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Ein Plan für die Wiedereröffnung der Kitas

Die Größe der Gruppe wird in Zukunft zweitrangig. Wichtiger ist die klare Abgrenzung. Am Mittwoch wird über das Konzept beraten.

Seit Mitte März können die Kinder nicht mehr in der Kitas spielen.
Seit Mitte März können die Kinder nicht mehr in der Kitas spielen. © dpa/Monika Skolimowska

Dresden. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat Details zur Wiedereröffnung der Kitas in Sachsen genannt. Die Regierung plädiere für Kleingruppen von maximal zehn Kindern, die strikt voneinander getrennt werden sollen, sagte Kretschmer am Montag in einer Fragestunde bei Facebook. Die Erzieher müssten festen Gruppen zugeteilt werden. Um alle Kinder aufnehmen zu können, sei eventuell ein Schichtsystem nötig. Auch eine stunden- oder nur tageweise Betreuung sei denkbar.

„Wir wissen, dass eine weitere Schließung der Kitas für immer mehr Eltern kaum mehr tragbar ist“, sagte Kultusminister Christian Piwarz (CDU). Aber gerade die Abstandsregeln können in Kitas nur schwer umgesetzt werden. Das Kultusministerium entwickle deswegen gemeinsam mit Infektiologen und Kinderärzten der Uni-Kliniken Leipzig und Dresden „ein Öffnungsszenario, das auch mit anderen Maßnahmen den Infektionsschutz gewährleistet und gleichzeitig die Erwartungen der Eltern und Kinder berücksichtigt“.

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Gruppen werden vergrößert

Um die Kitas wieder zu eröffnen, werde es künftig wichtiger sein, die Gruppen streng voneinander zu trennen, sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD). Die einzelnen Gruppen dürfen sich nicht begegnen, auch nicht beim Spiel im Garten. Nur so könnten die Gesundheitsämter im Fall einer Infektion die Kontaktketten nachverfolgen und für alle Kontaktpersonen Quarantäne und Tests anordnen. „Es wird dagegen zweitrangig sein, die Gruppengröße zu begrenzen, wie es jetzt bei der Notbetreuung noch gehandhabt wird“, sagte Köpping. Ihr Ministerium unterstütze das Kultusministerium bei der Erarbeitung des Konzeptes.

Seit Mitte März ist in den Kitas nur eine Notbetreuung möglich. Die steht Eltern mit Berufen in der kritischen Infrastruktur zur Verfügung, etwa im Gesundheitssystem, dem Einzelhandel oder der Kommunalverwaltung. Anfangs wurden nur etwa vier Prozent der Kinder in kleinen Gruppen mit maximal sechs Kindern betreut. Nach der Wiedereröffnung der Schulen und des Einzelhandels ist der Anteil der betreuten Kinder auf etwa 20 Prozent gestiegen. Nur in einem sehr geringen Teil der Einrichtungen werden mehr als die Hälfte der Kinder betreut.

Kitas könnten frühestens ab 18. Mai öffnen

Zum 4. Mai wurde der Anspruch auf Notbetreuung noch einmal erweitert. Die Träger rechnen damit, dass die Zahl der Kinder weiter steigt und die Betreuung in kleinen Gruppen nicht mehr gewährleistet werden kann. In Dresden wurden nach Angaben des Eigenbetriebes Kita am Montag mehr als 4.250 Kinder betreut. In der vergangenen Woche waren es durchschnittlich etwa 3.290 Kinder pro Tag. Insgesamt besuchen in Sachsen etwa 322.000 Kinder eine Kindertageseinrichtung.

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Ministerpräsident Michael Kretschmer will das Konzept zur Wiedereröffnung der Kitas am Mittwoch in der Telefonkonferenz mit den anderen Länderchefs und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) diskutieren. Danach soll mit den Trägern, den Vertretern des Städte- und Gemeindetages sowie des Landkreistages ein Fahrplan erarbeitet werden. „Es ist nicht ganz einfach, weil wir bei größeren Gruppen zusätzliche Räume und Personal brauchen“, sagte Kretschmer. Frühestens übernächste Woche könnten die Kitas dann schrittweise geöffnet werden.

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