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Finanzhilfen für Rückbau erwünscht

Den neuen Vorstand des Verbandes der Kleingärtner Hoyerswerda und Umland plagen altbekannte Sorgen.

Die größte Konzentration von Kleingärten findet sich an Hoyerswerdas westlichem Stadtrand.
Die größte Konzentration von Kleingärten findet sich an Hoyerswerdas westlichem Stadtrand. © Archivfoto: Gernot Menzel

Hoyerswerda. Ungefähr ein halbes Jahr lang im Amt ist jetzt der neue Vorstand des Verbandes der Kleingärtner Hoyerswerda und Umland e.V. mit seinem neuem Vorsitzenden Karl-Heinz Wiebach. Der 72-Jährige, zuvor als Schatzmeister im Vorstand, löste bei der Wahl im November Reinhard Klekar ab, der sich nach zwölf Jahren im Amt aus Altersgründen zurückgezogen hat und mit herzlichem Dank verabschiedet worden ist. Zur Seite stehen Karl-Heinz Wiebach Reinhard Gleisberg, der weiterhin als Stellvertreter fungiert, sowie Kornelia Schröter als die neue Schatzmeisterin. Zur Verbandsführung gehören außerdem Martina Bochynek, Randolf Tetzlaff, Werner Kirmer sowie Klaus Walda.

Nach wie vor ganz oben auf der Prioritätenliste des Dachverbandes von insgesamt 70 Kleingartenvereinen in der Stadtregion stehen die im Zusammenhang mit der hier sinkenden Nachfrage nach Gartenland verbundenen Schwierigkeiten. Die aktuell knapp 3.600 Parzellen sind schon gut 500 weniger als vor einem Jahrzehnt. Nach VKH-Angaben sind davon jedoch wegen der demografischen Entwicklung weitere 1.500 bis 2.000 zumindest perspektivisch zu viel. Auch hier sind die Ursachen einerseits der Bevölkerungsrückgang und andererseits ein sehr hoher Altersdurchschnitt. Die größten Sorgen in diesem Zusammenhang sind finanzieller Natur. Zum einen kostet die Beräumung von Kleingartenland Geld. Zum anderen tragen immer weniger Pächter die Kosten für gemeinsame Nebenflächen, die mit der Aufgabe von Gärten zudem auch noch an Größe zunehmen.

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Das Ganze ist alles andere als neu. Verschiedene Aspekte werden seit Jahren diskutiert. Die Kleingärtner wünschen sich dabei mehr öffentliche Hilfe. „Das Hauptproblem ist, dass die Stadt keine Mittel hat und die Mittel, die sie hat, für andere Dinge nimmt“, sagt Wiebach. Er hätte zum Beispiel gern, dass die für Fördergeld-Programme ausgewiesenen Stadtgebiete um die Kleingarten-Areale erweitert werden, um für den Rückbau erforderliche Finanzmittel zu erschließen. Reinhard Gleisberg sieht die Sache so: „Bestimmte Dinge erkennt die Stadt nicht als Infrastruktur an.“ Heißt: Während Wohnungs-Abriss, Schul-Rückbau, Straßen-Beseitigung oder die Stilllegung beziehungsweise Verkleinerung von Abwasser-Kanälen als zuwendungsbedürftig zumindest generell weitgehend unumstritten sind, ist das bezüglich der Kleingärten derzeit nicht so.

Der VKH, der als eine seiner Hauptaufgaben auch die fachliche Anleitung seiner Mitgliedsvereine festgeschrieben hat, beobachtet zudem verstärkt Konflikte innerhalb der Anlagen. „Das nimmt zu“, sagt Karl-Heinz Wiebach. „Erst kommt das Mitglied, dann der Vorstand, aber selten beide zusammen.“ Man versuche zwar, zu vermitteln, aber häufig seien die Fronten doch recht verhärtet. So habe auch der vom Verband engagierte Hoyerswerdaer Anwalt Michael Malz durchaus mehr mit Auseinandersetzungen zwischen Vereinen und Mitgliedern zu Pachtfragen zu tun. Wiebachs Eindruck ist zudem, dass der Zusammenhalt der Kleingärtner über die Jahre nachgelassen hat: „Die Hecken werden immer höher.“ Reinhard Gleisberg schränkt ein, das sei sicher in größeren Anlagen eher der Fall als in kleineren.

Von den erwähnten 70 Gartensparten liegen 55 im Stadtgebiet von Hoyerswerda, die restlichen auf dem Territorium von Nachbargemeinden. Allerdings heißt das nicht, dass der Verband als Generalpächter hauptsächlich kommunales Land verwalten würde. Der weitaus größere Teil der Pachtflächen sind in privatem Besitz.

Karl-Heinz Wiebach
Karl-Heinz Wiebach © Foto: Mirko Kolodziej

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