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Ersatz für den Elfgeschosser

Grundsteinlegung für Dental-Komplex Kciuk an Hoyerswerdas Albert-Einstein-Straße 5

Bau-Zeremonie an Hoyerswerdas Albert-Einstein-Straße 5
Bau-Zeremonie an Hoyerswerdas Albert-Einstein-Straße 5 © Foto: Uwe Jordan

Hoyerswerda. Zufall ist es, dass der Grundstein für den neuen Hoyerswerdaer Zahnarztpraxis-Komplex der Familie Kciuk am 30. Jahrestag der Währungsreform von 1990 gelegt wurde. Kein Zufall ist hingegen der Ort, an dem das geschah. Diplom-Stomatologin Katrin Kciuk erinnerte am 1. Juli um 14 Uhr in ihrer kurzen, sehr präzisen Rede daran, dass an ebenjener Stelle zu DDR-Zeiten ein Elfgeschosser stand, gut sichtbar von ihrer Wohnung im WK III aus. 2001 sei dieses Haus abgerissen worden.

Zeichen für Aufbau statt Abriss

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Eigentümer sollten nicht blind darauf vertrauen, die Kosten von der WEG erstattet zu bekommen. Das sollten sie wissen.

Anfang der 70er-Jahre sei Hoyerswerda eine Boom-Stadt gewesen. Nach der Wende habe jedoch ein Niedergang eingesetzt, der geschmerzt habe. „Eben darum bin ich glücklich, dass wir heute, an diesem Fleck, ein Zeichen setzen, dass es eben nicht nur Abriss gibt, sondern auch Neubeginn und Aufbau.“ Die Grundplatte ist schon gegossen; gestern wurde also der symbolische Grundstein gesetzt; genau genommen waren es drei, unter denen die Zeitkapsel, eine Edelstahl-Röhre, eingemauert wurde.

An der Albert-Einstein-Straße 5, etwas zurückgesetzt von der eigentlichen Verkehrs-Ader, neben der Zufahrt zum Nordwest-Portal des Lausitz-Centers, hatte die Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda (WH) das Grundstück bereitgestellt; so war auch WH-Geschäftsführer Steffen Markgraf bei der Grundsteinlegung anwesend und überbrachte beste Wünsche für das Gelingen.

Das Architektenbüro „Freidenker“, ansässig am Hoyerswerdaer Wasserturm, hat die Entwürfe gefertigt, nach denen jetzt Böpple Bau Königswartha das Gebäude errichtet und sich bei den Betonier-Arbeiten auch von der Grundsteinlegung nicht stören ließ. Für die technische Inneneinrichtung zeichnet der Hoyerswerdaer Dentalplaner Jürgen Sternitzky verantwortlich. Im Erdgeschoss sollen sieben Behandlungszimmer zu finden sein sowie ein Eingriffsraum für komplexere Prozesse. Gleichfalls im ebenerdigen Bereich sollen Prophylaxe und ein Raum für digitales Röntgen untergebracht werden. Hier können DVT-Aufnahmen gemacht werden. DVT steht für Digitale Volumentomographie, ein dreidimensionales Verfahren, das mit einer sehr geringen Röntgenstrahlung arbeitet und hochauflösende Schnittbilder erstellt, ergänzt um die Möglichkeit der räumlichen Darstellung am Bildschirm – also so ziemlich das Modernste, was es auf diesem Sektor gibt. Dieses Parterre ist der Wirkungsbereich von Diplom-Stomatologin Katrin Kciuk, ihrer Tochter Dr. med. Chris Kciuk und ihrem Sohn, Zahnarzt Niels Kciuk. Im Obergeschoss werden die nicht publikumsrelevanten Bereiche zu finden sein: Sozialräume und das Dentaltechnik-Labor, in dem Katrin Kciuks Ehemann, der Zahntechniker Lutz Kciuk, arbeiten wird.

Zeitungen und Münzen

Ach ja – was ist denn nun für künftige Generationen auf Zeitreise geschickt worden in der Grundstein-Röhre, die aber nun wohl mindestens 100 Jahre an ihrem Platz verbleiben wird? Nun, ein persönlicher Brief der Kciuks zu den Beweggründen des Neubaus, den Tochter Chris vorher verlesen hatte; zwei Tageszeitungen (eine „Welt“ für Deutschland, eine „Sächsische Zeitung“ fürs Lokale) – und ein aktueller Münz-Satz vom Ein-Cent- bis zum Zwei-Euro-Stück. Wer weiß, welche Währung dann gültig sein wird, falls diese Kapsel doch einmal wieder ans Tageslicht kommt ...

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