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Edeka schließt Tochter-Betrieb in Mockritz

Die 70 Mitarbeiter wechseln von Großweitzschen nach Berbersdorf ins Logistikzentrum. Dort übernimmt Edeka den Standort von Landgard.

Das Edeka-Lager in Berbersdorf soll erweitert werden. Dabei wird das Landgard-Areal übernommen. In Mockritz wird hingegen ein Edeka-Standort geschlossen.
Das Edeka-Lager in Berbersdorf soll erweitert werden. Dabei wird das Landgard-Areal übernommen. In Mockritz wird hingegen ein Edeka-Standort geschlossen. © Dietmar Thomas

Striegistal/Großweitzschen. Die Franken-Gut Fleischwaren GmbH wird ihren Standort in Mockritz bei Döbeln schließen. Das verkündete am Dienstag die Edeka-Unternehmensgruppe Nordbayern-Sachsen-Thüringen. Hintergrund für die Schließung der Edeka-eigenen Fleisch- und Wurstwarenproduktionsfirma im Großweitzschener Gewerbegebiet Heiterer Blick ist eine Erweiterung des Logistikzentrums von Edeka am Standort in Berbersdorf. Dort wird das Unternehmen die Immobilie von Landgard übernehmen. 

Geplant ist, dass aus jenem Logistikzentrum ein „Ultrafrische-Logistikzentrum für alle Bedienthekensortimente“ entsteht, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung von Landgard und Edeka. Im Zuge dessen wird der Standort in Mockritz aufgegeben. 

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Die Franken-Gut Fleischwaren ist zu 100 Prozent eine Tochter des Edeka-Konzerns und hat noch weitere Betriebsteile in Nürnberg sowie Rottendorf. In Mockritz wurden zuletzt Waren für rund 400 Märkte von Edeka in Thüringen, Sachsen sowie Nordbayern zusammengestellt. 

Nach Angaben von Stefanie Schmitt, Vorstandssekretärin bei der Edeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen Stiftung & Co. KG, sind 70 Mitarbeiter von der Schließung betroffen. Sie alle sollen mit nach Berbersdorf umziehen.

Erweiterung bei Edeka: Etwa 10.000 Produkte mehr

Damit die Beschäftigten dort ihren Dienst aufnehmen können, muss allerdings das derzeitige Logistikzentrum von Landgard umgebaut werden. Die Bedienthekenlogistik aus Mockritz wird an den Standort umziehen und es soll zu einer Erweiterung des Sortiments kommen, informierte Schmitt. Was aus der Immobilie in Mockritz wird, ließ die Vorstandssekretärin offen.

Die Erweiterung am Standort hat allerdings auch Auswirkungen auf das bisherige Lager in Berbersdorf, in dem aktuell rund 360 Mitarbeiter beschäftigt sind. Dort sollen Schmitt zufolge alle Sortimentbereiche sowie die Infrastruktur erweitert werden. 

„Die für uns neue Option, das bereits bebaute Landgard-Areal für die Lagerung unserer Bedientheken-Sortimente zu erwerben, machte eine grundlegende Überarbeitung des Logistikkonzeptes notwendig. Wir befinden uns nun nach Abschluss des Kaufvertrags auf Kurs, sodass wir nächstes Jahr mit den Bauarbeiten beginnen können“, erklärte Schmitt.

Rund 70 Beschäftigte arbeiten bei der Franken-Gut Fleischwaren GmbH im Gewerbegebiet in Mockritz. Der Standort wird geschlossen.
Rund 70 Beschäftigte arbeiten bei der Franken-Gut Fleischwaren GmbH im Gewerbegebiet in Mockritz. Der Standort wird geschlossen. © Dietmar Thomas

2015 wurde das bisher rund 48.000 Quadratmeter umfassende Lager von Edeka an der Autobahn 4 in Betrieb genommen. Von Berbersdorf aus werden rund 370 selbstständige EDEKA-Kaufleute in Sachsen und Teilen Thüringens mit dem gesamten Lebensmittelsortiment versorgt. 

„Das Regionallager umfasst neben Grundnahrungsmitteln, Frischeprodukten, Tiefkühlkost auch Non-Food-Sortimente“, heißt es in einer früheren Mitteilung von Edeka. 

