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Ist sie Dresdens nächstes Supermodel?

Yenni Schwan erobert von Dresden aus die Modemetropolen. Dabei wollte sie eigentlich Diplomatin werden. Warum ihr die Corona-Pause nichts anhaben kann.

Entdeckung: Yenni Schwan tritt als neuer Stern am Modelhimmel in die Fußstapfen des Dresdner Topmodels Nicole Atieno.
Entdeckung: Yenni Schwan tritt als neuer Stern am Modelhimmel in die Fußstapfen des Dresdner Topmodels Nicole Atieno. © SMC Model Management

Dresden. Hebt der Flieger ab, sollte man drin sitzen. Sonst bleibt man zurück. Als Yennis Rakete vor der Tür stand, hat sie nicht gezögert. Sie ist eingestiegen und losgeflogen. So schnell, dass ihr nachträglich schwindelig wird. Zumindest dann, wenn sie erzählt, wie alles kam: der erste Kontakt zur Agentur, die ersten High Heels an ihren Füßen, die ersten Schritte über einen Laufsteg, die ersten Shootings und Reisen in fremde Länder.

"Als ich 13 Jahre alt war, habe ich Germany's Next Topmodel im Fernsehen geschaut und fand die Mädchen dort toll", erinnert sie sich. Jetzt ist Yenni gerade 18 Jahre alt geworden, und ihre eigenen Erfahrungen im Modelbusiness waren nicht nötig, um Show und Wirklichkeit zu unterscheiden. "Ich habe mir recht bald gedacht: Heidi Klums Models sind zwar zum Teil bekannt, aber der richtige Weg zu High Fashion ist das nicht." Außerdem wollte sie ja auch gar nicht Model werden. Internationale Beziehungen zu studieren, vielleicht Diplomatin werden, das reizte sie. Nun kommt es doch ganz anders.

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Endspurt - jetzt geht es um alles! Denn das Ende der Schulzeit rückt in greifbare Nähe und damit auch die Chance auf einen der heiß begehrten Wunschausbildungsplätze.

"Ein Freund meiner Mutter hat mich Alex vorgestellt. So fing alles an", erzählt Yenni. Gemeint ist Alexander David Kern. Der "Supermodel-Macher" oder "Model-Headhunter", so wird er von Branchenblättern genannt. Zusammen mit seiner Mutter Veronique betreibt er die Agentur SMC Model Management, die auch die Dresdnerin Nicole Atieno zum Topmodel entwickelt hat.

Mal niedlich im rosafarbenen Stöffchen, mal selbstbewusst in klassischem Schwarz: Yenni Schwan überzeugt als wandelbares Model.
Mal niedlich im rosafarbenen Stöffchen, mal selbstbewusst in klassischem Schwarz: Yenni Schwan überzeugt als wandelbares Model. © SMC Model Management

Auf dieses erste Treffen mit langen Gesprächen folgte ein Besuch in Berlin. "Da bin ich mit Alex shoppen gegangen und habe unter anderen meine ersten eigenen High Heels gekauft", erinnert sich Yenni. Bis dahin hatte sie nur die ihrer Mutter ausprobiert und mit einer Freundin zusammen gelegentlich Instagram-Fotos gepostet. Nun zeigten ihr ihre Entdecker, wie Kleider Leute machen, wie man sich in coolen Outfits bewegt und auftritt, wenn es darum geht, einen Modelvertrag zu bekommen.

"Alex und Veronique haben mich so gut vorbereitet, dass ich nichts zu befürchten hatte. Dafür bin ich sehr dankbar", erzählt die Newcomerin. Dass der erste Kontakt zu ihnen  gerade mal ein Jahr her ist, kann sie selbst kaum glauben. So viel ist passiert seitdem. Kaum hatte sie die Basics ihres unverhofften Jobs gelernt, wurde sie auch schon für Fotostrecken in Magazinen gebucht, und eine britische Agentur nahm sie unter Vertrag. So flog sie mit 17 Jahren nach London und arbeitete dort drei Monate lang.

Ihr Wirtschaftsabitur ließ sie trotzdem nicht sausen. "Ich bin in einer Online-Schule angemeldet und kann so überall lernen, wo ich bin. Meine Schulaufgaben habe ich per Laptop immer dabei." Damit ist Yenni Schwan jetzt fein raus. Denn für sie ändert sich in Sachen Unterricht auch in Corona-Zeiten nichts. Während Gleichaltrige das Lernen vom Klassenzimmer an den heimischen Schreibtisch verlegen mussten, bereitet sich Yenni wie gewohnt auf ihre Prüfungen vor.

Yenni ganz privat - mit ihrem Lieblingsalat. Die 18-Jährige kocht gern und ernährt sich sehr gesund.
Yenni ganz privat - mit ihrem Lieblingsalat. Die 18-Jährige kocht gern und ernährt sich sehr gesund. © privat

Das tut sie mit großer Disziplin. Seit sie von ihrem Job in London zurück nach Dresden gekommen ist, verbringt sie die meiste Zeit zu Hause. "Eigentlich hätte ich noch ein Shooting in Spanien gehabt, aber da hatte sich die Lage rund um Corona schon zugespitzt." 

Daheim bei ihren Eltern strukturiert sie nun ihren Tag, schläft nicht ewig lange, startet mit 40 Minuten Workout in den Morgen, frühstückt und sitzt dann über ihren Schulaufgaben. "Am Nachmittag gehe ich spazieren, gönne mir ein Beautyprogramm, und am Abend koche ich gern."

Wenn der Corona-Spuk vorbei ist, hofft sie auf einen der ersten Flieger zurück nach London. Paris, Barcelona, Mailand, auch dort hat sie schon gemodelt. "Vorher war ich nie in einer solchen Metropole", erzählt Yenni. Nun wartet die große, weite Welt auf sie. "Ich versuche, immer positiv zu denken. Dann passiert auch Positives!"

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