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Wo es jetzt Mundschutz in Dresden gibt

Ab Montag sind Masken in Bussen, Bahnen und Geschäften Pflicht. Wo es diese in Dresden zu kaufen gibt, was sie kosten und was SZ-Leser zur Pflicht sagen.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) hatte als erster in Dresden auf eine Mundschutz-Pflicht gepocht. Aber kommt man da jetzt genauso schwer heran, wie vor wenigen Wochen an Desinfektionsmittel?
Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) hatte als erster in Dresden auf eine Mundschutz-Pflicht gepocht. Aber kommt man da jetzt genauso schwer heran, wie vor wenigen Wochen an Desinfektionsmittel? © Robert Michael/dpa

Dresden. So oder so komme für Dresden eine Mundschutz-Pflicht beim Einkaufen sowie in Bussen und Bahnen, kündigte Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) am Donnerstag an. Nun hat der Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) das für ganz Sachsen angeordnet. Aber wo gibt es in Dresden noch Masken zu kaufen?

Apothekerin Mandy Miersch von der Lilien-Apotheke in der Johannstadt hat noch Mundschutz. "Wir bekommen nächste Woche auch eine neue Lieferung von FFP2-Masken", sagte sie am Freitag. Auch diese gelten als besonders sicher gegen Viren. Auf Vorrat hat sie noch FFP3-Masken und dreilagigen Mundschutz. "Die Preise im Einkauf sind stark angestiegen und das müssen wir dann natürlich leider auch an die Kunden weitergeben", sagt sie.

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Verkaufte sie früher ein 50er-Pack an Mundschutz für zehn Euro, sind es heute für einen Pack mit fünf Masken zehn Euro. Doch sie freue sich, dass sie überhaupt noch Ware habe, die sie verkaufen kann. Die Nachfrage sei sehr hoch.

Tatsächlich verfügen viele Apotheken inzwischen wieder über Mundschutz und Desinfektionsmittel. Geworben wird damit unter anderem vor der Apotheke im Haus am Postplatz. "Wir haben vorrätig: Mundschutz, Händedesinfektionsmittel", war dort am Freitag auf einem Zettel zu lesen, ringsherum Muster von einlagigem und zweilagigem Stoffmundschutz, OP-Masken, und FFP3-Schutz für Kinder und Erwachsene - die höchste Schutzklasse, die es gibt. Allerdings, so schränkt die Apotheke ein, werde nur in "bedarfsorientierten" Mengen verkauft.

Die Apotheke am Postplatz warb am Freitag bereits mit Mundschutz jeder Art. Da hatte der Ministerpräsident noch gar nicht verkündet, dass die Pflicht kommt.
Die Apotheke am Postplatz warb am Freitag bereits mit Mundschutz jeder Art. Da hatte der Ministerpräsident noch gar nicht verkündet, dass die Pflicht kommt. © privat

Aber was kostet der Mundschutz? Fest steht, dass die Masken teurer sind als der Mundschutz, den es vor der Corona-Krise zum Beispiel in Drogerie-Märkten zu kaufen gab. DM bot zum Beispiel sieben Stück für 1,95 Euro an. Inzwischen sind diese vergriffen. In der Postplatz-Apotheke konnte man den dreilagigen, einmal verwendbaren OP-Mundschutz am Freitag für 2,25 Euro das Stück kaufen. Die zweilagige, wiederverwendbare Mund- und Nasen-Maske kostete knapp zehn Euro.

Sowohl Desinfektionsmittel als auch Mundschutz bot diese Woche auch die Ginkgo-Apotheke an der Schweriner Straße an. Dort kostete der Einmal-Schutz 1,65 Euro pro Stück. Sicherlich sind das nicht die einzigen Apotheken, die nun vor der Mundschutz-Pflicht ihren Kunden etwas anbieten können.

Wer zahlt die Kosten für die Masken?