Im Zuge der Erweiterung sollten insbesondere die Bereiche Frische, Tiefkühl- und Trockensortiment wachsen und sich die Artikelanzahl um rund 2.800 Artikel auf 12.700 Artikel erhöhen, informierte die Gruppe. Rund 80 Millionen Euro sollten den Angaben von Edeka-Vorstand Sebastian Kohrmann zufolge in die Erweiterung im Striegistal investiert werden.

"Wir wollen näher an unsere Kunden rücken"

Ende August nun hatten sich Landgard und die Edeka Unternehmensgruppe auf die Übernahme des Logistikzentrums geeinigt. Zum Jahresende soll diese vollzogen werden.

„Landgard wird das komplette Leistungsspektrum für Erzeuger und Kunden in der Region Ost an einen neuen, logistisch geeigneteren Standort verlagern, der optimale Voraussetzungen für den weiteren Ausbau des Dienstleistungsbereichs bietet“, lautet die Begründung für die ausgehandelte Übernahme in der Mitteilung von Edeka und Landgard. 

„Wir wollen mit einer passgenauen Immobilie effizienter werden und zudem näher an unsere Kunden rücken“, äußerte sich Karl Voges, Vorstand der Landgard eG. Daher sei vor einigen Monaten damit begonnen worden, mit der Edeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen Gespräche über die Nachnutzung der Immobilie in Berbersdorf zu führen.

Edeka: Umsatzplus von 13,5 Prozent im Jahr 2020

Bei Edeka stieß das Unternehmen dabei auf offene Ohren. Denn das Unternehmen hatte eigenen Angaben zufolge ohnehin eine Erweiterung am Standort auf rund 79.000 Quadratmeter geplant. Nach dem Umbau der Immobilie von Landgard „entstehen dann zusätzlich weitere rund 10.500 Quadratmeter Logistikfläche am Standort“, heißt es weiter. 

Der Standort werde damit zur zentralen Drehscheibe für die Belieferung der Edeka-Märkte in Sachsen und Thüringen für sämtliche Sortimentsbereiche und sei nach der Flächenerweiterung sowie dem Zukauf für die künftigen Wachstumserfordernisse gut gerüstet. 

Ende des Jahres wird Edeka (vorn) die Immobilie von Landgard (hinten links) im Gewerbegebiet in Berbersdorf übernehmen.
Ende des Jahres wird Edeka (vorn) die Immobilie von Landgard (hinten links) im Gewerbegebiet in Berbersdorf übernehmen. © Dietmar Thomas

Grund für die Erweiterung in Berbersdorf ist das starke Wachstum an Umsatz und Absatz der Unternehmensgruppe. Der Umsatz sei 2019 um 4,2 Prozent gestiegen, im Jahr 2020 bisher um 13,5 Prozent. Die Mitarbeiter von Landgard übernimmt Edeka allerdings nicht. „Es findet kein Betriebsübergang statt“, machte Stefanie Schmitt deutlich.

Das Grundstück von Landgard mit Gebäude umfasst rund 78.500 Quadratmeter. Die Lagerhalle hat eine Kapazität von rund 10.000 Quadratmetern. Anfang August 2017 ist der Umschlagplatz für Obst und Gemüse in Betrieb gegangen. Dafür wurden zwei Standorte von Landgard in Dresden und Chemnitz zusammengelegt. 

Kommt eine zweite Logistikhalle auf neuem Areal?

Fast alle 125 Mitarbeiter der beiden Betriebsteile waren damals mit nach Berbersdorf gekommen. 30 bis 40 zusätzliche Stellen sollten zudem neu geschaffen werden, kündigte 2017 Jens Pawlik, Geschäftsführer der Landgard Ost Obst und Gemüse GmbH, an.

Knapp elf Millionen Euro hatte das Unternehmen in den Neubau investiert. Die Ortswahl hatte vor allem geografische Gründe. Über die Nähe zur A 4 ist das Logistikzentrums auch gut an die A 14, A 13 sowie A 72 und A 17 angebunden. Der Spatenstich für den Neubau erfolgte im November 2016. 

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Schon fast zehn Jahre zuvor gab es Gespräche mit der Gemeinde über eine Ansiedlung von Landgard. Bereits während des Baus hatte das Unternehmen eine Erweiterung am Standort mit vorgesehen. 

Die Halle war so konzipiert worden, dass eine zweite, ebenfalls rund 10.000 Quadratmeter große angebaut werden kann. Das entsprechende Land dazu hatte Landgard bereits erworben.

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