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Kamenz

Trotz Corona: Großer Andrang auf dem Hutberg

Der Kamenzer Hausberg lockt mit Farbenpracht - und auch der Biergarten öffnet bald wieder.

Wirt Frank Fuhrmeister freut sich: Ab 15. Mai kann er auf dem Kamenzer Hutberg den Biergarten öffnen.
Wirt Frank Fuhrmeister freut sich: Ab 15. Mai kann er auf dem Kamenzer Hutberg den Biergarten öffnen. © René Plaul

Kamenz. Das war ein Mai-Wochenende, wie es alle mögen: sonnig, warm und voller Blütenduft.  Auch auf dem Hutberg in Kamenz, der gerade in prächtiger Blüte steht. Die uralte Waldpark-Anlage lockt jedes Jahr vor Himmelfahrt und Pfingsten Tausende Ausflügler aus Nah und Fern an. Aber jetzt ist Corona, es gibt jede Menge Einschränkungen. Doch die Natur schert sich nicht darum.

Und gerade zum Muttertag tummelten sich auf den Wegen, Alleen und Aussichtsplateaus auch jede Menge Ausflügler mit Rucksack und Handys. Selfies  inmitten der pink- und orangefarbenen Azaleen-Pracht sind ein Muss. Jede lilafarbene Rhododendron-Knospe gelangt ins Visier. Dazu gibt es seltenen Bäume und eine herrliche Aussicht ins Lausitzer Land. 

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Die Corona-Krise tut dem Interesse an den botanischen Kostbarkeiten von Kamenz keinerlei Abbruch. Die Parkplätze am Fuß des Hutberges sind bereits seit letzter Woche voll. Die Kennzeichen  zeugen davon, dass es auch Leute aus ferneren Gegenden herzieht. Wanderungen und Tagesausflüge sind ja wieder erlaubt und erfreuen sich - wohl aus  Mangel an anderen Freizeitbetätigungen - riesigen Zuspruchs. Auch das Wetter passte in den zurückliegenden Tagen. 

Zum Muttertag tummelten sich auf den Wegen, Alleen und Aussichtsplateaus jede Menge Ausflügler mit Rucksack und Handys.
Zum Muttertag tummelten sich auf den Wegen, Alleen und Aussichtsplateaus jede Menge Ausflügler mit Rucksack und Handys. © Ina Förster

Kamenz wurde so am Wochenende  zum Ausflugsziel Nummer Eins in der Lausitz. Tausende Menschen pilgerten durch die grüne Lunge der Stadt und bewunderten die Rhododendren und Azaleen. Viele sind uralt, andere Pflanz-Quartiere entstanden in den letzten Jahren neu - dank der Kamenzer Stadtgärtnerei sowie des unermüdlichen Wirkens des Fördervereins Kamenzer Hutberg. Auch der Aussichtsturm lockte.

Wer sich begegnete, hielt Abstand, man bot anderen den Vorrang, wartete höflich an engen Stellen. Auffällig war, dass fast jeder grüßte. Wer sich dieser Tage hinaus wagt, scheint automatisch zu einer eingeschworenen Gemeinschaft zu gehören. Corona hat die Benimm-Regeln neu aufgelegt.

Restaurant bleibt vorerst zu

Am Fuß des Berges verspricht die Hutberg-Gaststätte einen Imbiss. Das kommt an. "Hoffentlich gibt es ein Bier oben. Und eine Bratwurst. Dann ist die Welt in Ordnung", tönte ein Familienvater. Andere hatten Kuchen im Körbchen für ein Picknick  dabei. 

Wer es bis zum Gipfel schaffte, wurde belohnt. Wirt Frank Fuhrmeister und sein Team hielten eine kleine Karte parat: Soljanka, Bockwurst, Pommes, Lausizzgriller, Eis und allerlei Getränke. Die Wanderer verteilten sich im Areal. Der Biergarten ist noch nicht aufgebaut. Das passiert erst kurz vor dem 15. Mai, wenn in Sachsen die Gastronomie wieder öffnen darf. "Wir warten ab, wie die genauen Ansagen lauten. Das ändert sich täglich", so Fuhrmeister.

Es wird nur Sitzplätze für 20 bis 25 Leute geben, dafür eine größere Speisekarte. "Das Restaurant bleibt aber zu. Familienfeiern sind eh abgesagt und die Auflagen so streng, dass es sich nicht lohnt. Und ich habe keine Lust, meine Gäste zu nötigen, mir ihre Kontaktdaten zu geben", sagt der Wirt.

Bleibt das Außengeschäft. Das läuft dank der Blüte. Vielleicht gibt's sogar Blasmusik in abgespeckter Form zu Pfingsten. "In dieser kühlen Woche ist noch einmal geschlossen, aber ab Freitag starten wir durch", sagt Fuhrmeister.

Noch bis Pfingsten wird der Kamenzer Hutberg mit seinen Rhododendron- und Azaleenbüschen eine Augenweide sein. Späte Sorten sind noch nicht aufgeblüht, und die kühle "Eisheiligen-Woche" gebietet der Pracht derzeit etwas Einhalt.
Noch bis Pfingsten wird der Kamenzer Hutberg mit seinen Rhododendron- und Azaleenbüschen eine Augenweide sein. Späte Sorten sind noch nicht aufgeblüht, und die kühle "Eisheiligen-Woche" gebietet der Pracht derzeit etwas Einhalt. © Ina Förster

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