Doch müssen die Dresdner zwingend selbst für die Kosten aufkommen? Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) hatte am Donnerstag gesagt, er gehe davon aus, dass beispielsweise Betreiber von Bau- und Supermärkten Masken organisieren. "Als gute Geschäftsleute werden sie ihren Kunden diese anbieten." So wie Hilbert auch für die Mitarbeiter im Rathaus, die Kontakt zu Bürgern haben, Masken angeschafft habe. Auch die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) werden sich mit Masken versorgen, so der OB.

Manche Baumärkte sehen das allerdings ein wenig anders als Hilbert. Die Kette Toom teilte am Donnerstag auf SZ-Anfrage mit, man könne den Kunden keinen Mundschutz zur Verfügung stellen, wenn man am Montag wieder öffne. Keine definitive Aussage wollte Bauhaus treffen. Man sei aber mit den Behörden im Austausch, hieß es. Bei Hornbach wollte man zunächst die neue Allgemeinverfügung des Freistaats abwarten.

Kritik am Mundschutz-Pflicht-Vorstoß des OB äußerte am Freitag die Dresdner Linke. "Maßnahmen gegen diese Pandemie bedürfen der öffentlichen Diskussion und der Abwägung", sagte Stadtrat Tilo Wirtz. Zunehmend falle auf, dass sich Verwaltungsbeamte und Spitzenpolitiker im Wettlauf um die drakonischste Maßnahme überbieten würden. Hilbert solle den Ball flach halten und sich vor der Gesichtsmaske erst einmal einen Sprechpartikelfilter anlegen, so Wirtz, der von einer Seuchen-Diktatur spricht. Schulen müssten wieder öffnen, auch soziale Kontakte sollten wieder ermöglicht werden. "Die Wirtschaft muss wieder in Gang kommen."

SZ-Leser sind geteilter Meinung zur Maskenpflicht

Der Vorstoß des OB wurde teilweise auch von SZ-Lesern kritisiert, die sich in E-Mails an die Redaktion wandten. So bezeichnete es Leser Wolfgang Sachse als "Frechheit", "dass Herr Hilbert seine Aufgaben den Supermärkten übertragen will". Leser Albrecht Müller schilderte einen Besuch in einer Dresdner Apotheke, wo es Masken für 11,50 Euro zu kaufen gab. "Ich bin gespannt, wie die angekündigte Maskenpflicht bei diesem Preis durchgesetzt werden soll", schrieb Müller. Auch ein weiterer Leser, der seinen Namen nicht nannte und zusammen mit seiner Frau bereits seit Längerem in der Öffentlichkeit Schutzmasken trägt, fragt sich, ob es die Masken nicht umsonst geben sollte. 

Andere Leser begrüßen die Maskenpflicht dagegen sehr. "Wenn alles gleich gelockert wird, dann sind alle vorherigen Anstrengungen wieder gleich dahin", schrieb M. Groß. "Das darf nicht sein." Auch Ute Döring spricht sich für die Maskenpflicht aus: "Als eine vom Alter gefährdete Person trage ich seit einiger Zeit einen einfachen Mundschutz zum Einkaufen und kann nicht verstehen, wieso ich damit fast ein Exot bin, und diese einfache Form des Respektes vor anderen Menschen auch noch belächelt wird", schrieb sie. Wenn alle diesen Schutz tragen würden, helfe es vielleicht doch, "die Verbreitung des Virus, wenn es auch noch so wenig ist, einzudämmen". Jürgen Paul schrieb: "Ein Rückfall wäre das Schlimmste, was passieren könnte."

Stadt stellt auch Tausende Masken bereit

Allgemeiner Tenor bei vielen Lesern war: Eine Maskenpflicht ist gut - aber dann soll die Stadt den Schutz auch bereitstellen. Diese Stimmen kann der Oberbürgermeister nun zumindest zum Teil beruhigen. Wie er am Freitagabend gegenüber der SZ erklärte, habe die Stadt bereits 200.000 Mund- und Nasenschutzmasken für die Bürger bestellt. Wo es sie geben wird, lesen Sie in diesem Artikel.

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