merken
PLUS Großenhain

Große Freude über Neubau-Stopp

Dass der Millionenbau des Landratsamtes nun doch nicht gebaut werden soll, löst viel Zustimmung in Großenhain aus.

Das Kreisvermessungsamt am Remonteplatz wird weiter benötigt, und auch die anderen Ämter bleiben wohl in der Stadt. Das war von Anfang an gefordert worden.
Das Kreisvermessungsamt am Remonteplatz wird weiter benötigt, und auch die anderen Ämter bleiben wohl in der Stadt. Das war von Anfang an gefordert worden. © Anne Hübschmann

Großenhain/Meißen. Die Großenhainer können ihr Glück offenbar noch gar nicht so recht fassen: Die Nachricht vom absehbaren Aus für ein neues Landratsamt in Meißen sickert erst langsam in der Großen Kreisstadt durch. Bei der Händlervereinigung „Großenhain aktiv“, die mit einem offenen Brief an den Landrat schon vor zwei Jahren gegen den geplanten Neubau wetterte, will man sich erst mal mit den neuen Entwicklungen beschäftigen.

Die CDU-Fraktion des Kreistages, zu der aus dem Großenhainer Raum Bürgermeister Tilo Hönicke, der Ebersbacher Bürgermeister Falk Hentschel, der Tauschaer Fleischermeister Christoph Schempp und der Staudaer Wassermeister Konrad Zscheile gehören, will einen solchen Antrag in die Kreistagssitzung einbringen. Am 16. Dezember soll der eigentliche Beschluss im Meißner Kreistag fallen. Er hätte weitreichende Folgen für Großenhain.

Anzeige
Nicht lange warten, ab ins neue Heim!
Nicht lange warten, ab ins neue Heim!

Schauen, beraten lassen, mit dem Bauherren sprechen. Am 25. Oktober findet eine Baustellenbesichtigung in Döbeln statt.

Positive, denn wie geplant würden nicht mehr ab 2023 92 Verwaltungsmitarbeiter aus der Röderstadt abgezogen. Die Zentralisierung hätte zur Folge gehabt, dass das Vermessungsamtes am Remonteplatz 7 und das Dezernats Technik vom Remonteplatz 8 nach Meißen umgezogen wären. Das hätte für die Fördergemeinschaft einen Verlust von Kaufkraft bedeutet. Großenhain als gut funktionierender Einzelhandelsstandort hätte weiter an Attraktivität verloren. 

Nach Meinung der Interessenvertretung „Großenhain aktiv“ braucht die Stadt aber dringend eine Stärkung als Mittelzentrum, „sonst finden wir uns in Kürze in einem dörflichen Umfeld wieder und sind abgehangen“, schrieben damals die Unterzeichner Angelika Pietzsch als Vereinsvorsitzende und Renate Lechner als langjährige Vorsitzende.

Auch im Großenhainer Rathaus war deshalb über den jetzigen Antrag die Freude groß. Hatten sich doch auch Stadtrat und Stadtverwaltung in einem offenen Brief kritisch gegen den Neubau geäußert.

Jetzt heißt es aus der Stadtverwaltung, dass der ländliche Raum dadurch ein positives Signal bekomme. Das sei auch als psychologischer Effekt für die Bürgernähe wichtig. Bürgermeister Tilo Hönicke war von dem Ansinnen, in die Brauhausstraße einen zentralen Neubau hinzusetzen, von Anfang an nicht begeistert, Oberbürgermeister Sven Mißbach (Freie Wähler) erst recht nicht. Weitere Kreisräte wie Schönfelds Bürgermeister Hans-Joachim Weigel (AfD) und Harald Kühne von der Linkspartei hatten gegen die „Geldverschwendung“ gestimmt.

„Wir freuen uns als Großenhainer Händler, wenn das Projekt gestoppt wird, weil es für die Stadt Schaden bedeutet hätte“, heißt es in der Bäckerei Brodauf. Die wäre auch geschäftlich mit ihrer Filiale an der Elsterwerdaer Straße betroffen gewesen. Denn dort essen viele Landkreismitarbeiter zu Mittag und kaufen ein. 2017 war die Filiale erst modernisiert worden und hatte eine Toilette bekommen.

Weiterführende Artikel

AfD will Anbau am Landratsamt

AfD will Anbau am Landratsamt

Die von der Verwaltung in Meißen vorgeschlagene Variante lehnt die Kreistagsfraktion ab.

Die Fleischerei Bernd Gawalski mit ihrem Mittagsimbiss im Roten Haus atmet ebenfalls auf. Auch hier zählen die Ämtermitarbeiter zu den gerngesehenen Dauerkunden. Seit über zehn Jahren kann sich so die Gaststätte mit Pension großer Beliebtheit erfreuen.

Selbst auf Facebook wird die Entscheidung zum Aus des Neubaus positiv bewertet. „Na das sind doch mal gescheite Nachrichten“, schreibt ein Leser.

Mehr lokale Nachrichten aus Großenhain lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Großenhain