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Einigung zum Neustädter Markt

Dresden will den Platz weitläufig umgestalten. Der Bauausschuss hat sich nun auf die Eckpunkte festgelegt. Eine Hürde bleibt aber noch.

Wie soll der Neustädter Markt aussehen? Darüber wird der Stadtrat voraussichtlich am Donnerstag entscheiden.
Wie soll der Neustädter Markt aussehen? Darüber wird der Stadtrat voraussichtlich am Donnerstag entscheiden. © Archiv: René Meinig

Dresden. Einer der zentralsten Plätze Dresdens soll umgestaltet werden: der Neustädter Markt mit dem Goldenen Reiter. Am Donnerstag wird der Stadtrat das Projekt auf den Weg bringen, so der Plan. Bereits im Vorfeld haben sich die Parteien weitgehend darauf geeinigt, wie der Platz bis zum Königsufer hinunter einmal aussehen wird.

Basis soll der Siegerentwurf sein, der im vergangenen Jahr gekürt wurde. Darüber hinaus wird der Verwaltung nahegelegt, die Zweit- und Drittplatzierten in die weiteren Planungen einzubinden. Das empfiehlt der Bauausschuss, der vergangene Woche tagte, einstimmig.

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Keine neuen Häuser am Goldenen Reiter

Was heißt das? Weitestgehend unstrittig ist, dass die im Krieg zerstörten barocken Bürgerhäuser zwischen dem Hotel Bellevue und dem Blockhaus soweit wie möglich nach historischem Vorbild wieder aufgebaut werden sollen. Geplant ist außerdem, das Areal zwischen der Augustusbrücke und dem Finanzministerium zu bebauen. Hier spricht sich der Bauausschuss für eine kleinteilige Fassadengestaltung aus - sowohl zur Straße als auch zum Ufer hin gesehen. Die alten Platanen sollen erhalten bleiben.

Was den Neustädter Markt selbst angeht, so werden dort vorerst keine Häuser links und rechts des Goldenen Reiters gebaut. Dieser Punkt, der im Siegerentwurf enthalten ist, soll zurückgestellt werden, wenn es nach dem Bauausschuss geht. Stattdessen wird vorgeschlagen, den Markt neu zu gestalten - als Freiraum und Veranstaltungsfläche mit hoher Aufenthaltsqualität. Einstimmig votierten die Ausschussmitglieder dafür, dass die Brunnen instandgesetzt werden. Eine stärkere Begrünung steht ebenfalls auf der Vorschlagsliste.

So sieht der Siegerentwurf für den Neustädter Markt aus. Der Bauausschuss empfiehlt jedoch Änderungen. So sollen am Goldenen Reiter keine neuen Häuser gebaut werden.
So sieht der Siegerentwurf für den Neustädter Markt aus. Der Bauausschuss empfiehlt jedoch Änderungen. So sollen am Goldenen Reiter keine neuen Häuser gebaut werden. © BERND ALBERS Gesellschaft von Architekten GmbH mit

Eingegriffen werden soll auch in den Straßenzug. Die Große Meißner Straße beziehungsweise die Köpckestraße schneiden die Innere Neustadt vom Elbufer ab, heißt es. Deshalb soll eine Verengung der Fahrbahn untersucht werden, aber auch Möglichkeiten für eine unterirdische Verlegung der Straße, sprich einen Tunnel, gefunden werden. Während es für diese Empfehlung nur 8 von 15 Stimmen gab, spricht sich die überwiegende Mehrheit dafür aus, die Straßenbahngleise zwischen Carolaplatz und kleiner Marienbrücke von der Straßenmitte auf die Nordseite zu verlegen, also in Richtung Albertplatz. Für den Carolaplatz wünscht sich die Mehrheit der Ausschussmitglieder einen weiteren städtebaulichen Wettbewerb mit dem Ziel der Umgestaltung. Für den Palaisplatz sei dies ebenso zu erwägen. Die komplette Beschlussempfehlung des Ausschusses kann man sich hier ansehen.

Nach langen Verhandlungen mit SPD, CDU und Linken sei es gelungen, eine breit getragene Verständigung zu erzielen, sagte Thomas Löser am Dienstag. Der Stadtrat ist baupolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion. Er sieht in dem Kompromiss einen behutsamen Übergang von der Elbe zu einer geschlossenen, kleinteiligen Bebauung. Auf Initiative der Grünen hin sei empfohlen worden, dass die Gebäude am Königsufer auch öffentlich genutzt werden sollen. "Ausschließlich hochpreisiger Wohnungsbau und weitere Ladengeschäfte sind an dieser prominenten Stelle direkt gegenüber der Brühlschen Terrasse nicht angemessen", so Löser.

Straßenverkehr bleibt Zukunftsaufgabe

Zu Bebauung des Neustädter Marktes, wie es der Siegerentwurf vorsah, meint Löser, dass es in Zeiten des Klimawandels der völlig falsche Ansatz wäre, Grünflächen in der Stadt aufzugeben. Die Grünen würden den Beschluss auch als ein Bekenntnis zur ostmodernen Architektur verstehen.

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