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Görlitz

Görlitzer OB trägt das Haar jetzt wieder kurz

Octavian Ursu ist einer der ersten, die die Freiheit der wieder eröffneten Frisörsalons nutzt. Und dabei die neue Corona-Normalität erlebt.

Cornelia Effenberger schneidet dem Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu die Haare.
Cornelia Effenberger schneidet dem Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu die Haare. © Nikolai Schmidt

Es ist eine Premiere der besonderen Art. Ihre beiden Frisörläden hat Cornelia Effenberger schon seit Langem in Görlitz, aber unter diesen Umständen hat sie sie noch nie geöffnet. Corona sei dank. 

Das bekommt auch der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu zu spüren, als er ihr erster Kunde an diesem Montagmorgen ist. Beide tragen Masken, sie dazu Handschuhe. Ursu ist der einzige Kunde, aufgrund der Abstandsgebote dürfen sowieso nur zwei parallel im Salon sein. Auch Ursu muss zuerst unters Wasser. Viren, die sich eventuell im Haar tummeln, sollen so rausgespült werden, erklärt die Frisörin. Dadurch aber dauert jeder Schnitt länger als früher, zusammen mit den Abstandsgeboten ist klar: Die Frisöre können viel weniger Kunden bedienen als in der Vor-Corona-Zeit.

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Anschließend greift sie zu Kamm und Schere und Ursus Haare fallen.  Vor sieben Wochen war er das letzte Mal beim Frisör, vier Wochen sind bei ihm eigentlich üblich. Dass auch bei ihm die Sehnsucht nach einem Frisörbesuch zuletzt wuchs, wurde bei seiner letzten Videobotschaft deutlich, als er besonders herausstrich, dass ab 4. Mai die Görlitzer wieder zum Frisör gehen können. 

Wie ihm geht es vielen in diesen Tagen. "Wann geht es denn wieder los", haben viele ihre Kunden Cornelia Effenberger gefragt. Jeder dritte Bundesbürger, so ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov, wollen  bald nach Wiedereröffnung an diesem Montag zum Frisör gehen. Bei Frau Effenberger ist der Mai schon gut ausgebucht. Wegen der Auflagen kann nur frisiert werden, wer einen Termin hat, Laufkundschaft gibt es bis auf Weiteres nicht mehr.

Bei Cornelia Effenberger klingelt derweil das Telefon ohne Unterlass. Sie kann gar nicht rangehen, denn sie ist allein in ihrem Salon im City-Center. Die polnischen Mitarbeiter kommen erst am Mittag. Hoffentlich, sagt die Chefin. Seit sie am Freitag davon erfuhr, dass die Berufspendler ab diesem Montag wieder über die Neiße kommen können, hat sie übers Wochenende neue  Unterlagen ihren Mitarbeitern übermittelt, damit sie heute auch die Grenze passieren können. 

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Derweil hat es Cornelia Effenberger, die auch für die CDU Stadträtin ist, geschafft. Der erste Kunde hat wieder eine Frisur.  Ihr neuer Alltag hat mit Vorbereitung und Achtsamkeit gut begonnen wie in allen Salons in der Stadt und im Landkreis, die nun wieder offen sind. Als Ursu bezahlt hat, vergisst er nicht, sich einen Termin zu geben. In vier Wochen. Wie gewohnt.

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