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Mit dem Dampfer zum Ferienspiel

Monika Hengst verbindet mit den Elbdampfern einige ihrer schönsten Kindheitserinnerungen. Heute hat sie allerdings ein Problem mit der Flotte.

Monika Hengst brachten die Dresdner Dampfer einst zu den Ferienspielen in die Heide.
Monika Hengst brachten die Dresdner Dampfer einst zu den Ferienspielen in die Heide. © Sven Ellger

Dresden. Oft konnte sie es kaum erwarten. Von der 76. Grundschule in Briesnitz aus lief Monika Hengst Anfang der 50er-Jahre zusammen mit ihren Mitschülern zur Anlegestelle in Cotta und gemeinsam fuhren sie bis Neustadt. "Dann sind wir ein Stück die Straße langgelaufen und dann waren wir auch schon in der Dresdner Heide am Fischhaus, wo unsere Ferienspiele stattfanden", erinnert sich die 81-Jährige.

Damals seien die Fahrten mit dem Dampfer noch billig gewesen und damit das ideale Fortbewegungsmittel für die Kinder. Die Straßenbahnen waren dagegen eher für die Werktätigen reserviert und Autos spielten keine Rolle.

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Eine der Fahrten zu den Ferienspielen hat die Seniorin noch in besonderer Erinnerung. "Auf einmal zog ein schweres Gewitter auf und die Anlegestelle in Cotta war noch nicht in Sicht. Da hatten wir ganz schöne Angst." 

Von den Ferienspielen in der Dresdner Heide Anfang der 1950er-Jahre schwärmt Monika Hengst (obere Reihe, Dritte v.l.) noch heute.
Von den Ferienspielen in der Dresdner Heide Anfang der 1950er-Jahre schwärmt Monika Hengst (obere Reihe, Dritte v.l.) noch heute. © Repro/Sven Ellger

Dennoch begleitete sie die Faszination für die Dampfer ein Leben lang. Mit ihrem Mann, der vor 15 Jahren starb, sei sie zu DDR-Zeiten immer mal wieder mit der Weißen Flotte unterwegs gewesen, vor allem in Richtung Sächsische Schweiz. "Die Schiffe waren damals immer ganz schön voll", erinnert sie sich. Auch ihr gemeinsamer Sohn Matthias sei häufiger bei den Fahrten dabei gewesen.

"Ich kann mich auch erinnern, dass im Sommer fast in jedem Haus ein Aushang mit den Fahrtzeiten der Dampfer hing", sagt Monika Hengst. Genau das ist heute ihr Problem. Da dieses neumodische Internet nichts für sie ist und sie auch sonst keinen Fahrplan zur Verfügung hat, weiß sie nie, wann wo welcher Dampfer ablegt. Womöglich hätte sie sonst schon längst wieder den ein oder anderen Ausflug auf der Elbe gemacht.

Die Nachrichten der vergangenen Wochen habe Monika Hengst traurig gemacht. Interessiert verfolgt sie jede neue Wendung in dem Drama um die Insolvenz der Sächsischen Dampfschiffahrt und glaubt fest an ein Happy End. "Die Dampfer dürfen nicht verschwinden", sagt sie. "Sie gehören doch zu Dresden."

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