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Doch kein Wochenmarkt in Görlitz

Die Ankündigung vom Dienstag, dass der Görlitzer Markt wieder öffnen wird, wurde am Mittwoch zurückgenommen. Wer ist Schuld am Durcheinander?

Von Maximilian Helm
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Der Marktplatz auf der Elisabethstraße bleibt auch am Donnerstag geschlossen.
Der Marktplatz auf der Elisabethstraße bleibt auch am Donnerstag geschlossen. © Maximilian Helm

Francois Fritz bemüht sich um Ruhe. Das dürfte dem Hotelier und Betreiber des Wochenmarktes in Görlitz derzeit nicht leicht fallen. Erst am Dienstag hatte er auf SZ-Anfrage bestätigt, dass der Markt am Donnerstag wieder öffnen werde. Am späten Mittwochnachmittag zog er jedoch zurück. Der Markt bleibt nun zu.

"Jeden Tag ändert sich etwas", klagt Fritz. Am Mittwoch hatte das Görlitzer Gewerbeamt noch einmal die genauen Vorgaben geschickt, darunter ein Merkblatt der Landesregierung. Darin wird die Frage aufgegriffen: "Dürfen Wochenmärkte noch stattfinden?" Antwort: "Nein, Wochenmärkte sind nicht zulässig." Erlaubt seien jedoch "mobile Verkaufsstände für Lebensmittel, Garten- und Tierbedarf." 

"Laut Vertrag dürfen wir die Fläche nur als Wochenmarkt nutzen, doch der ist verboten", so Fritz. Juristisch sei die Situation unklar. Darüber hinaus müsse er für Hygiene nach Standards des Robert-Koch-Instituts sorgen, beispielsweise für Desinfektionsmittel in Toiletten. "Das wird aber ständig zusammen mit dem Toilettenpapier geklaut und für Aufpasser habe ich kein Personal", so der Betreiber. 

Angst vor persönlicher Haftung

Dazu käme, dass er persönlich haftbar sei. "Ordnungs- und Sicherheitskräfte werden die Einhaltung der Regelungen immer wieder kontrollieren", kündigt die Stadt Görlitz in einer Pressemitteilung an. "Wenn man uns haftungsfrei gestellt hätte, würden wir den Markt natürlich durchführen", so Fritz, "aber so können wir das Risiko nicht eingehen."

Möglich wäre jetzt, dass die Stadt eine Fläche auslobt, auf der Händler nach den Vorgaben verkaufen können. "So weit sind wir noch nicht mit unserer Planung", sagt Rathaussprecherin Annegret Oberndorfer. Die Absage von Fritz habe auch die Stadt überrascht - nachdem man sich noch am Tag zuvor auf ein Vorgehen geeinigt habe. "Die Vorgaben vom Land sind eindeutig", so die Sprecherin.

Die Stadt Niesky hält hingegen offenbar am Plan fest, kommenden Dienstag zu öffnen. "Bisher habe ich nichts Gegenteiliges erfahren", so Bernd Barthel, der Wochenmarkt-Abgeordnete der Stadt. Das zuständige Ordnungsamt war am Mittwoch nicht mehr für eine Stellungnahme zu erreichen.


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