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Wer steht auf Dynamos Wunschliste?

Das Schlusslicht braucht auf fast allen Positionen Verstärkungen. Fündig werden könnten die Dresdner auch bei Hertha BSC.

Von Daniel Klein
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Robin Bormuth möchte spielen – und deshalb weg aus Düsseldorf. Kommt er nach Dresden?
Robin Bormuth möchte spielen – und deshalb weg aus Düsseldorf. Kommt er nach Dresden? © dpa/Tom Weller

Am Freitag bittet Markus Kauczynski die Mannschaft zum Trainingsauftakt in den Großen Garten. Ob dann bereits Dynamos erste Winter-Neuzugänge dabei sind, ist nicht abzusehen. Noch hat das Zweitliga-Schlusslicht keinen Transfer vermeldet. Dass Handlungsbedarf besteht, ist jedoch unstrittig. „Nur gut zu trainieren, wird am Ende sicher nicht reichen“, hatte Kauczynski im SZ-Interview erklärt. Er meinte damit zwar das Mentale. Optimismus kann man aber auch mit einer Hoffnung weckenden Einkaufstour entfachen.

Das passende Personal zu finden, wird nicht einfach. Der Markt ist in der Winterpause überschaubar. Die Neuzugänge müssten bereit sein, in der nächsten Saison auch in der 3. Liga für Dynamo zu spielen. Sie müssten zudem zum neuen System passen, dass wohl ein völlig anderes wird als unter Kauczynskis Vorgänger Cristian Fiel, der mit seinem gescheitert war. Und nicht zuletzt ist alles eine Frage des Geldes. 1,7 Millionen Euro, hatte Sportdirektor Ralf Minge angekündigt, stehen bereit. Klingt viel, ist es aber nicht unbedingt – vor allem dann nicht, wenn Profis aus laufenden Verträgen herausgekauft werden müssen. Wer passt da ins Schema?

Gesucht wird bei den Schwarz-Gelben abgesehen von Torwart Kevin Broll, der seine Vorderleute zuletzt scharf kritisiert hatte, quasi auf allen Positionen, weil es überall hapert. Vorne wurden zu wenige Tore geschossen und hinten zu viele kassiert. Die Abwehr zu stabilisieren, ist deshalb eine wichtige Aufgabe. Robin Bormuth wäre dafür ein Kandidat. Der 24 Jahre junge und 1,90 Meter große Innenverteidiger stand in der Hinrunde bei Fortuna Düsseldorf lediglich zweimal in der Startelf und deutete an, den Bundesligisten verlassen zu wollen. Allerdings sollen auch andere Zweitligisten wie Hannover 96 und der 1. FC Nürnberg, genauso wie englische Klubs, an Bormuth interessiert sein. Da sein Vertrag am Saisonende ausläuft, könnte Düsseldorf jetzt noch eine hübsche Ablösesumme kassieren – falls Trainer Friedhelm Funkel ihn überhaupt gehen lässt.

Ebenfalls für die Abwehrkette infrage käme Anthony Jung. Der 28-Jährige steht beim dänischen Erstligisten Bröndby IF unter Vertrag, soll den Verein aber nach der Entlassung von Trainer Alexander Zorniger durch eine entsprechende Klausel in seinem Arbeitspapier verlassen können. Dass der gebürtige Spanier drei Jahre für RB Leipzig gekickt hat, sollte kein Hinderungsgrund sein. Schließlich hatte auch Ex-Stürmer Stefan Kutschke eine Vergangenheit bei den Rasenballern, wurde von den Dynamo-Fans trotzdem gefeiert. Was gegen ihn spricht, ist seine Lieblingsposition: Der Linksfuß fühlt sich auf der linken Abwehrseite am wohlsten, bei Dynamo ist der Bedarf rechts größer.

Für den Angriff gibt es ebenfalls einige Kandidaten. Der bereits im Sommer gehandelte Ex-Auer Pascal Köpke dürfte nun rausfallen. Gehörte der Stürmer bei Hertha BSC in der Hinrunde teilweise nicht mal mehr zum Spieltagskader, bekam er unter dem neuen Trainer Jürgen Klinsmann zuletzt zwei Kurzeinsätze. Unwahrscheinlich, dass er sich nun ausleihen lässt.

Dafür könnte Köpkes Mannschaftskollege Salomon Kalou interessant sein. Der 34 Jahre alte Ivorer wurde vom Trainingsstart der Berliner wegen eines Wechselwunsches freigestellt. Der ehemalige WM-Teilnehmer bringt reichlich Erfahrung mit, erzielte 48 Bundesliga-Tore. Eine langfristige Lösung wäre Kalou aufgrund seines Alters sicher nicht, doch um Dynamos Sieben-Punkte-Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz aufzuholen, sicher eine interessante Lösung. Ebenfalls im Gespräch sein sollen auch der Herthaner und Ex-Dynamo Alexander Esswein, Artur Sobiech (Lechia Gdansk) sowie Mikael Ishak (Nürnberg). Vielleicht taucht ja einer am Freitag auf.