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Eine Gartenstadt für Meißen

Die Seeg hat am Mücke-Ring ein Bauprojekt gestartet, das sachsenweit einmalig sein dürfte.

Seeg-Chefin Birgit Richter, OB Olaf Raschke und Ronny Döhnert von der gleichnamigen Baufirma aus Hartha freuen sich über die am Mücke-Ring in Meißen neu entstehenden Reihenhäuser.
Seeg-Chefin Birgit Richter, OB Olaf Raschke und Ronny Döhnert von der gleichnamigen Baufirma aus Hartha freuen sich über die am Mücke-Ring in Meißen neu entstehenden Reihenhäuser. © Claudia Hübschmann

Meißen. Kaum steht mit dem energieautarken Mehrfamilienhaus am Albert-Mücke-Ring ein Bauprojekt der städtischen Wohnungsgesellschaft Seeg kurz vor dem Abschluss, schon wird das nächste Vorhaben angegangen. Auf einer großen grauen Fläche vor dem Haus Mücke-Ring 1 bietet ein weißes Zelt an diesem Donnerstagmittag den Gästen Schutz vor der Sonne. Gekommen sind Stadträte, Planer, Handwerker, Mitarbeiter des Rathauses und der Seeg. Eine kupferne Schatulle mit Infoblättern zum Unternehmen, zum neuen Projekt, einer Sächsischen Zeitung und Euro-Münzen soll als Grundstein für Meißens neue Gartenstadt gelegt werden.

An der Zeltwand vermitteln Grafiken ein anschauliches Bild, wie es hier in vielleicht schon einem Jahr in Richtung September, Oktober aussehen könnte. Zwei Zeilen jeweils dreigeschossiger Reihenhäuser bieten Platz für insgesamt zehn Wohnungen. In der dritten Zeile schließen sich zweigeschossige Reihenhäuser mit insgesamt fünf Wohnungen an. 

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Die Idee für diese eher ungewöhnliche Form stamme aus den Niederlanden, sagt Seeg-Chefin Birgit Richter. Dort wohne ein Großteil der Menschen in preiswert zu bauenden Reihenhäusern, oft zur Miete. Dieses Prinzip soll nun am Albert-Mücke-Ring für Meißen adaptiert werden. Zielgruppe sind Familien, die sich kein eigenes Haus leisten wollen oder können, trotzdem jedoch hochwertig und bezahlbar wohnen möchten. Zu dem vergleichsweise kulanten Preis von 9,50 Euro erhielten sie dazu künftig in den Reihenhäusern die Gelegenheit. Die Wohnungen sind von 100 Quadratmeter bis 140 Quadratmeter groß. 

Eingeflossen in die Pläne seien einmal mehr ökologische Aspekte, betont die Geschäftsführerin der Wohnungsgesellschaft. Spezielle Fenster helfen, die Sonnenwärme nutzbar zu machen. Da auf einem Abrissgrundstück gebaut wird, muss kein neues Land versiegelt werden. Begrünte Dächer sollen das Abwassersystem  entlasten und gleichzeitig durch Verdunstung einen kühlenden Effekt haben. Weiteres Grün im Umkreis lasse die Zeilen wie eine kleine Gartenstadt wirken, sagt Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos)

Fünftes Wohnbauprojekt in Folge

Der Rathauschef lobt die Seeg dafür, in den letzten Jahren immer stärker ihrem im Namen verwurzelten Auftrag als Stadterneuerungsgesellschaft nachgekommen zu sein. Er erinnert an die Reihenhäuser-Häuser an der Siebeneichener Straße.  Bis 2017 wurde dort im vorderen Bereich eines 1.000 Quadratmeter großen Grundstückes ein Mehrfamilienhaus grundhaft saniert. Im hinteren Bereich, deutlich zurückgesetzt von der Straße, entstanden drei Reihenhäuser. Mit den Kürzeln K1 und K2 folgten zwei weitere Wohnungsbauprojekte im Kalkbergareal. Im Januar nächsten Jahres soll schließlich das energieautarke Haus am Mücke-Ring bezugsfertig sein.

Das für 4,4 Millionen Euro errichtete Mehrfamilienhaus kann den Bedarf der Mieter an Wärme und Warmwasser komplett selbst produzieren. Auch der Strom wird zu 75 Prozent selbst erzeugt. Solche energieautarken Gebäude sind bislang nur bei Einfamilienhäusern üblich, hier erstmals für ein Haus mit 20 Wohnungen. "Falls das Projekt gelingt, kann es Vorbild für ganz Sachsen werden", erklärte Thomas Rechentin vom Innenministerium bei der Grundsteinlegung. Das Land Sachsen fördert das innovative Projekt mit 200. 000 Euro. Die nötige Energie wird über eine Photovoltaik-Anlage und aus Erdwärme gewonnen. Die Seeg will den Mietern eine sogenannte Flatrate-Miete anbieten, die Wärme und Strom bereits enthält.

Mücke-Ring insgesamt aufgewertet

Das Engagement des Unternehmens in der Nassau beschränkt sich dabei nicht auf Neubauten. Birgit Richter verweist darauf, dass ebenso stark in die DDR-Plattenbauten investiert würde. Bis auf einen letzten Block verfügen sie mittlerweile alle über Aufzüge, neue Fassaden und sind innen saniert. 

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Mit dem Neubau am Albert-Mücke-Ring wächst das dortige Wohngebiet erstmals seit drei Jahrzehnten wieder signifikant. Erbaut worden war es im Rahmen des SED-Wohnungsbauprogramms 1973. Dieses sollte die Wohnungsnot in der Republik bis 1990 lösen. Dafür wurde allerdings in Kauf genommen, dass die historische Innenstadt immer stärker verfiel. Aufgrund des schwierigen Baugrundes zogen sich die Arbeiten an den Plattenbauten Albert-Mücke-Ring von 1977 bis 1978 hin.

  • Interessenten für die Wohnungen können sich schon jetzt bei der Seeg für die Reihenhäuser vormerken lassen: https://www.seeg-meissen.de/

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