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Eltern folgen den Empfehlungen

Die Schulanmeldungen passen für 2020/2021 besser zu den wirklichen Kapazitäten. Aber es gibt andere Probleme.

Nur noch wenige Tage bis zu den Schulferien – hier ein Blick in ein Klassenzimmer am Meißner Franziskaneum.
Nur noch wenige Tage bis zu den Schulferien – hier ein Blick in ein Klassenzimmer am Meißner Franziskaneum. © Claudia Hübschmann

Meißen. Seit dem Schuljahr 2017/18 ist ein Wechsel ans Gymnasium auch ohne Bildungsempfehlung möglich. Das hat in den letzten Jahren für einen starken Ansturm gesorgt. Vor allem an Gymnasien in Meißen, Radebeul und Coswig gab es mehr Anmeldungen. Mittlerweile scheinen sich die Eltern auf die jeweilige Situation eingestellt zu haben und folgen den Empfehlungen.

Meißen/Nossen: Leichte Entspannung am Franziskaneum

Am Franziskaneum in Meißen werden im kommenden Schuljahr über 90 Prozent wirklich eine Gymnasialempfehlung haben. Das bedeutet aber auch, dass es 26 Anmeldungen weniger gibt, als im Rekordjahr 2019. Letztlich fällt so eine ganze Klasse weg – bei gleichbleibenden Klassengröße. Das Meißner Gymnasium hat mit nichts anderem gerecht: „Die Langzeitprognosen des Landratsamtes haben für dieses Jahr einen leichten Rückgang vorhergesagt und das ist auch genauso eingetroffen“, erklärt Schulleiterin Heike Zimmer. „Im nächsten Jahr werden wir aber wieder sechszügig fahren.“ 

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Auch bei der Lehrersuche gibt es eine Neuigkeit und eine Neueinstellung für die Fächer Mathematik und Physik zu verkünden. Für den Informatik-Unterricht werde noch nach einer Lösung gesucht. Am Geschwister-Scholl-Gymnasium in Nossen wird es hingegen ein bisschen voller: Aktuell sind fünf Schüler mehr als im vergangenen Jahr angemeldet. Für die 93 angehende Fünftklässler bleibt es bei vier Zügen, die Klassengröße steigt so um mindestens einen Schüler.

Meißner Land: Oberschulen laufen alle stabil

Noch deutlicher ist der Andrang an der Lommatzscher Oberschule ausgefallen: Aus 40 Anmeldungen wurden 50. Für Leiterin Silke Gerlach hängt das maßgeblich damit zusammen, dass gerade im ländlichen Raum die räumliche Nähe zur Schule viel wichtiger sei als die passende Bildungsempfehlung.

Auch an der Pestalozzi-Oberschule in Meißen wird es voller. Für die acht zusätzlichen Schüler wird aber keine neue Klasse aufgemacht. Anders an der Oberschule Triebischtal, hier können sich die angehenden Fünftklässler auf kleinstmögliche Klassen mit lediglich 20 Schülern freuen.

Radebeul: An den Gymnasien passt es, die Oberschulen haben genug Schüler

In den vergangenen Jahren gab es wiederholt mehr Schüler, die auf das Lößnitzgymnasium wollten. Anders beim Gymnasium Luisenstift. Dort hatten sich mitunter weniger Schüler gemeldet, als die Schule aufnehmen konnte.

Für das Schuljahr 2020/2021 sind die Meldungen für die fünften Klassen so, dass es passt. Angela Hartmann, Schulleiterin des Lößnitzgymnasiums: „Wir haben 84 Anmeldungen bekommen. Das entspricht genau unserer Kapazität.“ Offenbar hätten mit den Erfahrungen der letzten Jahre einige Eltern ihre Kinder gleich in Dresden angemeldet. Schüler werden für drei neue Klassen aufgenommen. Alle Lehrer seien für das Gymnasium ausgebildet. Die Schulleiterin hofft, dass im kommenden Jahr endlich die Brandschutzertüchtigung im Steinbachhaus, dem Hauptgebäude, realisiert werde.

Am Gymnasium Luisenstift haben sich 106 Schüler angemeldet. Das sind mehr als in den letzten Jahren, aber eben genau so, dass vier Klassen gebildet werden können. Schulleiterin Heike Stolzenhain: „Es gibt keine personellen Probleme. Für alle Klassen und Kurse stehen genügend Unterrichtsräume zur Verfügung. Die Mehranmeldungen als sonst können auch mit der Entwicklung der Schule, dem modernen Neubau, zusammenhängen. Auch aus Dresden werden Schüler aufgenommen.

