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Döbeln

Endlich wieder Stiefelzeit

Das Museum am Burglehn ist endlich wieder besetzt. Über Jahre hatte sich dafür einfach kein Personal gefunden.

Bärbel Kidalla betreut das Stiefelmuseum auf dem Leisniger Burglehn. In zwei Monaten hat sie rund 1.000 Besucher begrüßt. Diese überaus große Resonanz an dem Riesenschuhwerk haben weder sie noch ihre Chefin Nicole Hirsch erwartet.
Bärbel Kidalla betreut das Stiefelmuseum auf dem Leisniger Burglehn. In zwei Monaten hat sie rund 1.000 Besucher begrüßt. Diese überaus große Resonanz an dem Riesenschuhwerk haben weder sie noch ihre Chefin Nicole Hirsch erwartet. © Dietmar Thomas

Leisnig. Dieser Schuh passt (zu) Bärbel Kidalla. Gemeint ist der Leisniger Riesenstiefel. Ihn den Besuchern der Stadt näherzubringen, über seine Herstellungsgeschichte zu erzählen und auf mehr Sehenswertes neugierig zu machen, das alles ist seit Kurzem Aufgabe von Bärbel Kidalla (59) – wieder. Denn genau gesagt war sie bereits 2012 bis 2014 im Museum für die Gästebetreuung zuständig.

Nachdem ihre Zeit dort abgelaufen war, haben sich die Stadträte und auch die Vorstände des Geschichts- und Heimatvereins um die Neubesetzung bemüht. Es sei schlimm, dass Leisnig mit dem weltgrößten Stulpenstiefel ein Aushängeschild hat, das sich aber außer zum Altstadtfest kaum jemand näher anschauen kann, sagte Stadtrat Hansjörg Oehmig vor etwa zwei Jahren in einer Ratssitzung. Geändert hatte sich nichts – bis zum späten Frühjahr.

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Das Technologieorientierte Gründer- und Entwicklungszentrum (TGE) durfte auf der Grundlage des Teilhabe-Chancen-Gesetzes mehrere Mitarbeiter einstellen. Dazu gehört Bärbel Kidalla. „Sie ist für uns und diese Stelle ein Glücksfall“, freut sich TGE-Geschäftsführerin Nicole Hirsch. Die Museumsmitarbeiterin weiß, wo es langgeht. Eine Einarbeitung war überflüssig. Die Arbeit macht ihr Spaß. Das ist ihr anzumerken, als sie eine Besuchergruppe aus Döbeln durch die Räume führt, ihnen den großen, aber auch die vielen kleinen Stiefelmodelle, die es im Museum zu entdecken gibt, zeigt.

Den Glücksgriff mit ihr hatte der Chef der Stiefelwacht Hauptmann Wolfgang Rosemann. Er sprach die 59-Jährige darauf an, ob sie sich vorstellen könnte, das Stiefelmuseum wieder zu betreuen. Und das konnte sich Bärbel Kidalla. Die Aufgabe tut der 59-Jährigen genauso gut wie die sozialen Kontakte, die damit verbunden sind. „Sogar meine Familie hat das bemerkt und gemeint, ich sei aufgeblüht“, erzählt sie.

Die neuen Öffnungszeiten des Stiefelmuseums wurden Nicole Hirsch zufolge denen der Burg angepasst, die montags geschlossen hat. Wenn Mildenstein dann ab November in die Winterruhe geht, bekommt Bärbel Kidalla andere Aufgaben, eventuell in der Bibliothek oder in der Begegnungsstätte. Allerdings gibt es auch schon für die Vorweihnachtszeit Anfragen, das Stiefelmuseum zu öffnen.

Und auch sonst ist das Terminbuch gut gefüllt. Die große Resonanz hat die TGE-Chefin zugegebenermaßen ein wenig überrascht. In zwei Monaten haben sich 1 000 Besucher im Stiefelmuseum umgeschaut. Nicht alle nahmen eine Führung in Anspruch. Manche entdeckten die Stiefelausstellung und die Arbeitsräume des ehemaligen Heimatmalers Karl Wagler im Obergeschoss auf eigene Faust.

Bis zu fünf Jahre kann über das Teilhabe-Gesetz eine Betreuung für das Museum organisiert werden. Während die Stelle zunächst vom Bund finanziert wird, muss sich das TGE als Arbeitgeber dann am Lohn beteiligen – mit zehn, 20 und zuletzt 30 Prozent. „Ich bin froh, dass eine solch gute Lösung gefunden worden ist“, sagt Heimatvereinschef Uwe Reichel. Er hatte sich eine Zeitlang neben anderen Akteuren um wieder regelmäßige Öffnungszeiten des Stiefelmuseums bemüht.

Stiefel bestaunen

Das Stiefelmuseum auf dem Leisniger Burglehn hat geöffnet:

- in ungeraden Wochen dienstags bis sonnabends von 11 bis 16 Uhr

- in geraden Wochen mittwochs bis sonntags von 11 bis 16 Uhr.

Führungen und eine Besichtungsmöglichkeit außerhalb der genannten Zeiten können vor Ort oder im Gästeamt unter Tel. 034321 637090 vereinbart werden.

Der Eintritt kostet 2 Euro (Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei).

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