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Leben und Stil

Erste Regel für Omas und Opas: Nicht einmischen

So können Großeltern eine großartige Hilfe sein, ohne ihren Kindern auf die Nerven zu gehen.

Kuscheln erlaubt, besserwissen nicht.
Kuscheln erlaubt, besserwissen nicht. © Gemma Ferrando/Westend61/dpa

Ist das lange ersehnte Enkelkind endlich geboren, wollen viele Großeltern so viel Zeit wie möglich mit ihm verbringen. „Menschen werden heute im Durchschnitt schon mit 55 Jahren Großeltern. Sie haben dadurch ungefähr 20 gute Jahre mit ihren Enkeln. Die wollen sie von Anfang an auskosten“, sagt Eckart Hammer, Professor für Soziale Gerontologie an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg.

Aber wie können sie das tun, ohne die jungen Eltern mit ihrer Fürsorge zu überfordern? „Sie sollten sich bewusst machen, welche Unterstützung vor allem nach der Geburt wirklich guttut“, sagt Hebamme Andrea Hagen-Herpay. Das seien meist pragmatische Dinge wie Kochen, Einkaufen, Wäsche waschen oder das Baby im Kinderwagen herumschieben, damit die Mutter sich ausruhen kann. „Direkt nachfragen, was die Kinder brauchen – und die junge Familie gleichzeitig nicht mit ständiger Anwesenheit erdrücken“, rät Heinz Hilgers, Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes.

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„Großeltern sollten es genießen, dass sie ihre Elternpflichten erledigt haben. Sie sollten auf keinen Fall Ersatzeltern für die Enkel spielen“, sagt Hammer. Für sie gelte ein klares Nicht-Einmischungsgebot. Wichtigste Regel: Im Zweifel haben die Eltern recht. Vor allem Großmütter hätten jedoch manchmal Probleme, sich in diese neue Rolle einzufinden. „Als Oma setzen sie häufig ihre Mutterrolle fort“, sagt Hammer. „Großväter hingegen entdecken sich oft ganz neu und versuchen, mit den Enkelkindern das nachzuholen, was sie vielleicht bei ihren eigenen Kindern verpasst haben.“ Großeltern seien Zeitmillionäre und dürften gern auch mal andere Regeln aufstellen als die Eltern.

Hammers Tipp: Die Enkel nicht zum zentralen Altersprojekt machen. Wer mit Haut und Haaren Oma und Opa sei, werde es schwerhaben, wenn die Enkel sie mal nicht mehr so stark brauchen. „Großeltern sind dann im Schnitt 75 Jahre alt“, sagt Hammer. „Dann sollten Hobbys, Freunde und Vereine auf sie warten.“ (dpa)

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