augenschein genommen. Fazit: "Das Gebäude ist nicht einsturzgefährdet", sagt Kevin Thomas von der Pressestelle. Die Stadtverwaltung habe den Hauseigentümer kontaktiert und Sicherungsmaßnahmen eingefordert. Die Stadt Sebnitz habe dem Hauseigentümer eine Frist zur Beseitigung der Gefahr gesetzt, heißt es. 

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Sebnitz hatte in den zurückliegenden Jahren immer wieder mit Schrottimmobilien zu kämpfen, deren Eigentümer die Häuser verfallen ließen, bis sie zur Gefahr für Passanten wurden, weil Mauerteile herunterbröckelten. Schon mehrmals hat die Stadt solche Gebäude angekauft und sie abreißen lassen - letztlich auf Kosten der Allgemeinheit - oder einen Investor gefunden, wie zuletzt für die Kreuzstraße 5.   

Im aktuellen Fall des Hauses Schandauer Straße 23 scheint der Eigentümer zumindest nicht komplett abgetaucht zu sein. 

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