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Kamenz: Bald wird im Vorwerk getanzt

Seit fast 30 Jahren gehört der Fewa Club zur Kulturszene der Stadt. Doch zuletzt stand er ohne Räume da. Nun gibt es eine Lösung.

Marco Eykes (l.) Immobilien Gesellschaft gehört das Kellingsche Vorwerk in Kamenz. Hier könnte auch der Fewa-Club, für den sich Robin Espe engagiert, ein neues Domizil bekommen.
Marco Eykes (l.) Immobilien Gesellschaft gehört das Kellingsche Vorwerk in Kamenz. Hier könnte auch der Fewa-Club, für den sich Robin Espe engagiert, ein neues Domizil bekommen. © René Plaul

Kamenz. Hochwachsendes Gras und eine Tanne im Vierseitenhof. Viel Flair, viel Ruhe, viel Geschichte. Das Kellingsche Vorwerk an der Pulsnitzer Straße in Kamenz besticht durch Abgelegenheit und dennoch eine gute Verbindung zur Stadt. Beste Voraussetzungen für einen Club, wo die Musik treibende Bässe und synthetisch hergestellte Klänge bevorzugt. Hier wäre Platz für Events, Treffen unter der Woche, ein Tonstudio...

Die Feuerwache (Fewa) gibt es seit 1993 in der Jugend- und Kulturszene der Lessingstadt. Zuletzt war sie 20 Jahre im Gewölbe des Stadttheaters beheimatet, nachdem sie den Gründungsort an der Oststraße verlassen musste.  "In den Neunzigern hatte die Fewa einen ähnlichen Status wie der Club Tresor in Berlin", sagt Robin Espe. Angesagte DJs legten damals in der Fewa auf. Sich diesem Niveau wieder anzunähern, wäre ein Traum. 

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Der neue Standort des Fewa-Clubs befindet sich an der Pulsnitzer Straße am Stadtrand. Der Innenhof kann im Sommer gut genutzt werden.
Der neue Standort des Fewa-Clubs befindet sich an der Pulsnitzer Straße am Stadtrand. Der Innenhof kann im Sommer gut genutzt werden. © René Plaul

Vor Kurzem sprach die Stadt dem Verein die Kündigung für die Räume im Stadttheater aus. Als Grund wurde Eigenbedarf genannt. Zudem gab es massive Mängel beim Brandschutz - es fehlen eine  Entrauchungs- und Belüftungsanlage sowie der zweite Fluchtweg. Damit stand die Fewa vor einer großen Entscheidung: Weitermachen? Oder nicht?  Ziemlich schnell waren die Weichen gestellt - ein neues Objekt musste her.

Die aktiven Leute der Fewa sind ein bisschen in die Jahre gekommen, die meisten schon über 30. Ihre Liebe zur elektronischen Musik jedoch ist ungebrochen.  Auch wenn der harte Kern nur aus zehn, elf Leuten besteht und in aller Welt verstreut ist, kommen sie immer wieder zusammen. Zum Fachsimpeln oder um ein Event zu planen.

In diesem Trakt des Vierseitenhofes können Räume für die Fewa ausgebaut werden. Der Verein will selber anpacken und sammelt dafür Geld über eine Crowdfundig-Aktion im Internet.
In diesem Trakt des Vierseitenhofes können Räume für die Fewa ausgebaut werden. Der Verein will selber anpacken und sammelt dafür Geld über eine Crowdfundig-Aktion im Internet. © René Plaul

"Wir müssen einfach wieder Nachwuchsarbeit betreiben", sagt Robin Espe. Der 37-Jährige ist erst seit ein paar Jahren am Start. Aber er brennt für die Sache. Er war es auch, der sich umgehört hat und über Marco Eyke zum Kellingschen Vorwerk fand. 

Eykes MMM Immobilien Gesellschaft gehört das zum Teil denkmalgeschützte Objekt am Rand der Stadt. Das Vorwerk entstand im 18. Jahrhundert. Sein Name leitet sich von Johann Friedrich Aron Kelling ab, welcher 1901 als Besitzer genannt wurde.

Vor allem einige Fenster, Teile der Fassade und die Gesindestube sind historisch interessant.  "Wir haben das Areal letztes Jahr gekauft, um unsere Lagerflächen auszubauen und Gebäudeteile unterzuvermieten. Für die Fewa ist noch reichlich Platz in einem Trakt", sagt Marco Eyke, der das Projekt unterstützt.

Oben unterm Dach möchte Robin Espe in Eigenregie ein Tonstudio aufbauen, wo auch Jugendliche sich an elektronischer Musik ausprobieren oder Schulbands Aufnahmen machen können.
Oben unterm Dach möchte Robin Espe in Eigenregie ein Tonstudio aufbauen, wo auch Jugendliche sich an elektronischer Musik ausprobieren oder Schulbands Aufnahmen machen können. © René Plaul

Der Weg bis zum fertigen Club ist noch weit. Zwei Jahre braucht es sicher, um alle Räumlichkeiten auszubauen. Doch bis dahin könnten diverse Veranstaltungen mit geringem Aufwand laufen. Vor allem der Innenhof bietet sich dafür im Sommer an. "Ein  Biergarten mit elektronischer Musik aller 14 Tage wäre vorstellbar. Mal schauen, wie sich die Corona-Lage entwickelt", so Robin Espe.  Ansonsten werden künftig mittelgroße Formate mit höchstens 200 Gästen  angestrebt. 

Für den Umbau braucht es Geld.  Unter dem Titel  "Rettet den Kamenzer Club Feuerwache" wurde eine Crowdfundig-Aktion im Internet gestartet. Mit den Spenden will man die während des Corona Shutdowns aufgelaufenen Kosten decken und die Renovierung des neuen Standortes finanzieren - damit der Musik- und Kulturverein eine Zukunft hat und seine Jugendarbeit mit Veranstaltungen, Workshops, Themenabenden  und Ausstellungen fortsetzen kann.

Mit ihrer neuen Location war die Fewa vorige Woche bei der Night of Light vertreten. Veranstalter machten dabei auf ihre Lage in der Corona-Krise aufmerksam.
Mit ihrer neuen Location war die Fewa vorige Woche bei der Night of Light vertreten. Veranstalter machten dabei auf ihre Lage in der Corona-Krise aufmerksam. © Privat / Fewa

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