Von der Oberschule Kötzschenbroda informiert Schulleiterin Anngret Petschlies, dass Schüler für zwei 5. Klassen angemeldet sind und auch keine weiteren aufgenommen werden können. Es werden Regelschüler und inklusiv beschulte Schüler gemeinsam im Klassenverband unterrichtet. „Zunächst lernen sie in einer Willkommenswoche die Abläufe, Regeln und Umgangsformen an unserer Schule kennen, um sich dann in den Schulalltag einzufinden. Wir hoffen, dass dieser Jahrgang vor Abschluss seiner Schulzeit an der OS Kötzschenbroda die Einweihungsfeier des neuen Schulgebäudes auf der Harmoniestraße erleben darf“, so die Schulleiterin.

Von der Oberschule Radebeul-Mitte wurden keine Angaben zu Schülerzahlen mitgeteilt. Lehrer und Platzangebot seien ausreichend für den normalen Schulbetrieb, so Schulleiter Roland Bösel.

Coswig: Volles Gymnasium, teils Lehrermangel an einer Oberschule

Mathias Müller, Schulleiter der Oberschule Kötitz, hat 52 Anmeldungen für die Klassenstufen 5 bekommen. Das bedeutet, dass zwei Klassen gebildet werden. Fürs neue Schuljahr fehlen allerdings noch Lehrer – Bedarf gibt es in Chemie, Kunst und für die inklusive Unterrichtung. Platzprobleme bestehen nach wir vor. „Es gibt zu wenige ‚große‘ Klassenzimmer, das Klassenraumprinzip ist nicht möglich, es sind zu wenige Räume zum Unterrichten in Lerngruppen“, schreibt der Schulleiter.

An der Leonhard-Frank-Oberschule Coswig erden 44 Schüler neu aufgenommen, was zwei Klassen bedeutet. Fehlende Lehrer und Raumprobleme gibt es nicht.Das Coswiger Gymnasium wurde in den letzten Jahren wiederholt von Anmeldungen überflutet. Auch in diesem Jahr gab es 166 Anmeldungen, informiert Schulleiterin Kerstin Sachse. Fünf neue 5. Klassen werden daraus gebildet.

Weinböhla: Für die Oberschule werden auch noch Lehrer gesucht

Harald Schmoz, Schulleiter der Oberschule Weinböhla informiert, dass für die neuen 5. Klassen 92 Anmeldungen vorliegen und damit vier Klassen gebildet werden. In allen Klassenstufen, außer der neuen Klasse 8, sind die Kapazitätsgrenzen erreicht. Räume für Unterstützungssysteme wie etwa eine Inklusionsassistentin und eine Beratungslehrerin fehlen noch. Schmoz: „Insgesamt verfügen wir über genügend Lehrkräfte, problematisch ist die fachgerechte Absicherung in Mathematik und Sport.“

Moritzburg: 40 Fünftklässler mussten weggeschickt werden

Darüber, dass sich zu wenige Schüler anmelden könnten, braucht sich Heiko Vogel schon seit Jahren keine Gedanken machen. Ganz im Gegenteil: Der Schulleiter der Kurfürst-Moritz-Schule musste auch diesmal wieder 40 Kindern absagen. Denn mit insgesamt 82 Schülern sind die drei Klassen, davon eine Integrationsklasse, bis zum letzten Platz ausgereizt. Angemeldet worden waren 122 Mädchen und Jungen. Saniert und erweitert wurde die Oberschule der Gemeinde Moritzburg vor noch gar nicht so langer Zeit für maximal 12 Klassen – zwei pro Jahrgang.

Inzwischen sind es konstant 18 Klassen. Eine geplante Erweiterung scheiterte im Vorjahr, weil es auf die Ausschreibung nur ein Angebot gab, dass weit über der Kostenschätzung lag. Nun hofft Heiko Vogel, dass im Herbst nach einer Umplanung neu ausgeschrieben wird. Diesmal nicht wie beim ersten Mal in Modul-, sondern in Massivbauweise. Der Schulleiter hofft, dass sein Team noch durch einen Lehrerkollegen verstärkt wird.

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