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Hoyerswerda

Eine vielfältige Künstlerin stellt aus

Maja Nagel zeigt ihre Werke aktuell in der Kunstraum-Reihe in Foyer und Treppenhaus von Hoyerswerdas Bürgerzentrum.

Künstlerin Maja Nagel aus Eula und Laudator Gregor Kunz konnten sich bei der Eröffnung der Ausstellung über ungefähr
60 interessierte
Besucher freuen.
Künstlerin Maja Nagel aus Eula und Laudator Gregor Kunz konnten sich bei der Eröffnung der Ausstellung über ungefähr 60 interessierte Besucher freuen. © Foto: Andreas Kirschke

Hoyerswerda. Behutsam hält der Engel ein Auge in seinen Händen. Seine Flügel gleichen einem Ohr. Aus hohem Gras steigt der Engel zum Himmel. Das Motiv „gehorsam nach Swedenborg“ zeigt mit den Bildern „un-schuld“, „innenchaos“ und „bekehrung“ eine Gesamtaussage. „Einladend wirken die Bilder. Ich sehe einfach gern hin“, meint Maler Bernd Winkler aus Senftenberg. 

Er gehörte jetzt im Bürgerzentrum zu den ersten Besuchern der Ausstellung „unerlöst“ der sorbischen Malerin und Grafikerin Maja Nagel aus Eula bei Nossen. Rund 20 Werke zeigt sie bis zum 6. Januar in einer Sonderausstellung. Es ist die 15. Ausstellung innerhalb der Reihe „Kunstraum Braugasse“ der KulturFabrik. Für die musikalische Umrahmung vor und nach der Eröffnung sorgten Paul Geigerzähler (Paul Nagel) sowie Jacke Schwarz (Jakub Zschornak) und Willy Kaiser (Willy Stoyan).

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„Maja Nagel ist eine der wichtigsten sorbischen zeitgenössischen bildenden Künstler. Darauf wollen wir verweisen. Wir wollen ihr Gesamtwerk würdigen“, sagt Anka Niemz, Mitarbeiterin der Stiftung für das sorbische Volk, welche die Schau unterstützt. Michael Kruscha, Kurator der Ausstellung, verweist zur Einführung auf Maja Nagels vielfältiges Schaffen. Es reicht von Malerei über Zeichnungen, Collagen oder Installationen bis hin zu Animationsfilmen. „In ihren Bildern erschafft sie Figuren. Gleichzeitig betont sie immer wieder den regionalen Wandel der Heimat“, sagt der Kurator. Maja Nagel, so der Dresdener Lyriker und Grafiker Gregor Kunz in seiner Laudatio zur Vernissage, sei in ihren Bildern meist klar und immer deutlich. Jeder Strich sei nachzuvollziehen, jede Geste habe ihren Platz. „Wie sie Farben setzt, liegt klar zu Tage, was und wer ihre Figuren sind ebenso und auch, was sie tun“, sagt der Laudator.

Zum eigenen Stil gefunden

Besucher wie Bernd Winkler hören gespannt zu. Beim Betrachten der Motive kommen sie zu ihren eigenen Schlüssen. So geht es auch Martin Schmidt. Der Vorsitzende des Hoyerswerdaer Kunstvereins kennt Maja Nagel seit mehr als 30 Jahren. Er schätzt ihre Werke sehr. „Sie hat von früh an ihren eigenen Weg gesucht, gefunden und gestaltet“, sagt der Hoyerswerdaer. „Und diesen Weg geht sie bis heute konsequent weiter. Damit fordert sie uns als Betrachter ihrer Bilder heraus, sie zu begleiten und mit ihr die Welt, neue Kunstwerke, neue Wege der Kunst zu entdecken.“ Maja Nagel, so bekräftigt Martin Schmidt, kennt zudem die Wege der Gegenwartskunst. Dennoch gestaltet sie ihre eigenen Werke. Diese seien originell, einzigartig und ähnlich schwungvoll wie die Gedichte der sorbischen Dichterin Róža Domašcyna, meint der Vorsitzende des Kunstvereins: „Maja Nagel kopiert nicht. Sie lehnt sich nicht an. Sie sucht, findet und geht ihren eigenen Weg“, sagt Martin Schmidt. „Damit ist der Betrachter herausgefordert, ihre Arbeiten immer wieder neu zu sehen. Sie nimmt uns als Betrachter mit. Sie regt uns an, immer wieder neu über Kunst nachzudenken und eine eigene Haltung über Kunst zu finden.“

Einen Überblick über Maja Nagels Schaffen gibt der Kunst- und Bildband „Maja Nagel. Kaskady. Kaskaden. Mit Texten von Róža Domašcyna und Jörg Sperling in Deutsch und Obersorbisch“, erschienen im Domowina-Verlag für 29,90 Euro, ISBN-Nummer: 978-3-7420-2563-0.