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Corona: Dresden wird zur Geisterstadt

Während es in der Innenstadt gespenstisch ruhig war, pilgerten die Menschen in den Baumarkt und den Elbepark.

Der menschenleere Neumarkt mit der Frauenkirche in Dresden.
Der menschenleere Neumarkt mit der Frauenkirche in Dresden. © Ronald Bonß

Seit Samstag um Mitternacht gilt in Dresden eine Ausgangssperre mit vielen Ausnahmen. Nachdem sich in der vergangenen Woche unzählige Dresdner im Großen Garten oder Alaunpark getummelt hatten und dabei sich und andere gefährdet hatten, zeigt sich am Samstag ein deutlich anderes Bild. Plätze und Straßen sind menschenleer. Auf dem Alt- und Neumarkt ist niemand unterwegs. Auch auf der Prager Straße sind nur ganz wenige Menschen zum Einkaufen in den Supermärkten, im Karstadt und der Centrum Galerie unterwegs. Im Großen Garten ist am Vormittag deutlich weniger Betrieb als in der vergangenen Woche.

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Das liegt wohl nur teilweise an den gesunkenen Temperaturen. Natürlich sind Menschen unterwegs, spazieren oder joggen. Nicht nur die Kinder müssen gelüftet werden. Manchmal scheint es sogar, als drehten heute nach der verschärften Allgemeinverfügung, die einer Ausgangssperre gleichkommt, besonders viele Jogger im Stadtpark ihre Runden drehen.

Ein Polizeiauto steht in der menschenleeren Prager Straße in Dresden. 
Ein Polizeiauto steht in der menschenleeren Prager Straße in Dresden.  © Ronald Bonß

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Das täuscht jedoch nicht darüber hinweg, dass manchmal dort eine gespenstische Stille herrscht, wo in der vergangenen Woche noch sehr viel Betrieb war. Bei den Eisverkäufern, in den nun menschenleeren Biergärten von Torwirtschaft oder Carolaschlösschen.

Wenn mal mehr als zwei, drei Menschen auftauchen, dann sind es offensichtlich Familien. Die Besucher das Gartens zeigen sich heute deutlich disziplinierter. Nur vereinzelt sind Familien abseits der Wege zugange, lassen die Kinder auf Bäumen klettern. Die offiziellen Spielplätze sind schon seit Tagen gesperrt.

Richtig Betrieb ist dagegen im Elbepark, wo das Kaufland geöffnet hat. Dort bilden sich lange Schlangen, da der Supermarkt nur beschränkt Kunden in den Markt lässt. Gleiches Bild auch bei Hornbach. Auch dort ein großer Ansturm von Dresdnern, die Blumen oder Steine für den Garten kaufen. Ab Sonntag dürfen diese Märkte nicht mehr öffnen.

Vor dem Hornbach am Elbepark drängelten sich die Menschen.
Vor dem Hornbach am Elbepark drängelten sich die Menschen. © Ronald Bonß

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Voll wie immer ist es auch im Simmel an der Antonstraße. Das Sortiment: westlich. Milch, Quark, Yoghurt, Garnelen und Schinken, Wasser, Bier und Wein - alles da. Nur die Klopapierregale sind fast leer. Die Einkaufskörbe sehen nach Wochenende aus, aber nicht nach Hamstern und Ausgangssperre.

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