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Nur Görlitz sperrte Parkplätze

Einzig Görlitz ist der Empfehlung des Landkreises gefolgt, Ausflugsparkplätze über Ostern zu schließen. Doch war das überhaupt nötig?

Still ruht der Quitzdorfer Stausee. Menschen waren hier am Osterwochenende weder zu Fuß, noch auf dem Fahrrad oder per Boot unterwegs.
Still ruht der Quitzdorfer Stausee. Menschen waren hier am Osterwochenende weder zu Fuß, noch auf dem Fahrrad oder per Boot unterwegs. © André Schulze

Vor Ostern hatte der Landkreis die Kommunen gebeten, öffentliche Ausflugsparkplätze übers lange Wochenende nach Möglichkeit zu sperren. Doch die Gemeinden schenkten den Bürgern in der aktuell schwierigen Corona-Lage offenbar mehr Vertrauen - und verzichteten zum größten Teil auf Absperrbänder.

Gemeinden setzen auf Vertrauen statt Verbote

Großschönaus Bürgermeister Frank Peuker hatte sich schon Anfang der vergangenen Woche öffentlichkeitswirksam dagegen gewehrt, von der Kommune betriebene Parkplätze über Ostern dicht zu machen. Dies brauche man angesichts der sowieso schon bestehenden Einschränkungen nicht, so seine Argumentation. Außerdem wüssten die Menschen, dass es um ihre Gesundheit gehe. Genauso sah das offenbar die Mehrzahl der Rathauschefs in den touristisch relevanten Gemeinden zwischen Niesky und Görlitz. Denn wie eine kleine SZ-Umfrage zeigt, sperrte nur die Neißestadt die Zufahrt zum Berzdorfer See, um reisefreudigen Ausflüglern das Abstellen ihrer Fahrzeuge hier zu vermiesen. Das klappte auch, denn am Berzdorfer See war es über die Osterfeiertage sehr ruhig. 

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Kaum Besucher am Stausee Quitzdorf

Die Zufahrt zum Berzdorfer See war am Osterwochenende für Autos gesperrt. Entsprechend war sehr wenig los.
Die Zufahrt zum Berzdorfer See war am Osterwochenende für Autos gesperrt. Entsprechend war sehr wenig los. © Nikolai Schmidt

Genau wie am Stausee Quitzdorf - in normalen Zeiten ein Eldorado für Radler, Angler, Segler. Er zeigte sich in der Ostersonne zwar von seiner ganzen Schönheit. Beachtet wurde die jedoch in den zurückliegenden Tagen kaum. "Gefühlt war es hier absolut leer", sagt Dirk Beck. Auf seinem kurzen Abstecher begegneten dem Vorsitzenden des Verwaltungsverbandes Diehsa gerademal zwei Radfahrer. "Menschen waren hier wirklich fast nirgendwo unterwegs." Der einzige öffentliche Parkplatz der Gemeinde Quitzdorf am See, nur ein paar Meter gegenüber der Eisdiele in Kollm, blieb offen. Genutzt wurde er allerdings kaum.

Monumentberg in Groß Radisch ist verwaist

Ebenso ohne rot-weißes Flatterband zeigte sich der Parkplatz am Monumentberg in Groß Radisch. "In einem Naturschutzgebiet lässt sich so ein Platz nicht ohne Weiteres absperren, unter anderem deshalb haben wir darauf verzichtet", erklärt Hohendubraus Bürgermeister Denis Riese. Er selbst hatte am Sonntag bei schönstem Frühlingswetter einen Ausflug auf die 293,4 Meter hohe Erhebung gemacht. "Außer meinem Sohn und zwei anderen Leuten habe ich niemanden gesehen." Auch an den anderen Ostertagen ist Riese auf sein Rad gestiegen und hat die rund 30 Kilometer lange Runde durch die verschiedenen Ortsteile von Hohendubrau gedreht. "Auffälliges oder gar nicht Erlaubtes habe ich dabei nicht gesehen."

Entspannte Situation auch in Königshain

Königshains Bürgermeister Siegfried Lange winkt ebenfalls ab. Die Straße zum Hochstein sei sowieso gesperrt, Parken an dem sonst beliebten Ausflugsziel also nicht möglich. Sicherlich hätten Ausflügler ihr Auto auch auf dem kleinen Platz am Bahnhof abstellen können. Das erfolgte aber nicht in Massen. "Es war alles entspannt", zieht Lange ein zufriedenes Resümee. Dass der Platz nicht abgeriegelt worden sei, habe sich deshalb als richtig erwiesen.

Parkplätze am Rotstein mit vielen Lücken

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Ähnliches Bild auch am Rotstein zwischen Sohland und Dolgowitz. Verkehr sei zwar gewesen, meint Marko Künze. Aber nicht übermäßig viel - auch wenn die öffentlichen Parkplätze am Fuße des Rotsteins nicht gesperrt gewesen seien. Aus Sicht seiner Firma sieht dies der Inhaber des Berghotels mit einem eher weinenden als lachenden Auge. So hat er zwar am Ostersonnabend rund 40 Außer-Haus-Portionen verkauft, verlebte insgesamt aber eine eher ruhige Zeit. "Leider", sagt er. "Die Leute kamen bis auf unsere Terrasse und freuten sich, dass die Sonne schien. Wir hätten ihnen gern Eis, Kuchen, Kaffee oder ein kühles Bier serviert." Die Corona-Einschränkungen verhinderten dies. Fazit: Überall in den Ausflugsgebieten zeigten die Menschen, dass sie keine zusätzlichen Restriktionen brauchen, um in der gegenwärtigen Krise vernünftig zu bleiben.

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