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Das Corona-Zelt soll verschwinden

Inzwischen funktioniert die Corona-Testtechnik an den Elblandkliniken reibungslos. Aber die Fallzahlen gehen zurück. Wie lange noch?

Zwei weiße Masken: Thomas de Maizière lässt sich vom Chefarzt des Elblandklinik-Labors Dr. Boris Rolinski die Corona-Testtechnik erklären.
Zwei weiße Masken: Thomas de Maizière lässt sich vom Chefarzt des Elblandklinik-Labors Dr. Boris Rolinski die Corona-Testtechnik erklären. © Claudia Hübschmann

Meißen. Das Zelt ist innen wie außen unauffällig hellgrau. Es steht auf einer Wiese direkt hinter dem Meißner Elblandklinikum. Alle Corona-Tests im Landkreis Meißen werden hier vorgenommen und auch im eigenen Labor ausgewertet. „Es sind schon deutlich weniger geworden“, sagt der Leiter der Notfallambulanz Dr. Thomas Peschel anlässlich eines Besuchs des Bundestagsabgeordneten Thomas de Maizière am Montag.

Die Corona-Ambulanz betreiben die Elblandkliniken gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen. Wenn der fallende Trend anhält und die Kassenärztliche Vereinigung zustimmt, könnte es sein, dass das Zelt wieder verschwindet, sagt der Ärztliche Direktor Dr. Martin Wolz. „Es ist schnell abgebaut, aber auch schnell wieder aufgebaut, wenn die zweite Welle kommt.“

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Das Testpersonal kann dann in einen abgetrennten Bereich direkt im Krankenhaus umziehen und dort - ohne Zelt und ohne Qualitätseinbußen - weiter arbeiten.

Inzwischen funktioniert die Testung in den Elblandkliniken in all ihren Etappen reibungslos, exakt und qualitativ hochwertig. Begonnen bei den Abstrichen im Zelt, die genau vorgenommen und dokumentiert werden, bis hin zur Auswertung im Labor von Dr. Boris Rolinski und seinen fünf Mitarbeitern. Um ganz sicher zu gehen, wird aktuell jeder Patient, der in ein Krankenhaus der Elblandkliniken aufgenommen wird, auf Covid-19 getestet. So will die Klinik verhindern, dass sie sich aus Versehen das Virus ins Haus holt.

Die Elblandkliniken waren von Anfang an vorn bei der Anschaffung vom Testtechnik, sagt Dr. Rolinski. Cycler werden diese Abstrichs-Testgeräte genannt, die rund 24.000 Euro netto pro Stück kosten und 96 Tests auf einmal auswerten können. Die Elblandkliniken haben die Technik auf dem Markt noch kaufen können, bevor sie knapp wurde.

Der Cycler sieht absolut unscheinbar aus, wie ein mittlerer Laserdrucker vielleicht. Die Auswertung dauert eine Stunde und 45 Minuten. Und ist noch mit viel präziser Handarbeit verbunden. „Die Fehlerquote ist extrem gering“, sagt Dr. Rolinski, sofern tief genug abgestrichen wurde, sagt Klinik-Prokurist Rainer Zugehör, haben wir fast keine Fehler. Es kann allerdings vorkommen, dass das Virus im Rachen schon nicht mehr nachgewiesen werden kann, in der Lunge aber schon.

Ein Test kostete zu Beginn der Pandemie 15 Euro netto, jetzt etwa neun Euro. Die neuen Bluttests auf Antikörper oder Immunität sind preiswerter. Sie starteten mit 7,50 Euro netto und liegen jetzt bei 5,50 Euro. „Die Preise purzeln gerade“, sagt Dr. Rolinski. Es gibt dafür bereits zwölf Anbieter am Markt. Allerdings gibt es noch Folgekosten und nötiges Material wie Pipetten und Tubes. Was die Klinik vor allem noch ärgert, ist, dass die Kassen zwar die Abstrich-Tests bezahlen, nicht aber die Bluttests. „Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen“, sagt de Maizière.

Der Ärztliche Direktor berichtet dem Ex-Minister noch, wie er mit seinem Personal die Pandemie bekämpft hat. Ende Februar gab es im Haus 15 Betten auf der Intensivstation, davon elf mit Beatmungstechnik. Das wurde verdoppelt auf jetzt 22 Betten mit Beatmungsmöglichkeit. Da Intensivstationen sehr viel Personal benötigen, wurden geplante Operationen, die nicht dringend sind, auch in Radebeul und Riesa heruntergefahren. Das frei werdende Personal wurde in Meißen eingesetzt.

„Jetzt sind wir dabei, diesen Prozess langsam wieder umzukehren und den Normalbetrieb wieder hochzufahren“, sagt Prokurist Zugehör. Falls die zweite Welle kommt, kann die Klinik innerhalb von drei Tagen wieder umsteuern, sagt der Ärztliche Direktor Dr. Wolz.

Vielleicht ist es die gute Arbeit der Elblandkliniken oder die des Gesundheitsamtes, dass der Landkreis so wenige Corona-Fälle aufweist, sagt Landrat Arndt Steinbach. Damit das so bleibt, sollten zumindest große Konzerte und Veranstaltungen mit Tausenden Gästen noch lange, mindestens bis zum Jahresende untersagt bleiben. Nach den Worten von Dr. Wolz wäre auch ein Immunitätspass hilfreich. Wer immun ist und den Test vorweisen kann, der darf rein, wer nicht, der bleibt draußen. „Ich fände das eine gute Idee“, sagt Dr. Wolz. Thomas de Maizière sieht dafür aktuell keine politische Mehrheit in Berlin. Es sei denn, sagt er, es kommt im Herbst dann doch die zweite Welle. Dann ist alles wieder anders und alles wieder möglich.

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