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Hoyerswerda

Frühjahrsputz im Computermuseum

Im Hoyerswerdaer ZCOM ging es dem letzten Stäubchen an den Kragen.

Museums-Mitarbeiterin Susann Kalbas hat am Montag unter anderem jede einzelne Röhre des Z 22 vom Staub befreit – was eine Weile gedauert hat.
Museums-Mitarbeiterin Susann Kalbas hat am Montag unter anderem jede einzelne Röhre des Z 22 vom Staub befreit – was eine Weile gedauert hat. © Foto: Gernot Menzel

Neu im Zuse-Computer-Museum (ZCOM) in Hoyerswerda sind weitere Exponate, mit denen Besucher auch arbeiten können. Dabei sind zum Beispiel ein Poly-Computer 880 aus der DDR oder ein Lochkartenleser. Für Technik, Zubehör und Transport-Tische hat die Kulturstiftung des Landes Sachsen mehr als 5.000 Euro springen lassen. Und als die Neuheiten aus der Abteilung „Ausprobieren und Verstehen“ am Sonntag erstmals angeworfen wurden, da ließen sich das immerhin rund 20 Interessenten nicht entgehen.

Wer am Montag gucken wollte, der hatte dagegen Pech. Montags hat das ZCOM nämlich immer zu. Diese Woche begann dort allerdings mit einem ganz speziellen Reinigungstag. „Einmal im Jahr machen wir Frühjahrsputz“, sagt Museumschefin Andrea Prittmann. Nicht, dass Sauberkeit sonst kein Thema wäre. Einmal in der Woche schrubben Mitarbeiter des ortsansässigen Dienstleistungsunternehmens Prell die Fußböden. Zweimal im Jahr putzen sie die großen Fenster. Aber die Vitrinen öffnet man eben nicht so häufig.

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Die Sache ist auch nicht so simpel, wie man sich das denkt. Andrea Prittmann erzählt, dass Konservierung und Pflege Teil ihrer museologischen Ausbildung waren. Als Studentin putzte sie zum Beispiel im Dresdener Hygienemuseum. Was lange halten soll, braucht nicht einfach Pflege, sondern die richtige Pflege. Und so gibt es auch im ZCOM Handlungsanweisungen, vor allem für die Groß-Rechner.

Aber auch kleinere Exponate wie die Sammlung von Mobiltelefonen an der Wand neben dem Eingang wollen mit Bedacht gereinigt sein. „Wir haben ein Foto gemacht, sie abgenommen, mit einem feuchten Lappen abgewischt, trocken gerieben und dann entsprechend des Fotos wieder aufgehängt“, berichtet ZCOM-Mitarbeiterin Susann Kalbas.

Sonderführung zum Frauentag

Das entspricht dem grundsätzlichen Vorgehen: Erst sind der Staubwedel oder der Pinsel-Aufsatz des Staubsaugers an der Reihe, dann der Fitwasser-Lappen und das Trockentuch. Ein paar Spezialmittelchen kommen aber auch zum Einsatz. Metall zum Beispiel wird mit Auto-Politur behandelt und für Plexiglas-Scheiben gibt es einen speziellen Reiniger gegen elektrostatische Aufladung. Dann wäre da noch dieser Enzym-Reiniger, den man sich auf Basis eines Pulvers selbst mixt. Um die großen, schweren Vitrinen-Scheiben wegzuheben, wird ein Gerät genutzt, das an ein Hilfsmittel erinnert, das die Olsenbande immer benutzt hat, wenn ein Loch in eine Glasscheibe zu schneiden war. Hier hat der sogenannte Saug-Heber jedoch zwei Näpfe, zwischen denen sich der Tragegriff spannt.

Andrea Prittmann setzt den Frühjahrsputz gern dann an, wenn alle Mitarbeiter im Hause sind. „Viele Hände, schnelles Ende“, sagt sie dazu. Daher findet die Großreinigung auch nicht immer zum selben Zeitpunkt statt. Aber eines ist hinterher immer gleich: Das Museum glänzt ganz besonders. Wahrscheinlich hält der Glanz auch noch bis zur nächsten Veranstaltung. In drei Wochen zum Internationalen Frauentag gibt es eine Sonderführung zum Thema „Frauen in der Computerwelt“. Es ist ein umfängliches Thema, das in jene Zeit zurückreicht, in der das Putzen – anders als gestern im ZCOM – meist Frauensache war. Die Mathematikerin Ada Lovelace zum Beispiel dachte schon im 19. Jahrhundert über sogenannte „Analytical Engines“ nach.