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Sachsens schönste Radtouren - Teil 3

Elbe, Wein und Steinbrüche – von Meißen nach Riesa begleiten den Radfahrer malerische Landschaften. Auch für Einkehr und Pausen ist genug gesorgt.

Entspannt am Fluss entlang.
Entspannt am Fluss entlang. © Ronny Geißler

Von Ronny Geißler. Hoch über der Elbe thronen sie: die Meißner Burg und der Dom. Schon auf dem ersten Kilometer der Tour rücken die beiden imposanten Bauwerke ins Blickfeld, geht es doch vom Hauptbahnhof direkt über die Eisenbahnbrücke auf die andere Elbseite.

Entstanden im 15. Jahrhundert, gilt die spätgotische Albrechtsburg als erster Schlossbau Deutschlands. Auftraggeber waren die Sachsen gemeinsam regierenden Brüder Ernst und Albrecht von Wettin. Die Burg sollte ein repräsentatives Verwaltungszentrum und gleichzeitig ein Wohnsitz sein. 

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Damit war die Bedeutung früherer Burgen –die Verteidigung der Region –eher zweitrangig, und man kann mit Recht von einem Schloss sprechen. Direkt neben der Albrechtsburg erhebt sich der Dom. Im Jahre 968 wurde er durch Kaiser Otto zur Kathedralkirche erhoben und war bis zur Reformation ein prägendes Zentrum des Bistums Meißen.

Nun jährt sich Luthers Thesenanschlag zum 500. Male – auch den Meißner Dom hat dieser Umschwung in der Kirchenlandschaft sehr geprägt: Er wurde 1581 zu einem evangelisch-lutherischen Gotteshaus. Noch heute noch ist der Dom Sitz des evangelischen Bischofs. 

Das heißt aber auch, er hat keine eigene Pfarrgemeinde, die Kirchensteuern zahlt. Das Hochstift Meißen muss daher selbst Gelder erwirtschaften, vor allem mit dem Eintritt in die Kirche sowie für Veranstaltungen.

Der Elberadweg zeigt, wo´s langgeht

Wer keinen Abstecher den Burgberg hinauf einlegen möchte, folgt fortan einfach dem Elberadweg. Während sich rechtselbisch Granitbrüche und Weinberge abwechseln, sind linkselbisch die Spuren der Geschichte zu bewundern. Kurz nach Meißen befindet sich die Klosterruine Heilig Kreuz. Im 13. Jahrhundert waren hier Benediktinerinnen zu Hause – bis zur Reformation. 1568 wurde das Kloster aufgehoben und letztlich im Siebenjährigen Krieg von 1756 bis 1763 zerstört.

Heute nutzt das Hahnemann-Zentrum die Anlage, es finden Ausstellungen, Veranstaltungen und Märkte statt. Der gebürtige Meißner Christian Friedrich Samuel Hahneman lebte von 1755 bis 1843 und gilt als Vater der Homöopathie. Das nach ihm benannte Zentrum pflanzt denn auch im Klostergarten allerlei Heilpflanzen. Der Radweg schlängelt sich zwischen Straße und Elbwiesen entlang, linkerhand erheben sich wieder Steinbrüche, aus denen der Meißner Granit gewonnen wurde. 

Kurz darauf erreicht die Strecke Diera-Zehren. Radfahrer mit Kindern sollten hier kurz besonders aufpassen, denn sie müssen sich kurz mit Autofahrern die Hauptstraße teilen. Kurz vor einer langgezogenen Linkskurve zweigt der Elberadweg allerdings schon wieder ab. Die Fähre an der Rauhen Furth, an der man wenig später vorbeikommt, tut keinen Dienst mehr.

Nun ist es Zeit für die einzig nennenswerte Steigung auf der Tour. Diese geht zwar nicht den Hügel, den Göhrischfelsen, hinauf, der sich direkt am Elbufer aufbaut, aber drumherum – und auch dafür heißt es etwas in die Pedale treten. Kindern winkt schnell eine Belohnung für den gemeisterten Anstieg: der Naturerlebnispark Hebelei. Seit seiner Gründung 1972 werden hier vom Aussterben bedrohte Haustierarten gehalten und gezüchtet, seien es Skudden-Schafe, afrikanische Burenziegen oder skandinavische Fjällrinder. Für die Kleinsten gibt es einen Streichelzoo und einen Spielplatz.

In Niederlommatzsch angekommen, stehen Radfahrer vor der Wahl, ob sie weitermachen oder abkürzen wollen. Müde Beinchen dürfen hier auf die Fähre steigen. Ansonsten radelt man weiter auf schmalen Wegen, vorbei am Schloss Hirschstein, das

sich auf einem 25 Meter hohen Felsen über die Elbe erhebt. Erst in Boritz trifft der Elberadweg kurz auf eine Straße. Nach dem Ortsausgang weist ein altes Wegkreuz und ein Wegweiser schon seit langem Reisenden den Weg. In Schänitz bekommt der Elberadweg wieder seine eigene Strecke.

Sollte das eigene Rad Sperenzchen machen, so gibt es im ortsansässigen Fahrradladen sicher Abhilfe. Nach wenigen Kilometern trifft man in Riesa ein – dem Wendepunkt der Tour. Die Elbe lässt sich entweder per Fähre überqueren, oder, etwas weiter entfernt, auf der Elbebrücke. Um dorthin zu gelangen, führt die Tour via Niederlagstraße durch die Fußgängerzone, in der diverse Einkehrmöglichkeiten locken. Danach geht es durch ein Wohngebiet und über eine Fußgängerbrücke über die vielbefahrene B169, um auf einer separaten Radund Fußgängerspur die Brücke zu überqueren.

Auf der anderen Seite gibt es auch einen Elberadweg – einfach den Schildern nach Meißen folgen. Besonders in Nünchritz ist ein wachsames Auge für die Wegmarkierung gefragt, hier wechselt man kurz auf die Meißner Straße. Ein paar Kilometer weiter stromaufwärts liegt Diesbar-Seußlitz mit seinem Schlösschen und mehreren Weinstuben. 

Das Schloss, einst vom Frauenkirche-Erschaffer George Bähr umgebaut, ist seit längerem in Privatbesitz, der dazugehörige Park allerdings geöffnet. Die liebliche Landschaft macht die letzten Kilometer unglaublich leicht, im Sommer kommt fast ein bisschen Südfrankreich-Feeling auf. Anstrengend ist die Radelei ohnehin nicht mehr. Und so rollt man recht entspannt an der Knorre vorbei, einem historischen Hotel mit Einkehrmöglichkeit, bis nach Meißen hinein. Erst kurz vor der Eisenbahnbrücke geht es links zum Bahnhof hinauf.

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Länge: 57 km, Höhenmeter:220 hm, Sehenswürdigkeiten: Meißen, Elbtal, rechts elbische Granitbrüche und Weinberge, Göhrischfelsen, Diera-Zehren, Schloss und Park Neu-Hirschstein, Riesa, Schloss Promnitz, Windmühle Grödel, Nünchritz, Leckwitz, Diesbar-Seußlitz, Startpunkt:Meißen, Hauptbahnhof

Radtyp: Tourenrad, Rennrad, Familien

Schwierigkeit: 1/5

In Kooperation mit dem adfc Sachsen

Streckenkarte. 
Streckenkarte.  © Grafik: Sylvia Tietze

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