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Commerzbank hilft Kunden mit Corona-Problemen

Die Bank kann im Landkreis Görlitz auf ein erfolgreiches Jahr 2019 zurückblicken: Mehr Einlagen, mehr Kredite. Doch dann kam die Pandemie.

Torsten Fröde (re.), Marktbereichsleiter der Commerzbank im Landkreis Görlitz, kann auf ein gutes 2019 zurückblicken. Doch derzeit beschäftigt Corona auch die Bank.
Torsten Fröde (re.), Marktbereichsleiter der Commerzbank im Landkreis Görlitz, kann auf ein gutes 2019 zurückblicken. Doch derzeit beschäftigt Corona auch die Bank. © Pawel Sosnowski/80studio.net

Auch die Commerzbank geht in den Corona-Zeiten auf Nummer sicher und hat ihre Filialen im Landkreis Görlitz geschlossen. Die Geldautomaten allerdings sind für alle weiterhin offen, die Bargeldversorgung somit abgesichert, versichert Sprecherin Heike Ziegenbalg sowie der Görlitzer Marktbereichsleiter Torsten Fröde. Für die Beratung stehen die Mitarbeiter per Mail oder Telefon zur Verfügung. Die nächsten größeren geöffneten Filialen der Commerzbank befinden sich in Bautzen, Dresden oder Cottbus.

Doch dürfte das für die meisten Commerzbank-Kunden nicht das große Problem sein.  Denn mittlerweile nutzen 55 Prozent aller Kunden im Landkreis das Online-Banking, bei Unternehmen liegt die Quote sogar bei 70 Prozent. Die Commerzbank treibt diese Entwicklung noch voran und will bis Ende 2023 so weit sein, dass alle Produkte übers Smartphone sicher genutzt werden können. Schon jetzt sind 70 Prozent aller digitalen Kunden übers Smartphone eingeloggt. Diese Zahlen gab das Bankhaus jetzt anlässlich der Jahresbilanz für 2019 bekannt. 

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Commerzbank ist Arbeitgeber für 27 Mitarbeiter im Kreis

Dabei kann die Commerzbank, die Filialen in Görlitz, Zittau und Löbau unterhält, auf ein gutes Jahr zurückblicken. Die Zahlen im schnellen Überblick:

  • Die Bank gewann im Landkreis Görlitz 450 Kunden hinzu, hat jetzt 20.150.
  • Das gesamte Geschäftsvolumen aus Einlagen, Krediten und Wertpapiergeschäft belief sich auf 427 Millionen Euro, im Vorjahr waren es noch 398 Millionen.
  • 3,5 Millionen Euro an Ratenkrediten wurden ausgereicht, 7 Prozent mehr als 2019, 6 Millionen für Baukredite.
  • Das gesamte Kreditneugeschäft betrug 15 Millionen Euro (+ 21 Prozent).
  • Die Commerzbank im Landkreis Görlitz hatte damit Kredite in Höhe von 118 Millionen Euro in ihren Büchern stehen.
  • In den drei Filialen arbeiten 22 Mitarbeiter, drei Auszubildende sowie zwei Spezialisten für Vorsorge, Versicherung und Bausparen.

Doch dieser erfolgreiche Leistungsnachweis für das vergangene Jahr ist natürlich von den Folgen der Corona-Pandemie überschattet. Gerade im Mittelstand hat die Bank viele Kunden im Landkreis. Und Arbeitnehmer können wegen Kurzarbeit in finanzielle Probleme geraten. In einem solchen Fall, erklärt Torsten Fröde, gewährt die Commerzbank bei Ratenkrediten eine dreimonatige Zahlungspause. Danach verzichtet sie auf eine erneute Kreditwürdigkeitsprüfung. Ebenso sind Tilgungsaussetzungen von bis zu sechs Monaten bei Baufinanzierungen möglich. 

Als Hausbank von Mittelständlern und Kleinunternehmern reicht die Commerzbank auch die Kredite des Kfw-Corona-Programms aus. Per Online können diese Anträge an die Bank übermittelt werden. "Wir werden alles dafür tun, die Anträge von Unternehmen zeitnah zu prüfen und  damit ihre Liquiditäts- und Kreditversorgung zu sichern", sagt Fröde. Zwischenfinanzierungen bis zur Auszahlung der KfW-Mittel gibt die Commerzbank aus einem eigenen, extra dafür aufgelegten Sonderfonds heraus. 

Anleger sind stark verunsichert

Doch auch die Anleger sind stark verunsichert. Die Börsenverluste sind erheblich, Wertpapiere haben verloren. Torsten Fröde rät in dieser Situation jetzt zu einem kühlen Kopf. Wenn die Pandemie eingedämmt worden ist und ihren Höhepunkt demnächst erreicht hat, dann rechnen die Volkswirte der Commerzbank damit, dass bereits im zweiten Halbjahr eine Erholung der Wirtschaft einsetzt. "Wer sein Geld mittelfristig angelegt und breit gestreut hat, sollte Ruhe bewahren", sagt Fröde. "Panikverkäufe sind das Schlimmste, was man jetzt tun kann. Das zeigen uns frühere Krisen sehr eindringlich."

Tatsächlich lassen aber rund 40 Prozent aller Kunden ihr Geld auf Girokonten, Tagesgeldkonten und Sparbüchern unverzinst liegen. Wer so handelt, hat seit 2010 angesichts der Inflation und geringen Zinsen allein rund 1.600 Euro verloren.  Das betrifft in den drei Filialen im Landkreis Görlitz Einlagen in Höhe von über 218 Millionen Euro. 

Die Aussichten bei den Zinsen sind zudem nicht berauschend: Kaum einer rechnet bis 2025 mit einer Erhöhung der Verzinsung. Fröde sagt deshalb: "Jeder Anleger muss sich überlegen, ob er seine Anlagen unverzinst auf einem Tages- oder Festgeldkonto liegen lässt." Oder in Wertpapiere investiert, deren Wertentwicklung in den vergangenen Jahren deutlich über den Zinsen lag.  

Welche Filiale im Kreis bleibt bestehen?

Wie es für die Bank im Landkreis weiter geht, soll sich in diesem Sommer entscheiden. Im Herbst hatte die Commerzbank ein Sparprogramm verabschiedet, das die Schließung von 200 der bestehenden 1.000 Filialen vorsieht. Als einzige Privatbank ist die Commerzbank mit drei Filialen im Landkreis Görlitz vertreten. Zwar versichert Torsten Fröde, der auch die beiden Filialen in Zittau und Löbau als Marktbereichsleiter von Görlitz aus leitet, dass "wir auch künftig mit einem der dichtesten Filialnetze in der Fläche präsent sein werden".

Aber Pressesprecherin Heike Ziegenbalg erklärt auf SZ-Nachfrage, dass  es zu Veränderungen kommen werde. "Die in Frage kommenden Filialen haben wir mit den Arbeitnehmervertretern besprochen", sagt sie. Demnächst  startet die Umsetzungsplanung. Anschließend sollen Mitarbeiter und Kunden sowie die Öffentlichkeit informiert werden. 

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