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Finger weg von Sugar-Daddys

Beim zweiten Date weist ein Mann auf sein bewegtes Sexleben mit jungen Frauen hin. Was tun? Single- und Paarberater Christian Thiel weiß Rat.

© Sven Ellger

Ich (42) habe über Tinder einen Mann kennengelernt, der mir sehr gefiel. Beim zweiten Date erzählte er, dass er jahrelang als Sugar-Daddy Verhältnisse mit jungen Frauen hatte, die seine Töchter hätten sein können. Mich hat das erschreckt, aber eine Freundin sagte, da sei nichts dabei. Was sagen Sie?

Ein Mann, der ein Sugar-Daddy war (oder ist), dürfte sehr viel Geld verdienen. Sie haben also womöglich einen Alpha-Mann getroffen. Männer, die viel Geld verdienen oder besitzen, sind oft nicht treu – und alle ihre wohlhabenden Freunde auch nicht. Alpha-Männer fühlen sich so wichtig, dass sie ausgesprochen gerne fremdgehen.

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Ein Sugar-Daddy zu sein, ist allerdings noch etwa ganz anderes als fremdzugehen – es ist eine moderne Form der Prostitution. Die jungen Frauen suchen ja nach älteren Herren, die nach dem Sex ein paar Scheine hinterlassen. Nicht wegen der älteren Herren – wegen der Scheine.

Ich kann Ihnen nicht zu Alpha-Männern raten und auch nicht zu Sugar-Daddys. Hinzu kommt, dass Sie ihn auf Tinder kennengelernt haben. Diese Plattform eignet sich gut zum unverbindlichen Flirt, aber nicht gut für ein ernsthaftes Kennenlernen, das zu einer verbindlichen, langjährigen Partnerschaft führen soll. Bei Tinder werden Sie von Männern nur aus einem einzigen Grund kontaktiert – wegen Ihres Aussehens. Er hat also festgestellt, dass Sie gut aussehen. Und das war es schon.

Bei der ernsthaften Partnersuche geht es darum, den anderen wirklich kennenzulernen und herauszufinden, ob er auch zu einem passt. Das ist vermutlich nicht das Motiv dieses Mannes. Wenn er Sie schon beim zweiten Date auf sein bewegtes Sexleben hinweist, dann sagt er damit sehr deutlich, was er sich im Kern von Ihnen wünscht: Sex. Ohne Bezahlung.

Nach so einer Ansage dürfen Sie sich in meinen Augen ruhig schlecht fühlen. Und Sie dürfen und sollten von einem dritten Date Abstand nehmen. Seine Ansage hat aber in meinen Augen den großen Vorteil, dass er Sie deutlich darauf hingewiesen hat, was er sich wünscht. Mit einer verbindlichen Partnerschaft hat das vermutlich nichts zu tun. Ihre Freundin hat das möglicherweise nicht begriffen. Ignorieren Sie bitte deren unpassenden Rat – und hören Sie auf Ihr Bauchgefühl. Und suchen Sie bitte bei seriöseren Anbietern als Tinder.

„Wie finde ich den richtigen Partner?“ Diese Frage beantwortet Single- und Paarberater Christian Thiel in seinem Vortrag am 27. September, 18.30 Uhr, im Haus der Presse Dresden, Ostra-Allee 20. Karten für 15 Euro (14 mit SZ-Card) in SZ-Treffpunkten oder beim SZ-Ticketservice.

Der Workshop „Wie Sie den Partner finden, der wirklich zu Ihnen passt, und mit ihm zusammenbleiben“ findet am 28. September, 10-17 Uhr, im Haus der Presse statt. Preis: 135 €, Anmeldung per E-Mail.

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